Das Wichtigste: Nicht aufräumen!
Samenstände nicht abschneiden, sondern stehen lassen – denn die Samen sind Futterquelle für Vögel und Mäuse. In den abgeblühten Stängeln überwintern auch gerne Insekten. Am besten lassen Sie die Pflanze so wie sie ist, die Insekten nagen sich selbst eine Öffnung. Das gefallene Laub ebenfalls auf den Beeten liegen lassen. Es bildet eine Schicht, in der sich Insekten verkriechen können – gleichzeitig ist es damit eine Art Vorratskammer, in der Vögel im Winter nach Nahrung stöbern können. Auch für den Boden ist das Laub gut: Regenwürmer und andere Kleinstlebewesen zersetzen es zu Humus und machen den Boden über den Winter fruchtbarer.
Haufen aus Ästen und Laub

Das Laub von Rasenflächen und Wegen sollte beseitigt werden. Für die Grünanlage ist es aber zu schade! Bauen Sie einen Haufen in einer Gartenecke. Dabei ist wichtig, zunächst ein Grundgerüst aus Ästen zu schaffen, damit der Haufen nicht im Laufe des Winters zusammensackt. Über das Schnittgut und herunter gefallenen Zweigen schütten Sie das Laub und schaffen so einen Unterschlupf für Igel, Kröten und Insekten. Im Frühjahr den Haufen bitte erst "aufräumen", wenn die Temperaturen zehn Tage lang über 15°C waren, damit auch alle aus dem Winterschlaf oder der Winterruhe erwacht sind! Vorsicht: auch im Komposthaufen können es sich Ringelnattern und andere Tiere gemütlich machen.
Pflanzen für Futter und Unterschlupf
Es gibt tolle Gehölze, die Vögel und andere Kleintiere im Winter mit ihren Beeren versorgen. Besonders wertvoll sind der Eingrifflige Weißdorn (Crataegus monogyna), das Europäische Pfaffenhütchen (Euonymus Europaeus) und der Gemeine Schneeball (Viburnum opulus). Besonders hervorzuheben ist der Weißdorn, der mit seinen Dornen zusätzlich die Vogelnester von Braunellen und Rotkehlchen vor Räubern schützt und mit seinen weißen Blüten im Frühjahr enorm viele Insektenarten anzieht. Auch Disteln und Karden sind sehr wertvolle Pflanzen: nicht nur die Blüten, auch die Samen sind besonders gehaltvoll und werden daher gerne von Vögeln wie dem Distelfinken aufgesucht.
Vogelnistkästen säubern

Spätestens im Oktober (besser schon im September) sollten Sie die Vogelnistkästen säubern, denn sie bieten in kalten Nächten Schutz für Vögel, aber auch für Siebenschläfer oder Gelbhalsmäuse. Warum säubern? Damit die Tiere sich keine Milben oder andere Parasiten zuziehen. Außerdem ist dann der Kasten schon für´s Frühjahr vorbereitet und egal wie früh es den Vögeln nach einem milden Winter einfällt, mit dem Nestbau zu beginnen, kann der Kasten belegt werden. Wichtig: den Nistkasten nur ausbürsten, keinesfalls mit Wasser oder Reinigungsmitteln arbeiten. Wenn Sie im nächsten Herbst einen Blätterhaufen entfernen müssen, wissen Sie, wer Zuflucht gesucht hat: kein Vogel, sondern eine Art aus der Familie der Bilche. Spannende Sache!
Im Garten: Carsten Weber, Naturschützer