Folge 951

Glacierexpress – Von St. Moritz in die Rheinschlucht

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Die Fahrt mit dem Glacierexpress ist eine der berühmtesten Eisenbahnreisen der Welt. In acht Stunden erlebt man zwischen St. Moritz und Zermatt knapp 300 Kilometer Schweizer Alpenlandschaft in ihrer schönsten Form. Seit 88 Jahren gehört die Reise mit dem "langsamsten Schnellzug der Welt" zu einer der aufregendsten und bequemsten Möglichkeiten, die Alpen zu entdecken.

Der erste Teil dieser dreiteiligen Dokumentation beginnt im mondänen St. Moritz, dem Geburtsort der alpinen Winterferien, natürlich im Winter. Hier bläst Hans Peter Danuser ins Alphorn. Der ehem. Kurdirektor von St. Moritz hat schon in den 1980er Jahren in New York mit dem Alphorn für den Glacierexpress geworben. Schon bald hinter St. Moritz fährt der Zug durch den Albulatunnel. Auf der anderen Seite geht es bis Thusis bergab auf einem Unesco-Weltkulturerbe, der Albulalinie. Die Strecke ist harmonisch in die Landschaft eingebettet und gilt als Paradestück der Bahnpionierzeit. Den großen Höhenunterschied von 1.000 Metern überwindet der Zug mittels mehrerer Kreiskehrtunnel. Wie das genau funktioniert erklärt uns Gian Brüngger, ein langjähriger Eisenbahner, der einen besonderen Bezug zur Albulastrecke hat. Als Ungeborener lag er im Bauch seiner Mutter in Steißlage. Der Geburtstermin nahte und seine Mutter musste auf der Albulalinie vom Engadin nach Chur ins Krankenhaus hinunterfahren. Durch das Hin- und Her auf der Fahrt durch die Kreiskehrtunnel dreht sich der kleine Gian im Bauch seiner Mutter und erblickt schließlich durch eine normale Geburt das Licht der Welt.

Das Alphorn half dem Glacierexpress beim Überleben (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Alphornbläser in St. Moritz. Der ehemalige Kurdirektor Hans Peter Danuser von Platen (links im Bild) blies sogar auf dem Empire State Building in New York und warb so für den Glacierexpress. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Glacierexpress auf der Albula-Linie Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bohrproben des ersten Albula-Tunnels Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Eine der vielen Maiensäßhütten oberhalb des Albula-Tunnels. In der Gegend wurde 1952 der erste Heidi-Film gedreht. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Etwas weiter oberhalb kommen wir zum "schönste[n] Flecken der Schweiz". Die Zuschauer des Schweizer Fernsehens haben dieses Prädikat 2007 dem Palpuogna Bergsee verliehen. Genau darunter verläuft der Albula-Tunnel. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ein echtes Waschweib in Chur Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die „Reisende“ des Bündner Künstlers Robert Indermaur umringt am Bahnsteig in Thusis Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Motive gibt es auf der Fahrt mit dem Glacierexpress genug, egal ob herrliche Landschaft oder gerade bei der Albulabahn, eine der vielen Kunstbauten – besonders berühmt, der in einer Kurve verlaufende Landwasserviadukt – wohl die am häufigsten fotografierte Eisenbahnbrücke der Schweiz, wenn nicht gar der Welt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Glacierexpress bei Reichenau am Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Bis Bergün ist Schwindel ganz nah. Die Sendung besucht den "schönsten Flecken der Schweiz", den Bergsee "Lai de Palpuogna". Hier besitzt Peider Härtli, auch ein ehem. Eisenbahner, eine kleine Maiensäss-Hütte. Vor dem Bahnbau wurde auf den Almen die Milch in solchen Hütten zu Käse weiterverarbeitet. Schon als Bub reiste Peider mit seinem Vater immer mit der Bahn in diese Idylle. Vielen kommt diese Gegend bekannt vor, hier wurden nämlich die ersten Heidi-Filme gedreht. Über die berühmteste Eisenbahnbrücke der Schweiz, dem Landwasserviadukt, fährt der Glacierexpress langsam Chur entgegen. In der Brunnenstadt werden die Zuschauer über die Bedeutung des Wortes "Waschweiber" aufgeklärt.

Am nächsten Morgen überquert der Glacierexpress in Reichenau genau die Stelle, wo sich Vorder- und Hinterrhein zum Rhein vereinigen. Nun folgt die Fahrt durch die Ruinaulta, wie die Rheinschlucht zwischen Reichenau und Ilanz auf Rätoromanisch heißt. Weiße Felsen und bizarre Gesteinsformationen haben diesen Abschnitt berühmt gemacht. Es ist der schönste Streckenteil für Lokführer Gion Caprez. Hier im "Grand Canyon der Schweiz" fährt er den Glacierexpress auch ein wenig langsamer, Pünktlichkeit spielt da keine große Rolle mehr.

(ESD: 25.01.2019)

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