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Das Wahl-Spezial in zur Sache Rheinland Pfalz! Sommer der Entscheidung

Alle schauen auf Berlin – wir schauen auf die Entscheider im Land. Wie positionieren sich die rheinland-pfälzischen Spitzenkandidaten der Parteien und welchen Einfluss nehmen sie auf die Bundespolitik? Welche Themen sind den Menschen im Land wichtig und in welchen Orten sind die politischen Hochburgen? Mit einer aktuellen PoliTrend-Umfrage beobachten wir zudem die Wählerstimmung.

Es steht nicht gut um die SPD in diesen Tagen. Der Wahlkampf will nicht so recht zünden. Deswegen setzt Andreas Nahles, die Generalsekretärin aus der Eifel, jetzt auf Tuchfühlung. "Guten Tag, ich komme von der SPD!" Klinkenputzen für den Wahlsieg. Andrea Nahles, die auch Spitzenkandidatin der SPD in Rheinland-Pfalz ist, klappert ihren Wahlkreis im Norden von Rheinland-Pfalz ab.

Sie glaubt fest daran, dass es ihrer Partei und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit dem "Tür-Zu-Tür"-Wahlkampf gelingt, 5 Millionen unentschlossene Wähler zu gewinnen. So wollen die Sozialdemokraten gemeinsam mit den Grünen Kanzlerin Merkel abwählen. Andrea Nahles aus der Eifel ist die oberste Wahlkampfmanagerin der SPD. Sie hat diese Rolle gegen alle Widerstände verteidigt und sich durchgesetzt, als starke Frau zwischen Kanzlerkandidat Steinbrück und Parteichef Gabriel. Die 43-jährige ist es gewohnt, zu kämpfen.

Ihr Wahlkreis zwischen Ahrweiler und Mayen ist seit Jahrzehnten fest in CDU-Hand. Trotzdem begann genau hier ihre politische Karriere mit der Gründung eines SPD-Ortsvereins in Weiler bei Mayen. Trifft Andrea Nahles den Nerv der Wähler? Zur Sache Reporterin Sara Endepols hat die SPD-Generalsekretärin begleitet. 

Die Vertraute der Kanzlerin

Von Helmut Kohl hat sie den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal geerbt, mit Angela Merkel teilt sie sich das Bundeskanzleramt. Maria Böhmer hat den früheren Wahlkreis von Altkanzler Kohl 2009 erstmals für die CDU gewonnen und jetzt sitzt sie als wichtigste Unions-Politikerin aus Rheinland-Pfalz im Zentrum der Macht, direkt bei der Kanzlerin. Seit 2005 ist Maria Böhmer die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, das steht für Böhmer – im Gegensatz zu manch anderem aus ihrer Partei - längst nicht mehr zur Debatte. Kein Wunder: Wer in und für Ludwigshafen Politik macht, erlebt jeden Tag wie sehr Migranten das Leben in Deutschland mitprägen. Doch kann sie die Menschen, für die sie Politik machen will, auch überzeugen? zur Sache Reporter Wolfgang Heintz hat Maria Böhmer in Berlin und in ihrem Wahlkreis begleitet.  

Die roten Rebellen

Alexander Ulrich ist Spitzenkandidat der Partei Die Linke in Rheinland-Pfalz. Der Bundestagsabgeordnete aus Kaiserslautern steht für die Geschichte der Partei im Land. Er ist IG-Metaller und engagierte sich bis zur rot-grünen Sozial- und Arbeitsmarktreform Agenda-2010 in der SPD.

2004 rebellierte er mit der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit, kurz WASG, gegen die Hartz-Gesetze. 2007 vereinigte sich die WASG im Westen mit der PDS im Osten. Bis heute pflegt Die Linke im Bundestag ihr "allein gegen alle"-Image als Oppositionspartei. Das linke Lager ist damit zersplittert.

Die Linke bekommt überwiegend Stimmen von denen, die früher SPD gewählt haben, doch SPD und Grüne wollen mit den Dunkelroten nicht regieren. Stattdessen setzt die SPD selbst wieder auf sozialdemokratische Themen wie Mindestlohn und Reichensteuer. Kann der Politikwechsel "Die Linke" Stimmen kosten? In Rheinland-Pfalz bekommt Alexander Ulrich Unterstützung von Sahra Wagenknecht. Sie soll der Partei im Land mehr Glanz verleihen. Ob sie im Wahlkampf tatsächlich Hallen und Plätze füllt?  

