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Filmtext & Video

14:36 min | So, 9.9.2018 | 6:00 Uhr | Schätze der Welt | SWR Fernsehen

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Sukhothai, Thailand, Folge 107

SWR

Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten ist die weltweit größte Tempelanlage Sukhothai, im Zentrum Thailands, wieder frei zugänglich. Es ist ein weitläufiges Gelände aus Tempelruinen und überlebensgroßen, fast magisch erscheinenden Buddhastatuen. Der thailändische König bezeichnete dieTempelbauten der alten Königsstadt Siam als ein Symbol thailändischer Identität. Der Haupttempel, der Wat Mahathat, maß zur Blütezeit der Stadt 240 m in der Länge und 280 m in der Breite. Anders als in europäischen Gotteshäusern gab es im Tempel über 200 Orte religiöser Verehrung Orte an denen Reliquien aufbewahrt wurden. Der Name Wat Mahathat, weist darauf hin dass sich hier eine besondere Reliquie Buddhas befand.

Filmtext

Wer früher Sukhothai besuchte, fand diesen Ort, die größte Tempelstadt der Welt, überwuchert vom Dschungel im Zentrum Thailands - fand also wenig von der 'Morgenröte der Glückseligkeit'.

Zweieinhalb Quadratkilometer groß war allein die Tempelstadt innerhalb der Mauer. Der WAT MAHATHAT hier, der Haupttempel war 240 m lang und 280 m breit.

Heute sind die Anlagen liebevoll restauriert, heilige Orte, dem Vergessen entrissen. "Für alle Welt sichtbar haben die Tempel dem Thailändischen Volk eine neue und gleichzeitig uralte Identität gegeben", so der thailändische König. Keine Kultur kann ohne den Respekt vor ihren Ursprüngen überleben. Und so ist es das Verdienst des Königs und der Völkergemeinschaft, der UNESCO, dass sie Sukhothai den Rang eines Welterbes gegeben haben. Die Dekorationen und Skulpturen sind zerstört, nicht die Ideen.

Vielleicht ist Buddha die wichtigste Idee für dieses Land. Jeder kann sich mit ihm identifizieren: bisweilen ist er der Große, 14 m hoch - wie am Wat chang Chom zu Beginn des Films - immer ist er die Ruhe selbst. Er bringt uns bei, daß selbst die Weisheit wenig bedeutet. Die Erleuchtung ist das Ziel. Dies die Botschaft der Steine. Die Mönche gehören in Thailand zum Dorf und zum Tempel, zum Heiligtum und zur großen Stadt.

Fast alle jungen Männer tragen für eine Woche oder ein viertel Jahr das orangfarbene Kleid der Mönche. Sukhothai ist auch berühmt, weil Buddhas Statuen und Bilder bewegter wurden: Buddha sitzt, ruht, steht. Dieser stehende Buddha, ein Attharoth, ist 7m hoch. Der Tempel, der WAT, ist die ganze Anlage, nicht etwa eine große Halle, eine Kirche oder ein Dom wie in der westlichen Welt. Der Wat Mahathat hatte weit über 200 Chedis, Türme, in denen Reliquien aufbewahrt wurden. Der Hauptchedi war reich geschmückt. Der Name Wat Mahathat verweist auf eine Reliquie Buddha's.

Buddha's Bild vereint Sinnlichkeit und Sittlichkeit: seine Schönheit ist einfach da - ohne Zweck. Selbst das sonst so kalte Blau im Stein des metallreichen Laterit strahlt Wärme aus und umarmt den Pilger. Es gibt nur noch wenige Heiligtümer mit dem Stuck und den Dekorationen der frühen Zeit.

Das Relief mit Buddha's Schülern ist nahezu vollständig erhalten - wenn auch an manchen Stellen verwittert bis hin zu abstrakter Schönheit. Kunst, Material und Natur scheinen sich einer höheren Einsicht untergeordnet zu haben. Harmonie, Ordnung und Erleuchtung, das sind die Schlüssel zum "wirklichen" Land des Lächelns. Diese universale Idee spiegelt sich auch in den Gesichtern der Menschen heute. Zum Königreich Sukhothai gehörten noch die Tempelstädte von Sri Satchanalai - 80 km nördlich - und von Kampen Phet, rund 100 km südlich. Die UNESCO hat alle drei Orte zum Welterbe von Sukhothai erklärt.

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Asien: Thailand

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Der Tempel, der WAT, ist die ganze Anlage. Der Wat Mahathat hatte weit über 200 Chedis, Türme, in denen Reliquien aufbewahrt wurden. Der Hauptchedi war reich geschmückt.

Der Tempel, der WAT, ist die ganze Anlage. Der Wat Mahathat hatte weit über 200 Chedis, Türme, in denen Reliquien aufbewahrt wurden. Der Hauptchedi war reich geschmückt.

Sukhothai ist die größte Tempelstadt der Welt und liegt im Zentrum Thailands. Zweieinhalb Quadratkilometer groß war allein die Tempelstadt innerhalb der Mauer.

