betrifft: Paketfahrer (Foto: SWR)

Ausgebeutet für den Online-Boom?

Paketfahrer

STAND

Sie begegnen einem jeden Tag: weiße Sprinterfahrzeuge auf den Autobahnen oder in den Innenstädten. Sie sind unauffällig, meist ohne Firmenlogo, viele mit osteuropäischen Kennzeichen. Die Autos gehören häufig den Fahrern selbst, die im Auftrag von großen deutschen Logistikfirmen Pakete zustellen.

Knallhartes Business

Selbstständig, als Subunternehmer stehen sie am Ende der Lieferkette eines gewaltigen Online-Booms: eine Armee der Unsichtbaren, oft mit wenig Sprach- und Ortskenntnissen, zu denen der Bestellkunde im Alltag nur einen flüchtigen Kontakt an der Haustür hat. Doch wie arbeiten die Fahrer, wie leben sie? Und in welchen Strukturen sind sie als Billigstarbeitskräfte beschäftigt? SWR- Autor Edgar Verheyen hat sich in der Branche der Paketdienste umgeschaut und die Fahrer in ihrem Alltag begleitet. Eine Reise in ein knallhartes Business, in dem viele ausländische Fahrer oft weit unter dem Mindestlohn arbeiten. Viele sind zudem nicht versichert, haben keine eigene Wohnung. Manche leben sogar in ihren Sprinterfahrzeugen. Denn für Schlafplätze in Pensionen oder Hotels müssen sie häufig horrende Summen bezahlen.

Leben auf der Schattenseite

Die Paketfahrer leben auf der Schattenseite des Zustell-Booms. Sie werden ausgebeutet, damit Logistikfirmen und Subunternehmer satte Gewinne einfahren können und damit die großen Konzerne sich gegenseitig bei Zustellungskosten unterbieten können. Die Fahrer zahlen dafür nicht selten mit ihrer Gesundheit.

STAND
AUTOR/IN
SWR Fernsehen