Weltwassertag 2017

Kann man Regenwasser trinken?

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Viele meinen, dass es sich bei Regenwasser um besonders sauberes und damit besonders gesundes Wasser handelt. Eignet sich das kostenlose Nass aber tatsächlich als Trinkwasser?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Man kann Regenwasser zwar trinken, aber man sollte es lieber nicht tun. Einen gesunden Menschen haut ein Glas Regenwasser vermutlich nicht gleich um, aber ein Wellness-Drink ist es eben auch nicht. Das hat damit zu tun, dass der Weg, den das Wasser zurücklegt, lang und schmutzig ist: Aus Bächen, Flüssen oder Seen verdunstet das Wasser, steigt zum Himmel auf, kühlt dort ab, kondensiert und fällt als Regen wieder zu Erde.

In der Luft kommen die Tropfen in Kontakt mit verschiedenen Schadstoffen: mit Feinstaub, Abgasen und Bakterien. Wenn der Regen auf unser Hausdach fällt und über die Regenrinne abfließt, nimmt er auch noch schmutziges Laub und Vogelkot mit - samt Fäkal-Keimen. Was unten in der Regentonne ankommt, ist also oft nicht so appetitlich.

Mit Leitungswasser kann Regenwasser nicht mithalten

Trinkwasser (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Trinkwasser aus dem Hahn ist deutlich sauberer und gesünder. Foto: Colourbox.de -

Besser nicht trinken sollte man auch das Wasser aus Flüssen oder Seen, zum Beispiel beim Baden. Sollte man in der freien Natur in eine Notsituation geraten und keinen Wasserfilter parat haben, ist Regenwasser immer noch die gesündere Alternative im Vergleich zu unbekannten oder unsicheren Wasserquellen.

Trinkwasser aus dem Hahn ist viel hygienischer. Die Wasserbetriebe müssen strenge Grenzwerte einhalten. Und Trinkwasser enthält mitunter sogar Mineralstoffe wie Calcium oder Magnesium. Die machen zwar hässliche Kalkflecken auf den Armaturen im Bad, sind aber gesund. Da kann Regenwasser nicht mithalten.
Zudem ist Regenwasser in Deutschland als Trinkwasser nicht zugelassen. Will man es als Brauchwasser nutzen, muss es durch ein vom Trinkwasser getrenntes Leitungssystem geführt werden.

Ideal als Brauchwasser und zur Gartenbewässerung

Regenwasser darf im Haus verwendet werden, um die Toilettenspülung zu betreiben und die Waschmaschine zu versorgen. Ideal lässt es sich auch im Garten nutzen. Denn für Pflanzen ist Regenwasser in der Regel besser als Leitungswasser, und kostengünstig ist es obendrein. Doch auch hier gilt es, einige Dinge zu beachten.

Eine offene Tonne ist zwar eine Möglichkeit, häufig aber eine regelrechte Mückenzuchtstation. Sauberer sind hingegen geschlossene Systeme, die durch das Fallrohr der Gartenhütte oder des Hausdachs gespeist werden. Sparen lässt sich durch die Regenwassernutzung doppelt, denn jeder Hausbesitzer zahlt auch Regenabwassergebühr, und je nach Regenwasserspeichergröße kann man davon komplett befreit werden.

Stefanie Peyk, SWR-Umweltredaktion | Online: Stefan Heinz

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