Im Labyrinth der Macht - Protokoll einer Regierungsbildung (Foto: SWR)

Protokoll einer Regierungsbildung

Im Labyrinth der Macht

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Nach der Wahl 2017 - eine historische Situation: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik mussten die Deutschen so lange auf die Bildung einer neuen Regierung warten. Es gab dramatische Nachtsitzungen, üble Schuldzuweisungen, einen spektakulären Rücktritt. Die monatelangen Verhandlungen führen zu Verwerfungen in der politischen Klasse, deren Folgen nicht absehbar sind: Parteien in der Identitätskrise sowie schwer beschädigte menschliche Beziehungen. Die Akteure scheinen sich verlaufen zu haben im Labyrinth kaum durchschaubarer politischer und persönlicher Interessen.

Eine Chronik der Zerwürfnisse

Autor Stephan Lamby hat diese Ausnahmesituation monatelang aus der Nähe beobachtet. Und er hat mit zahlreichen Akteuren der Jamaika- und GroKo-Verhandlungen Interviews geführt. Sein Film macht deutlich, wie die deutsche Politik nach der Bundestagswahl im September 2017 in diese verfahrene Situation geraten ist.

Einblicke abseits der Nachrichtenbilder

Lambys Film beginnt am Abend der Bundestagswahl und spannt den Erzählbogen bis zum Mitgliederentscheid der SPD über den Eintritt in eine große Koalition am Vortag der Sendung. Dazwischen: Streit und endlose Sitzungen. Auf die bekannten Szenerien der Parteitage, Empfänge und unzähligen Verhandlungsmarathons eröffnet der Film eine andere Perspektive. Denn Lambys Kamera fängt abseits der Nachrichtenbilder Szenen ein, in denen sich die politischen Akteure in den Wochen der Regierungsbildung als Übermüdete und Getriebene zeigen; und als Spielbälle eines überhitzten Medienbetriebes, der von Spitzenpolitikern immer schnellere Reaktionen einfordert - wo Innehalten und gründliche Analyse dringend geboten wären.

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AUTOR/IN
SWR Fernsehen