Folge 1025

Unterwegs auf großer Spur - Modellbahner im Norden

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Große Modelleisenbahnen haben einen ganz besonderen Reiz. Alles ist detaillierter und die Modelle wirken alleine durch ihre Größe beeindruckender als die kleinen Miniaturen in H0 oder N.

Allerdings benötigt der Modellbahner auch viel mehr Platz. Wir haben drei Modellbahnvereine im Norden Deutschlands besucht.

Das Titelmotiv: Eine sächsische Schmalspurlok vom Typ IVk fährt mit ihrem kurzen Zug über eine der mächtigen Brücken in Jürgen Meyers Garten. Die Modelle sind von LGB. (Foto: SWR, Andreas Stirl)
Das Titelmotiv: Eine sächsische Schmalspurlok vom Typ IVk fährt mit ihrem kurzen Zug über eine der mächtigen Brücken in Jürgen Meyers Garten. Die Modelle sind von LGB. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Bei Familie Schmidt zu Hause im Keller steht diese LGB-Anlage. Ein großer Ringlokschuppen musste sein! Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Après-Ski-Bar-Wagen von LGB haben Meike und Kristian Schmidt ausgestaltet. Er hat das Flaschenregal gebaut und Figuren eingesetzt, sie druckt auf dem 3-D-Drucker Flaschen, Geschirr und Gläser. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Zwei bekannte LGB-Modelle mit Vorbildern bei der Rhätischen Bahn in der Schweiz: Vorne eine Ge 4/4 II mit der Sonderbedruckung „50 Jahre LGB“, links eine Ge 4/4 III mit Coop-Werbung. Diese Lok wird immer von Sohn Lio gesteuert, mit der Tablet-App. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der 3D-Drucker von Meike Schmidt „zaubert“ wieder ein Sektglas. Was so einfach aussieht ist das Ergebnis vieler Tests und von viel Geduld. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Liebevoll gestaltete Marktszene in der Kleinstadt. Alle im Maßstab 1:22,5. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der IVk-Zug zuckelt an der Stadt vorbei. Früher fuhr er mitten durch. Aber die Pflanzen wuchsen zu schnell und so musste Jürgen Meyer die Gleise verlegen. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Hamburger Hafen vor einigen Jahrhunderten. Dieses Modell steht im Museum für hamburgische Geschichte. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Ebenfalls im Museum für hamburgische Geschichte zu sehen: Eine Seemannskneipe aus dem vorvorigen Jahrhundert. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die Fahrstraßen werden auf dem Stellpult mit Drucktasten geschaltet. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Eine besondere Attraktion ist die große Spur-1-Modellbahnanlage im 2. Stock des Museums. Sie zeigt Motive aus Hamburg-Harburg und dem Hafen. Über allem thront das Stellwerk mit dem Fahrdienstleiter. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Im Güterbahnhof der Hafenbahn warten diese Pkw auf die Weiterfahrt. Typisches Ladegut der 1950er Jahre. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Auch aus den 1950er Jahren stammen die Malereien am Hintergrund der Anlage. Dampf-Romantik pur eim Verein Modelleisenbahn Hamburg. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Kohle war seinerzeit überall gefragt. Ohne sie fuhren keine Züge, keine Schiffe, gab es keine Industrie und keinen Strom Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Moderne Züge fahren allerdings auch durch die Kulisse aus der Nachkriegszeit: Die legendäre 03 mit einem Interregio-Zug passiert den Haltepunkt Elbbrücken. Im Maßstab 1:32. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Bahnhof Harburg soll Ende der 1940er-Jahren von britischen Soldaten, die in Deutschland stationiert waren, gebaut worden sein. Schöne Geschichte. Die Lok ist eines der ältesten Fahrzeuge auf der Anlage: ein Eigenbau aus den 1930er Jahren. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Maßstab wird größer und die Spurweite der der Gleise auch: 5 bzw. 7 ¼ Zoll. Echte Dampfloks werden hier angeheizt und drehen ihre Runden über eine idyllisch gelegene Gartenbahn in Schackendorf bei Bad Segeberg. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Öl, Wasser, Feuer, Dampf – wie bei der richtigen Eisenbahn in vergangenen Zeiten. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Modell-Dampfloks sind keine Sache älterer Herren. Die beiden Jungs, René Bierkämper und Thore Hansen, probieren eine Fahrt mit Vorspannlok und meistern das Unterfangen hervorragend. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Dampfeisenbahn heißt neben dem Spaß beim Fahren vor allem viel Arbeit und schmutzige Hände. Der Ringlokschuppen hat einen tiefer gelegten Fußboden. So können die Loks bequem angeheizt und gewartet werden. Christoph Duvigneau reinigt die Feuerbüchse einer Lok. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Eine TSSD, eine bekannte noch dazu. Die Eisenbahn-Romantik-Lok. Aber das ist nicht das Original. Das ist ein Modell in 1:4 – voll fahrbereit. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Täuschend echt. Ein Triebwerk der TSSD – als Modell. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Gemeinsam fahren macht am meisten Spaß: Ralf-Peter Stolle und Tochter Paula düsen mit der TSSD über die Gartenbahn vom Dampf-Bahn-Club Holstein in Schackendorf. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Nur die Größe der Hand und der kleinen Schaufel zeigt was Sache ist. Ansonsten ist alles so wie auf einem Führerstand der echten Lok. Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen

