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Viel älter, aber weit weniger bekannt als der Kanal ist die Eisenbahn von Panama. Sie wurde 1855 eröffnet und durchkreuzte lange vor dem Kanal das Land vom Pazifik bis zum Atlantik. Sie verlor ihre Bedeutung, als ab 1896 die transkontinentale Eisenbahnstrecke in den USA die beiden Küsten Nordamerikas verband.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
14:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Erst beim Kanalbau ab 1881 spielte die Panama Railway wieder eine Rolle beim Material- und Arbeitertransport. Danach versank sie erneut in die Bedeutungslosigkeit – die Wasserstraße war ein zu großer Konkurrent. Erst Anfang unseres Jahrhunderts wurden die Vorzüge der 77km langen Strecke von Panama-City am Pazifik nach Colón an der Karibikküste wiederentdeckt. Seither ist die Panama Canal Railway für den schnellen Containertransport im Einsatz und ebenso für einen Personenzug, der jeden Werktag einmal direkt am Kanal entlang von Küste zu Küste fährt und zurück. Hauptsächlich genießen Touristen aus aller Welt den Blick auf die riesigen Containerschiffe und die Schleusen im Kanal. Schlepperboote und Treidellokomotiven verrichten hier Millimeterarbeit beim Manövrieren der Schiffe.

Folge 904 Mit dem Zug durch Panama

Skyline von Panama-City (Foto: SWR - SWR)
Skyline von Panama-City: Panama liegt im Süden Mittelamerikas. Seit über hundert Jahren verbindet an der schmalsten Stelle des Landes der Panama-Kanal die Städte Panama-City und Colòn, den Pazifik mit dem Atlantik und der Karibischen See. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen
Fast wie vor 101 Jahren: Schlepploks. Ihre Motoren haben über 6000 PS. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen
Hinter der Schleuse steuert das Schiff mithilfe der Lokomotiven in den Miraflores-See hinein. Wir folgen ihm und vertäuen es erneut vor der Pedro Miguel-Schleuse. Dort beginnt das Prozedere wieder von vorn. Gut zweieinhalb Stunden dauert das bis zur anderen Seite. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen
Neben den Tugboats (Schleppschiffe) leisten auch die japanischen Treidellokomotiven Schwerstarbeit. Sie ziehen die Riesenpötte durch die Schleusen. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen
Das Logo der "Panama Canal Rail Company" SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Die Linie, die einst als erste interozeanische Verbindung gefeiert wurde, kränkelte Jahrzehnte lang vor sich hin, bis Rettung kam. Seit dem Jahr 2000 ist sie in amerikanischer Hand und die Züge fahren auf neuen Gleisen durch die Kanalzone. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Nicht jeder Gütertransport geht über den mittlerweile zusätzlich mit neuen, größeren Schleusen ausgestatteten Kanal. Täglich werden aus Kosten- oder Termingründen auch tausende von Containern auf die Gelenkdoppeldecker der Bahn umgeladen. Das ist günstiger und schneller für die Handelsfirmen, und auch die panamenische Betreiberfirma Panama Canal Railway Company profitiert davon. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Bis zu 14.000 Schiffe pro Jahr passieren die 1914 eröffnete Wasserstraße. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Der Zug der Panama Canal Railway steht schon bereit, bespannt an Kopf und Ende mit je einer Dieselelektrolok. So ein „Push-pull“-System erspart dem Personal Rangierarbeiten im Start- und im Endbahnhof. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Passagiere aus verschiedensten Ländern haben sich für diesen Ausflug entschieden –eines der Glanzstücke in Panamas Tourismusangebot. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Pünktlich um 7 Uhr 15 verlässt der einzige Personenzug am Tag die Corozal Passenger Station. Die Fahrt auf der knapp 77 km langen Strecke von Panama-City nach Colón dauert etwa 60 Minuten und findet nur werktags statt. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Wie schön es in Panama wirklich ist, soll uns eine Reise mit der panamenischen Eisenbahn zeigen. Sie ist um ein vieles älter als die weltberühmte Wasserstrasse, an der sie entlangführt. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Unserem Team fällt auf, dass in Panama sich keiner so richtig für die Eisenbahn begeistern kann. Wir aber schon! SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Das Heben und Senken in einer Schleusenkammer dauert ungefähr zehn Minuten. Dabei werden rund 400.000 Liter Wasser bewegt. Hat das Schiff auch die letzte Schleuse passiert, erreicht es nach gut 10 Stunden Fahrt im Kanal wieder die offene See. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Diese Loks sind ausgestattet mit zwei 260 PS starken Motoren und einem Zahnrad-System aus der Schweiz. Das greift in ein mittleres Gleis und gibt ihnen Halt. Über eine Außenschiene werden sie mit Strom versorgt. Man nennt sie liebevoll ‚mula‘. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Kein Passagier an Bord, der nicht zustimmen würde: O wie schön ist Panama! Denn genau das durften wir auf unserer Reise auch erfahren. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Die Bahnstrecke führt über einen Damm abseits des Kanals. Vor dessen Bau stand hier undurchdringlicher Regenwald. Wie es schon lange nicht mehr geregnet hat, erkennt man daran, daß die Baumstümpfe aus dem Wasser ragen. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Wir fangen die schönsten Bilder der Bahn ein. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen

Ein Drittel der Stecke fährt der Zug im künstlich gefluteten Gatun-See über einen Damm. Rechts und links ragen die abgestorbenen Baumstümpfe des ehemaligen Regenwalds aus dem Wasser. Der Film berichtet aber nicht nur über den Kanal und seine Eisenbahn. Auch die moderne Stadt Panama-City ist einen Besuch wert, mit Metro und Altstadt, ebenso der Dschungel ims Nationalparks Soberania mit seinen seltenen Tieren oder die karibischen Inseln San Blas mit ihren indigenen Bewohnern, den Kunas.

„Oh wie schön ist Panama“ heißt das kleine Büchlein des deutschen Schriftstellers und Illustrators Janosch, der damit unzählige Kinder und deren Eltern beglückte. Er hatte recht, und davon will dieser Film erzählen.

Anmerkung: Gedreht wurde der Film im Sommer 2015, als sich die neuen, größeren Kanalschleusen noch im Bau befanden. Mittlerweile sind sie in Betrieb genommen.

(ESD: 13.05.2017)

Musikliste als PDF-Download

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