Ein Mann dehnt seine Beine sitzend auf einer Laufbahn.  (Foto: Unsplash/Alora Griffiths)

Für einen frischen Duft

Sportbekleidung richtig waschen

STAND
AUTOR/IN
Diana Stier

Die Zeiten, als uns nach dem Sport die verschwitzen Baumwollshirts am Leibe klebten, sind lange vorbei. Heute ist Sportbekleidung zur High-Tech-Angelegenheit geworden. Hier ein paar Pflegetipps.

Moderne Funktionssportkleidung und -wäsche bietet sowohl Schutz vor Verdunstungskälte als auch eine optimale Belüftung und ist damit optimal für jeden Sport geeignet. Gleichzeitig ist der Sportbekleidungssektor zu einem riesigen Markt geworden. Es lohnt sich, vor dem Kauf zu überlegen, welche Eigenschaften die neue Sportkleidung tatsächlich unbedingt haben sollte und worauf man getrost verzichten kann.

Thema Regenschutz: Vorsicht giftige Chemikalien

Wer nicht gerade Crossläufe in den Alpen absolviert oder hochalpine Mountainbike-Touren macht, braucht in der Regel nur wasserabweisende Regenbekleidung und keine Membrantextilien, die wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Denn diese Ausrüstungen enthalten vielfach perflourierte Kohlenwasserstoffe (PFC). Diese Chemikalien bauen sich in der Umwelt nicht ab, gelangen in die Nahrungskette von Mensch und Tier und reichern sich in den Organen an. Sie sind toxisch und gelten als krebserregend.

Für regendichte Kleidung gibt es Alternativen, z.B. aus Polyurethan oder Sympatex oder Stoffe mit einer wasserabweisenden Bionic Finish Eco-Oberfläche. Diese Materialien machen die Bekleidung winddicht und wasserabweisend, was für eine durchschnittliche sportliche Betätigung absolut ausreicht. Bei starkem Dauerregen werden sie den Körper allerdings nicht trocken halten.

Für viele beliebte Sportarten ist jedoch ohnehin eine reine Funktionskleidung ohne spezielle wasserabweisende Funktion völlig ausreichend.

Die wichtigsten Pflegetipps für Sportbekleidung:

Eine Frau steht vor einer Waschmaschine und gießt Waschmittel in einen Behälter. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Thinkstock -
  • Waschen Sie Ihre Textilien möglichst rasch nach ihrem Einsatz, damit die Salze des Schweißes nicht die Funktion der Wäsche beeinträchtigen.
  • Achten Sie auf die Pflegekennzeichnung und waschen Sie nur mit der vorgegebenen Waschtemperatur in der Regel bei 30°C.
  • Wählen Sie ein Feinwaschprogramm.
  • Verwenden Sie ein flüssiges Feinwaschmittel. Pulver hat zwar eine bessere Reinigungskraft, kann aber die schweißableitenden Fasern verstopfen.
  • Nehmen Sie wenig Waschmittel.
  • Verwenden Sie keinen Weichspüler!
  • Befüllen Sie die Waschtrommel locker und schließen Sie Reiß- und Klettverschlüsse.
  • Bei starken Geruchsproblemen verwenden Sie eine milde Flüssigkaltbleiche mit Wasserstoffperoxid.
  • Der Wäschetrockner kann bei niedriger Temperatur genutzt werden, in der Regel ist dies aber nicht nötig, da die Fasern sehr rasch trocknen.

Das richtige Waschmittel

Im Handel werden spezielle Sportwaschmittel angeboten. Sie binden die geruchsbildenen Stoffe auch schon bei niedrigen Waschtemperaturen.

Sportunterwäsche

Sport-BH (Foto: Colourbox)

Achten Sie beim Kauf von Funktionswäsche grundsätzlich darauf, dass sie eng am Köper anliegt. Probieren Sie das Textil in Ruhe aus und finden Sie die für Sie angenehmste Passform.

Antibakterielle Ausstattung gegen Geruch?

Beim Einsatz von Funktionswäsche wird der Schweißgeruch in Verbindung mit den synthetischen Fasern stark verstärkt, weil Geruchsbakterien auf Synthetikfasern besonders gut haften. Hersteller versuchen diesem Problem entgegen zu wirken, indem sie die Fasern mit einer „antibakteriellen“ Ausstattung versehen, die allerdings die Hautfunktion stören kann.

Manchmal werden sogar spezielle „Bakterienstopper“ eingesetzt, die gesundheitlich eher umstritten sind. Der Einsatz von Silberionen auf den Fasern wirkt gut und wird im Allgemeinen als unbedenklich angesehen. Regelmäßiges Waschen macht aber alle diese Ausstattungen überflüssig.

Alternative: Funktionswäsche aus Naturtextilien

Weiße Wäsche an der Leine (Foto: Colourbox, Colourbox -)
Colourbox -

Wäsche aus Wolle und Seide bietet eine sehr gute Atmungsaktivität. Die Wolle wärmt den Körper, die kühlende Seide sorgt für den Temperaturausgleich, ein geringer Anteil an Elasthan sorgt für eine optimale Passform. Bakterien siedeln sich in Wolle und Seide weitaus weniger an als in den anderen genannten Materialien, so dass es kaum zu Schweißgeruch kommt. Die Teile brauchen nicht so häufig gewaschen zu werden und bieten außerdem einen sehr guten natürlichen UV-Schutz.

Reinigungstipp für Textilien aus Wolle

Hängen Sie Wollkleidung einfach an einen Ort, an dem die Luft feucht ist (Morgenluft, Nebel, Regen) und gut zirkulieren kann. Ohne weiteres Zutun wird sie nach wenigen Stunden wieder frisch und geruchsneutral sein.

Wenn das Waschen doch einmal nötig ist: Für Naturtextilien immer ein Vollwaschmittel verwenden und von Hand waschen. Nicht einweichen, rubbeln oder wringen. Wichtig ist, dass Wasch- und Spülwasser die gleiche Temperatur haben, damit die Wolle nicht verfilzt. Nach dem Waschen die Wäsche in ein Handtuch wickeln, ausdrücken, in Form ziehen und liegend trocknen.

Noch mehr Pflegetipps für Ihre Sportkleidung

Fasern, Imprägnierung, Umweltfreundlichkeit Funktionskleidung richtig reinigen und pflegen

Funktionskleidung soll bei Regen, Kälte oder Wind für ein angenehmes Tragegefühl sorgen. Damit es lange so bleibt, ist eine besondere Pflege der Textilien erforderlich.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

Schön sauber Sport- und Wanderschuhe richtig pflegen

Wanderschuhe müssen in Ihrem Leben so einiges mitmachen. Regen, Sonne, Matsch und Staub sollten Ihnen nichts ausmachen. Dafür braucht es aber auch eine regelmäßige Pflege.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN
Diana Stier