Rettungskräfte im Einsatz. (Foto: Colourbox, COLOURBOX24696745)

Blaulicht-Fahrten

Wer bezahlt den Rettungswagen?

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Bei einem Herzinfarkt oder Verkehrsunfall wird sofort der Rettungsdienst gerufen. Doch wer zahlt, wenn es dem Patienten schnell besser geht und die Fahrt ins Krankenhaus nicht mehr nötig ist?

Unser Rechtsexperte Karl-Dieter Möller klärt folgende Fragen:

1. Wann werden die Kosten erstattet?
2. Wann muss selbst gezahlt werden?
3. Wer zahlt, wenn fremde Personen den Rettungsdienst rufen?

1. Wann werden die Kosten erstattet?

Grundsätzlich haben alle Mitglieder einer Sozialversicherung nach § 60 SGB V einen Anspruch auf Übernahme der Kosten für den Krankentransport. Jedoch muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen, damit der Einsatz auch von der Krankenkasse übernommen wird. Diese bescheinigt entweder der Notarzt oder der behandelnde Arzt. Außerdem muss der Transport ins Krankenhaus stattgefunden haben.
Gesetzlich Versicherte müssen dann lediglich einen Kostenbeitrag von 10 Euro zahlen. Die privaten Gesundheitskassen erstatten die Aufwendungen meist in vollem Umfang. Ob dies auf Sie zutrifft, können Sie Ihrem Tarif entnehmen.

2. Wann muss selbst gezahlt werden?

Wird der Patient nach Ankunft des Rettungswagens nicht ins Krankenhaus transportiert, sondern verbleibt an Ort und Stelle, kann die Krankenkasse oder Krankenversicherung eine Kostenerstattung veranlassen. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn der Patient sich weigert, ins Krankenhaus zu fahren, weil er den Rettungswagen nicht selbst gerufen hat und ihm der Zeitaufwand zu hoch ist.

Das Bild zeigt einen Rettungswagen von innen. (Foto: Colourbox, COLOURBOX21516297)
Ein Transport mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. COLOURBOX21516297

Gleiches gilt, wenn der Arzt entscheidet, dass die Vor-Ort-Behandlung ausreichend ist. Denn wenn kein Transport erfolgt, entsteht eine sogenannte "Leerfahrt", für die die Krankenkasse nicht aufkommen muss.

3. Wer zahlt, wenn Dritte den Rettungsdienst rufen?

Wer für jemand anderes einen Rettungswagen ruft, muss nicht befürchten, die Kosten auch tragen zu müssen. Denn der Anrufende hat es im Interesse des Patienten getan. Die entstehenden Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse. Das gilt jedoch nicht, wenn jemand missbräuchlich den Rettungswagen ruft. Wer eine Notrufnummer bewusst wählt, ohne dass ein Notfall vorliegt, macht sich sogar strafbar und muss die entstandenen Kosten selbst übernehmen.

Fazit

Bei medizinischen Notfällen zählt jede Sekunde. Daher gilt: Lieber einmal zu viel den Rettungswagen rufen als einmal zu wenig. Üblicherweise werden die entstandenen Kosten von der Krankenkasse oder Krankenversicherung übernommen. Außerdem besteht die Pflicht zu helfen. Wenn diese verweigert wird, können nicht nur hohe Kosten entstehen, man kann sich damit auch strafbar machen.

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