Die maiskolbenförmigen Türme, die Prangs, belegen den Khmer Ursprung

Die weitgestreuten Tempelanlagen sind 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Immer ist Buddha die Ruhe selbst. Er bringt uns bei, dass selbst die Weisheit wenig bedeutet. Die Erleuchtung ist das Ziel.

Sukhothai ist ein Ort der Stille, an dem der Quell buddhistischer Weltsicht erlebbar wird. Daher kommen viele Mönche zu den Tempelanlagen. Die Mönche gehören in Thailand zum Dorf und zum Tempel, zum Heiligtum und zur großen Stadt. Fast alle jungen Männer tragen für eine Woche oder ein viertel Jahr das orangfarbene Kleid der Mönche.

Sukhothai ist auch berühmt, weil Buddhas Statuen und Bilder bewegter wurden: Buddha sitzt, ruht, steht. Dieser stehende Buddha, ein Attharoth, ist 7m hoch.

Die Buddhaskulpturen in Sukhothai sind bisweilen 14 m hoch - wie am Wat chang Chom.

Die Steine sind verletzt, die Dekorationen beschädigt, die Reliefs zerstört. Als man vor rund 50 Jahren begonnen hatte, die Steinhaufen und Ruinen dem Dschungel zu entreißen, entstanden gepflegte Parklandschaften.

Das Relief mit Buddha's Schülern ist nahezu vollständig erhalten - wenn auch an manchen Stellen verwittert.

Impressionen aus Sukhothai

Zum Königreich Sukhothai gehörten noch die Tempelstädte von Sri Satchanalai - 80 km nördlich - und von Kampen Phet, rund 100 km südlich. Die UNESCO hat alle drei Orte zum Welterbe von Sukhothai erklärt.

Wie in Sukhotai und Sri Satchanalai gab es auch außerhalb der Stadtmauern von Kampeng Phet große Kloster und Tempelanlagen. Das hier ist ein vor 500 Jahren errichtetes Waldkloster, ein wenig versteckt gelegen und ohne die Ästhetik der gepflegten Parks.

Elephanten symbolisieren die gewaltfreie Kultur, die Macht der weisen Herrscher. Deshalb schmücken ihre Statuen und Bilder Tempel, Paläste und heilige Orte. Dies ist der Wat Chang Lom, ein Tempel im Zentrum von Sri Satchanalai. Die Namen der Tempel scheinen geheimnisvoll. Dabei ist der Sinn so einfach: Der Wat Chang Lom ist 'Der Tempel von Elephanten umgeben'.

Die Steine sind verletzt, die Dekorationen beschädigt, die Reliefs zerstört. Als man vor rund 50 Jahren begonnen hatte, die Steinhaufen und Ruinen dem Dschungel zu entreißen, entstanden gepflegte Parklandschaften als Zeugen der großen Geschichte Siams, wie dieses Land im Herzen Hinterindiens noch im Mittelalter hieß. Ein Land, das offen war für die Kulturen der Nachbarn.

Buddha, geborgen und beschützt von der Naga-Schlange. Diebe haben einst Buddha's Kopf abgeschlagen. Welcher Widerspruch: Buddhas Bild zu stehlen, um es zu besitzen! Ihm zu folgen, heißt loslassen, frei werden für die Erleuchtung. Die gleichen Bilder 180 km südlich in Kampeng Phet. Sie sind die eigentlichen Wahrzeichen der großen Tempelstadt - und natürlich der ruhende Buddha.

Die Augen der wachenden Buddhas erzählen, dass hier vielleicht ein chinesischer Künstler am Werk war, so wie die maiskolbenförmigen Türme, die Prangs, die den Khmer Ursprung belegen, die glockenförmigen Chedis hingegen weisen auf Einflüsse des alten Ceylon hin. Das Motiv der Nagaschlange hat seinen Ursprung in Indien.

Die Buddhas schließlich mit ihren lebendigen Körpern und dem hohen Kopfschmuck gehören ganz und gar zur Tradition von Sukhothai. Wie in Sukhotai und Sri Satchanalai gab es auch außerhalb der Stadtmauern von Kampeng Phet große Kloster und Tempelanlagen. Hier die vor 500 Jahren errichteten. Waldklöster, ein wenig versteckt gelegen und ohne die Ästhetik der gepflegten Parks.

Sukhothai ist mit seinen weitgestreuten Tempelanlagen ein Ort der Stille. Jeder Besucher sollte hier unter den unzähligen Statuen und Bildern seinen Buddha finden. Vielleicht trägt er dann im Herzen, was die Welt des Geldes und der Macht erstickt: eine Erinnerung an die Erleuchtung, an Sukhothai, die " Morgenröte der Glückseligkeit".

Buch und Regie:

Thaworn Suknun

Filmmusik & Stab

Musik:
Schätze der Welt I - Vor- und Abspann:
Büdi Siebert

Soundtrack Sukhothai:

Shi-Zhi-You
Buddah and Bonsai: The Unwordly Beauty

Baessenge, Ulrich
Living Buddah: Pilgrim's Arrival
Living Buddah:Karmapa Chenpo
Living Buddah: The Birth
Living Buddah: The Birth


Buch und Regie: Thaworn Suknun
Kamera: Holger Schüppel