Ein Film von Bernd Schwab
Demerath liegt etwa zwanzig Kilometer von Daun entfernt. Rund 300 Menschen sind in der Gemeinde in der Vulkaneifel zu Hause. Ortsmittelpunkt ist die katholische Kirche Sankt Peter und Paul, erbaut im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Gotteshaus liegt genau zwischen dem Unter- und dem Oberdorf. Dort, im jüngeren Teil von Demerath, findet sich die Dauner Straße.
Die Dauner Straße wirkt auf den ersten Blick etwas nüchtern. Doch hinter den Toren und den Fassaden finden sich hier und da ungewöhnliche Rückzugsorte, manchmal sogar kleine Paradiese. Da gibt es zum Beispiel einen ehemaligen Schäfer, der hinter seinem Haus mehr als 150 Obstbäume angepflanzt hat. Die ersten Bäume pflanzte er in den 1950er Jahren. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer mehr hinzu und so ist ein Plätzchen entstanden, das sicher als einzigartig bezeichnet werden kann.
In den letzten Jahren haben sich einige Briten in der Straße niedergelassen. Ein englisches Ehepaar hat die Liebe zum Motorsport hier her geführt. Weil die beiden es leid waren immer nur auf Stippvisite an den Nürburgring zu kommen, kauften sie sich kurzerhand ein kleines Fachwerkhaus. Wer es betritt, staunt nicht schlecht, denn ein uraltes Motorrad aus den 1950er Jahren findet sich mitten im Wohnzimmer, ist sozusagen Teil der Einrichtung.
Heute erinnert nur noch wenig daran, dass die Dauner Straße mal die belebteste und wahrscheinlich kinderreichste Straße von Demerath war. Früher gab es hier ein Gasthaus, einen Schuster, einen Lebensmittelladen und eine Schmiede. Immerhin, in manchen Gärten finden sich geradezu kleine Paradiese, so etwa ein kleines Gartenhäuschen, in dem sich drei Freunde seit mehr als 30 Jahren treffen, um über die Dinge des Lebens zu philosophieren.
