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Eltern wollen nur das Beste für ihren Nachwuchs. Dafür geben sie alles. Doch manchmal treiben diese Bemühungen absurde Auswüchse. Egal ob zu viel oder zu wenig – bei der Erziehung können Mütter und Väter so einiges falsch machen. Was brauchen Kinder wirklich für einen guten Start ins Leben?

Bei frischgebackenen Eltern dreht sich erst einmal alles um das Kind. Ganz normal, so braucht ein Baby doch extrem viel Zuwendung und Schutz. Was aber, wenn dieses ständige Kreisen um das Kind nicht nachlässt?

Sogenannte Helikoptereltern wollen mit einer Erziehung nach dem Motto: Fördern, fördern und nochmals fördern ihre Kleinen bereits im frühsten Alter auf Konkurrenzkampf und Erfolgs­druck im Leben vorbereiten: Schon Kindergartenkinder lernen Chine­sisch, bringen Leistung in Ballett oder Fußball und erhalten Geigen-, Klarinetten- und Klavierunterricht. Aus Hobbies wird Ernst. Dürfen Kinder da noch Kinder sein?

Andere Eltern wollen die lieben Kleinen vor allen erdenklichen Gefahren beschützen. Über-Väter und Super-Mütter chauffieren Söhnchen und Töchterchen, packen sie in Watte und verlangen dieselbe Aufmerksamkeit von Kinder­gärtnerin und Grundschullehrer. Was gut gemeint ist, führt schnell zu Überbehütung, zu Erdrückung mit einem zu viel an Fürsorge und Kontrolle.

Die Kinder werden behan­delt wie kleine Könige und Königinnen, Wünsche werden von den Lippen abgelesen – und selbstverständ­lich müssen sie nichts tun, worauf sie keine Lust haben. Doch wie sollen unsere Jüngsten für die Heraus­forderungen des Lebens gewappnet sein, wenn sie keine Freiräume bekommen, wenn sie keine eigenen Erfahrungen und keine Fehler machen dürfen?

Für das eigene Kind alles zu geben, das kann aber auch in dramatischem Sinne etwas ganz anderes bedeuten: Im Fall einer schweren Krankheit kämpfen Eltern mit beeindruckendem Einsatz und enormer Kraftanstrengung unermüdlich für die richtige Behandlung und um das Leben ihres Kindes.

Wo liegt die Grenze zwischen gesunder Sorge und Behütung auf der einen und übertriebener Fürsorge auf der anderen Seite? Wie viel Freiheit brauchen Kinder und wie viele Grenzen sind nötig?

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Redaktion: Sarah Dierks (Chefin vom Dienst), Barbara Christoffers, Annette Fischer-Dietrich, Matthias Göttfert, Sven Hauser, Martin Klein

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