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SENDETERMIN So, 19.4.2020 | 9:15 Uhr | SWR Fernsehen

Teodor Currentzis dirigiert Mahler und Strauss

SWR Symphonieorchester Konzert vom 14.2.2020 in der Liederhalle Stuttgart

"Scheußlich!" Das Urteil war bei Mahlers ins Extrem gehender Musik nachvollziehbar. Aber Kollege Strauss sagte bei der Berliner Uraufführung in der Loge zu dem Kritiker neben ihm das Entscheidende: "Es gibt keine Grenzen des musikalischen Ausdrucks." Darum ging es. Und darum geht es in diesem Konzert. Grenzen werden gesucht und überschritten, das Äußerste wird angestrebt, um schließlich den Durchbruch zu erreichen. Wer darauf aus ist, muss den Tod ins Auge fassen, die Grenze, die uns allen gegeben ist. Wenn man so will, sind Strauss und Mahler Antipoden: hier ein Alleskönner, dort ein Kämpfer.

"Scheußlich!" Das Urteil war bei Mahlers ins Extrem gehender Musik kaum zu vermeiden. Aber Kollege Strauss sagte bei der Berliner Uraufführung in der Loge zu dem Kritiker neben ihm das Entscheidende: "Es gibt keine Grenzen des musikalischen Ausdrucks." Darum ging es. Und darum geht es in diesem Konzert. Grenzen werden gesucht und überschritten, das Äußerste wird angestrebt, um schließlich den Durchbruch zu erreichen. Wer darauf aus ist, muss den Tod ins Auge fassen, die Grenze, die uns allen gegeben ist.
Wenn man so will, sind Richard Strauss und Gustav Mahler Antipoden. Hier arbeitet ein souveräner Alleskönner, dort ein Kämpfer. Wie diese Konkurrenz, die sich freilich auf dem Boden der Spätromantik abspielt, aussehen kann, lässt sich anhand dieser beiden Tondichtungen wie in einer Versuchsanordnung nachvollziehen, denn sie entstanden fast gleichzeitig. Strauss malt effektvoll und perfekt ausgehört einen Abschied vom Leben mit allen emphatischen Momenten der erinnernden Rückschau. Mahler lässt sich von der Literatur inspirieren, vor allen Dingen von Jean Paul, zuversichtlich schaut er nach vorn. "Wie ein Naturlaut" schreitet der erste Satz aus, und wenn Mahler einen Trauermarsch schreibt, dann gibt der sich ironisch: feierlich gemessen und ohne zu schleppen.

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So, 19.4.2020 | 9:15 Uhr

SWR Fernsehen