Die Kanzlermacher


Wer bekommt die Mehrheit und stellt damit den Kanzler – das ist die entscheidende Frage bei der Wahl. Kanzlerin Angela Merkel und die CDU/CSU hoffen darauf, dass Koalitionspartner FDP ihr Mehrheitsbeschaffer wird. Doch in der Bevölkerung wird die derzeitige Regierungskoalition kritisch gesehen.

Nur 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie es gut fänden, wenn die FDP an der nächsten Bundesregierung beteiligt wäre (Infratest dimap-Umfrage, 1.8.2013). Vor der Wahl 2009 hatten sich noch 51 % für eine Regierungsbeteiligung der Liberalen ausgesprochen. Die Grünen hingegen haben sich klar zu einer Koalitionsaussage mit der SPD bekannt, obwohl fast die Hälfte (45 Prozent) der Grünenanhänger Angela Merkel als Kanzlerin behalten will (Forsaumfrage, 13.8.2013).

Für eine rot-grüne Mehrheit sieht es aber nach den Umfragewerten düster aus. Ein Regierungswechsel wäre also nur gemeinsam mit der Linkspartei möglich. Das hat Kanzlerkandidat Peer Steinbrück aber bisher ausgeschlossen. Wie gehen die Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz mit ihrer Steigbügelhalterrolle um? Wir begleiten Tabea Rößner (Bündnis 90/Grüne) bei ihrem Wahlkampf.


"Die Kanzlermacher" - FDP


Schon einmal hat die FDP Angela Merkel zur Kanzlerschaft verholfen. Und genau das wollen die Liberalen nach der Bundestagswahl wiederholen. Auch Volker Wissing, der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen FDP, setzt voll auf das Bündnis mit der Union. Er lässt keinen Zweifel gelten, dass seine Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnte. Dafür kämpft er.

Im einstigen FDP-Stammland ist die FDP bei den Landtagswahlen aus dem Parlament geflogen. Diese Niederlage will der FDP-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, Volker Wissing, jetzt wett machen. Tilo Bernhardt war mit dem Wahlkämpfer in der Pfalz unterwegs.

PoliTrend – wird es nochmal spannend?

dasfasd

Politik mit Herzblut in den rheinland-pfälzischen Parteihochburgen

Was haben Meerfeld in der Eifel und Geilnau an der Lahn gemeinsam? Sie haben rekordverdächtige Wahlergebnisse eingefahren: die Geilnauer für die SPD, die Meerfelder für die CDU. In beiden Orten fiebern engagierte Ehrenamtliche dem Ergebnis der Bundestagswahl ganz besonders entgegen. Für die Berichterstattung zur Bundestagswahl 2013 sind SWR Fernsehen, Hörfunk und Internet in den traditionellen Hochburgen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linken unterwegs. Denn, wenn Deutschland wählt, schauen wir ins Land.

Im "zur Sache-Regional-Check" analysieren wir, wer wo die Nase vorn hat - und warum. Quer durch das Land berichten Reporter aus der Eifel, aus Rheinhessen, von der Lahn und aus der Pfalz. Den Auftakt dazu gibt es in zur Sache Rheinland-Pfalz! am 5. September und am 12. September 2013. Dann geht’s um die Fragen: Warum kann eine Partei in einem Ort besonders punkten? Welche Themen sind den Menschen an der Partei-Basis in Rheinland-Pfalz besonders wichtig?

Und: Wie versuchen sie kurz vor der Wahl für ihre Partei nochmal so richtig zu mobilisieren? Eine spannende politische Rheinland-Pfalz-Rally mit Ziel-Einlauf am 22. September. Dann wird das SWR Fernsehen auch in seinen Sondersendungen am Wahlabend über die Stimmung aus den Parteihochburgen berichten.

22. September 2013: SWR – Die Wahl bei uns: Die Entscheidung: 17.45 Uhr, 18.15 Uhr, 21.00 Uhr und 22.05 Uhr