Vorsicht bissig! Kriebelmücken auf dem Vormarsch

Sie stechen nicht, sondern beißen. Kriebelmücken, nur ein paar Millimeter groß, zählen zu den heimischen Mückenarten. Sie wollen an unser Blut. Ihr Biss kann üble Schwellungen, ja sogar Blutvergiftungen verursachen.

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Wie erkenne ich Kriebelmücken?

Kriebelmücken sind weltweit verbreitete, blutsaugende Parasiten, zwei bis sechs Millimeter große, grau, blaugrau bis schwarz gefärbte, fliegenähnliche Insekten mit kleinem Kopf und einem buckelförmigen, fast kugeligen Brustsegment. In Deutschland sind bisher etwa 50 Kriebelmückenarten nachgewiesen worden.

Im Unterschied zu "Stichsaugern" sind Kriebelmücken "Poolsauger". Dabei erzeugen ihre scharfen Mundwerkzeuge zunächst eine Wunde, in der sich Blut sammelt; dieses wird dann aufgesaugt.

Wo kommt die Kriebelmücke vor?

Kriebelmücken kommen seit vielen hundert Jahren in ganz Rheinland-Pfalz vor. Sie benötigen Fließgewässer, um ihre Eier darin abzulegen. Hier wachsen nach ein oder zwei Wochen die Larven heran. Nach wenigen Tagen schlüpfen aus ihnen die Mücken.

Wann treten Kriebelmücken verstärkt auf?

Je nach Kriebelmückenart und abhängig von Witterungs- und Brutbedingungen sind ein bis vier Mückengenerationen pro Jahr zu erwarten, deren Stärke außerdem noch Schwankungen unterworfen ist.

Kriebelmücke - Larve  mikroskopische Aufnahme (Foto: Imago, Imago/Fotograf XY -)
Kriebelmücke - Larve mikroskopische Aufnahme Imago Imago/Fotograf XY -

Die blutsaugenden Mückenweibchen können einzeln oder in großen Schwärmen vom Frühjahr bis Herbst Weidetiere und auch den Menschen anfliegen. Bei wechselhafter, relativ kühler Witterung schlüpfen die Mücken in Schüben. Steigen im Frühjahr Luft- und Wassertemperatur sprunghaft an, kann es bei andauernd warmem Wetter zu einem Massenschlupf kommen, der die Insekten zur Plage werden lässt.

Wie suchen sich Kriebelmücken ihre Wirte?

Normalerweise bevorzugen Kriebelmücken Wildtiere als Wirt. Besonders beliebt sind aber auch Weidetiere: Kühe oder Pferde. Die Tiere sind groß, so dass sie viel Angriffsfläche zum Blutsaugen bieten. Und sie stehen relativ still.

Theorie unseres Biologen: Da es immer weniger Wildtiere gibt und auch die Weidetierhaltung zurück gegangen ist, wird der Mensch häufiger attackiert. Um ihre Opfer zu finden, fliegt sie auch ein paar hundert Meter weit. Zwischen Mai und September ist sie unterwegs.

Im Gegensatz zu Stechmücken dringen Kriebelmücken nie in Wohnungen oder Ställe ein. Der Anflug auf Mensch und Tier erfolgt grundsätzlich im Freien, am Vormittag und späten Nachmittag. Bei schönem, schwülwarmen und schwachwindigen Wetter sind Kriebelmücken besonders aktiv.

Der Anflug auf den Menschen erfolgt über den Geruchssinn, erst in der Nähe visuell. Körper- und Schweißgeruch spielen eine besondere Rolle. Kriebelmücken fliegen den Menschen geräuschlos an und erwecken bei der Landung auf der Haut keinerlei Gefühl von Berührung.

Wie machen sich Bisse der Kriebelmücke bemerkbar?

Kriebelmücke auf der Haut (Foto: Imago, Imago/Fotograf XY -)
Kriebelmücken sind eine Plage für Mensch und Tier Imago Imago/Fotograf XY -

Der zunächst schmerzlose Biss hinterlässt oft einen kleinen Blutpunkt. Später jucken und schmerzen die Bissstellen, die bevorzugt an dünnen Hautpartien zu finden sind. Sie hinterlassen noch nach Tagen typische Schwellungen. Daraus kann ein erbsen- bis linsengroßes Knötchen mit einem nachfolgenden eitrigen Bläschen entstehen. Schuld ist der giftige Speichel, den die Kriebelmücke in hoch konzentrierten Mengen abgibt.

Wie gefährlich sind die Bisse der Kriebelmücke?

Kriebelmücken auf einem Panel (Foto: Imago, Imago/Fotograf XY -)
Kriebelmücken auf einem Panel Imago Imago/Fotograf XY -

Mit dem blutgerinnungshemmenden Speicheldrüsensekret werden verschiedene toxische Komponenten in die Blutbahn injiziert, deren Art und Wirkungsweise noch nicht restlos geklärt sind. So treten nach dem Stich vor allem allergische Reaktionen auf. Der Kriebelmückenspeichel enthält aber auch Substanzen mit herz- und gefäßschädigender Wirkung und solche, die das Atemzentrum beeinträchtigen.

Was sollte man nach einem Biss tun?

Bei leichten Schwellungen reicht es, die betroffenen Stellen zu kühlen, am besten direkt mit Wasser oder Eis. Desinfektionsmittel helfen das Entzündungsrisiko zu senken.

Wenn sich nach einem Tag keine Besserung einstellt, unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Bisse der Mücke können Bakterien übertragen, die Schmerzen und Fieber auslösen. Dann sollte mit Antibiotika behandelt werden.

Treten jedoch auffällig große Schwellungen auf, sollte man das Blut auf eine Allergie hin untersuchen lassen. Die kann sich im schlimmsten Fall auf den Kreislauf auswirken und sogar lebensbedrohlich werden.

Je nach Befinden empfehlen sich antiallergikahaltige Gels, Dermatokortikoide, antibiotikahaltige Salben bei eitrigen Prozessen, die Verabreichung von Antiallergika oder gegebenenfalls Herzkreislauf-Präparaten.

Wie kann man Kriebelmückenbissen vorbeugen?

Vor Kriebelmückenbissen kann man sich durch das Auftragen mückenabweisender Mittel und eine zweckmäßige Kleidung schützen. Außerdem ist es ratsam, bei massenhaften Auftreten der Kriebelmücke den Aufenthalt im Freien am Vormittag und späten Nachmittag zu meiden. Auch Feuchtgebiete und Wiesen sollten gemieden werden, denn in der Nähe von Brutplätzen und Weidetieren kommen Kriebelmücken häufiger vor.

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