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Ein Film von Lutz Näkel

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Gerade mal 370 Einwohner hat Lautzenhausen im Hunsrück, aber fünf Hotels, von denen vier an der Hauptstraße liegen. Der Grund? Lautzenhausen liegt unmittelbar am Flughafen Hahn, und so mancher Fluggast, der nicht mitten in der Nacht zum Airport fahren möchte, nimmt sich schon am Abend vorher ein Zimmer. Auch andere an der Hauptstraße profitieren vom Hahn: Der Autozubehör-Profi, der die Spedition am Flughafen mit Ersatzteilen versorgt; oder die Zahnarztpraxis, die von vielen Mitarbeitern der Fluggesellschaften aufgesucht wird; und manche Anwohner, die ihre Hofgrundstücke als Parkplätze für Fluggäste vermieten. Für die Lautzenhausener ist der Flughafen immer noch ein gutes Geschäft, wenn auch die Fluggastzahlen schon mal besser waren.

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Die beiden Bars in der Hauptstraße werden von den Nachbarn mit gemischten Gefühlen gesehen, deren Gäste sorgen schon mal für einen stark gewöhnungsbedürftigen Lärmpegel. Kein Vergleich zu früher, als die Amerikaner noch in der Hauptstraße verkehrten. Da war Lautzenhausen ein "wildes Dorf", wie die älteren Einwohner sagen, ein Sündenbabel. Bars und Bordelle für die "Freizeitgestaltung" der Air-Force-Männer. Anfang der 50er-Jahre bauten die Amerikaner den Militärflugplatz, damals kam schlagartig das große Geld ins Dorf. Und doch – in der Hauptstraße wünscht sich diese Zeiten kaum jemand zurück.

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