STAND

Wie vom Erdboden verschluckt, untergetaucht, spurlos verschwunden – es gibt viele Gründe, warum Menschen von heute auf morgen nicht mehr in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Jedes Jahr gehen bei der Polizei etwa 100.000 Vermisstenanzeigen ein. Die Hälfte davon kommt zwar bereits nach einer Woche wieder nach Hause, doch etwa drei Prozent der Vermissten tauchen auch nach einem Jahr nicht auf. War es ein Verbrechen? Ein Unglück? Vielleicht eine Entführung? Möglicherweise Selbstmord? Oder war es ein ganz bewusstes Abtauchen aus dem alten Leben?

Für die Angehörigen bleiben unendliche schlaflose Nächte mit endlosen Fragen. Die Ungewissheit und Verzweiflung über das plötzliche Verschwinden, das Hoffen und Bangen um den geliebten Menschen - ab diesem Zeitpunkt besteht das Leben der Angehörigen nur noch aus Unsicherheit, Selbstvorwürfen und Hoffnung auf Antworten. Sehr oft fühlen sie sich hilflos und von den Behörden verlassen. Denn wenn es keine konkreten Hinweise auf ein Kriminaldelikt gibt, wird von der Polizei keine Fahndung eingeleitet und der Fall nicht weiter verfolgt.

Was den Zurückgelassenen bleibt, sind die Fragen, auf die sie nie eine Antwort erhalten: Was genau ist geschehen, was könnte ich übersehen haben, warum habe ich überhaupt nichts bemerkt? Diese Ungewissheit reißt tiefe Wunden und hinterlässt ein Leben lang schreckliche Narben auf der Seele.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
22:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Sabine Zunker, ihr Stiefvater wurde tot geborgen, Mutter und Schwester sind verschollen
Beate Soller, ihr Vater wurde vermutlich vom Geheimdienst entführt und ermordet
Armin Disch, seine Frau verschwand im Herbst 2016 spurlos
Prof. Dr. Rita Rosner, Psychotherapeutin und Trauerexpertin
Brigitte Teuber, traf ihre Schwester nach 65 Jahren wieder
Axel Petermann, Profiler und langjähriger Kriminalkommissar

Redaktion: Karen Rentsch (Chefin vom Dienst), Nadine Ackermann, Simon Götz, Martin Klein, Claas Collet

STAND
AUTOR/IN