Es beginnt ungewöhnlich. Die Freunde der LGB Norddeutschland renovieren gerade ihr neues Vereinsheim und können die Modulanlage leider nicht präsentieren. Also gehen wir zu zwei Mitgliedern nach Hause.
In einem großen Kellerraum haben sich Meike, Lio und Kristian Schmidt ihre kleine Traumwelt gebaut. Alles mit LGB-Fahrzeugen im Maßstab 1:22,5. Die Steuerung ist digital und kleine Accessoires entstehen im 3-D-Drucker.
Bei Jürgen Meyers Gartenbahn stehen große Brücken im Mittelpunkt. Und die Liebe zur IVk, einer sächsischen Schmalspurlok-Legende.

Im Museum für Hamburgische Geschichte steht seit über 70 Jahren eine große Spur-1-Anlage. Die Fahrzeuge und Gebäude sind im Maßstab 1:32. Vieles entstand bereits schon in den 1930er und 40er Jahren, vorwiegend selbst gebaut. Gezeigt wird ein Ausschnitt von Hamburg, mit der Hafenbahn und dem Bahnhof Harburg. Überall finden sich typische Szenen aus dem Alltag der Hansestadt in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Die Modellbahnanlage ist ein fester Bestandteil des Museumskonzeptes. Heute und auch in Zukunft. So ist ihr Erhalt seitens des Museums zugesagt, wenn in den nächsten Jahren das gesamte Gebäude umgebaut und erneuert wird. Die Anlage wird in veränderter Form weiterbestehen.

Letzter Stopp unserer Rundreise durch den Norden ist Schackendorf bei Bad Segeberg. Hier, auf dem Gelände einer Gärtnerei, können die „Dampfhasen“ ihrer Leidenschaft frönen. Echte Dampflokomotiven, allerdings im Maßstab 1:4 oder kleiner, fahren schnaufend und zischend über 5 bzw. 7 ¼ Zoll breite Gleise. Es riecht nach Kohle, Öl und Rauch. Eine eingeschworene Gemeinschaft ist hier anzutreffen, die untereinander sehr hilfsbereit ist. Gemeinsam lassen sich technische Herausforderungen am besten meistern, sind doch alle Lokomotiven selbst gebaut. Und regelmäßig öffnen sich die Tore zu diesem Dampfspektakel auch für Besucher.

(ESD: 10.12.2021)

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