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SENDETERMIN So, 21.10.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Südamerika: Bolivien Potosí

Das Silber des Teufels

Potosí ist ein lebendiges Erbe der Menschheit. Es besteht aus einem kegelförmigen Berg in den Anden Boliviens, in dem es einmal die reichsten Silberminen der Welt gab.

Verseuchte Gewässer

Verseuchte Gewässer

Am Fuß des Berges befindet sich die Stadt Potosí mit einem kunstvollen Bewässerungssystem und Aufbereitungsanlagen für das Silbererz. Im 17. Jahrhundert war die Blütezeit dieser Stadt. Da war Potosí wegen seines Silbers so bedeutend wie London, Paris oder Berlin.

1987 hat UNESCO die Stadt Potosi zum Kulturdenkmal ernannt.

1987 hat UNESCO die Stadt Potosi zum Kulturdenkmal ernannt.

Dieser Prunk der Kolonialherren kann nicht erhalten werden, die Stadt verfällt langsam. Auch wenn es hier keine Zwangsarbeit mehr gibt, suchen jeden Tag 4000 Indios auf primitive Weise nach den Resten von Silber, Zinn und Blei, denn eine andere Arbeit gibt es hier für sie nicht.

Der Teufel - der Schutzpatron der "mineros" - erzählt im Film die traurige Geschichte von Potosí und seinem einst so reichen Berg, von der Zwangsarbeit unter Tage, er führt durch Stadt und begleitet zu einem Fest, auf dem die Indios ihrer Mutter Erde, ihrer Gottheit Pachamama ein weißes Lamm opfern.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Potosí; Stadt und Silberminen
Unesco-Ernennung: 1987
10.4.1545
Stadtgründung
1553
Ernennung zur Villa Imperial
1572
Baubeginn Casa Real de la Moneda
1590
Bau von San Bernardo
1611
Einwohnerzahl von 150000, neben London eine der größten Metropolen
1685
Gründung des Karmeliterklosters Santa Teresa
1705
Neubau der Kirche La Compañía
Erweiterung des 1547 gegründeten Convento de San Francisco
1728-44
San Lorenzo
1773
Vollendung des Neubaus der Casa Real de la Moneda (Königliche Münze)
1809-36
Kathedrale
1825
Unabhängigkeit Boliviens
1952
Verstaatlichung des Bergbaus, Gründung der Corporación Minera de Bolivia
1985
Übernahme der Schürfrechte im Cerro Rico durch 45 Kooperativen
1990
Restaurierung von San Lorenzo


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