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Gesellschaftliche Erwartungen, Leistungsdruck im Beruf oder Spannungen in Familie und Partnerschaft. Wir alle fühlen uns manchmal überfordert und geraten in Stress. Aber wann ist man nur erschöpft oder überarbeitet – und ab wann wird es gefährlich?

Dass Stress auch zur quälenden Dauerbelastung werden kann und krank macht, ist in aller Munde. Und doch tappen wir alle immer wieder in die Falle und finden uns im Hamsterrad wieder. Denn die ersten Alarmsignale werden leider häufig übersehen oder auch ganz bewusst ignoriert.

Funktionieren müssen, ständig unter Strom stehen, nie zur Ruhe kommen, permanent an die eigenen Belastungsgrenzen gehen – und darüber hinaus. Die Folgen im schlimmsten Fall: Der totale Zusammenbruch, Burnout.

Doch was hilft gegen Stress? Wie können wir vorbeugen? Und wie mit Stress umgehen lernen? Und ist Stress wirklich immer so negativ? Oder ist er nicht manchmal auch hilfreich, liefert uns Energie und lässt uns Dinge schaffen, die zunächst unmöglich scheinen?

Die Gäste:

Andrea Kunz

Portrait von Andrea Kunz (Foto: SWR, SWR - Tom Oettle)
Andrea Kunz SWR - Tom Oettle

Mit all ihrer Kraft kümmerte sich Andrea Kunz als Krankenschwester in leitender Position um ihre Patienten. Doch 24-Stunden-Schichten und der große persönliche Einsatz über die Grenzen des eigenen Körpers hinaus forderten ihren Tribut: „Ich wusste keinen Ausweg mehr.“ – Diagnose: Burnout. Ein steiniger Weg lag vor ihr, bis sie eine neue Berufung fand.

Axel Allion

Portrait von Axel Allion (Foto: SWR, SWR - Tom Oettle)
Axel Allion SWR - Tom Oettle

Auch Axel Allion schuftete, bis sein Körper die Notbremse zog. Bis zu 16 Stunden täglich nahm ihn die Arbeit in Anspruch, doch der Erfolg gab ihm Recht: „Das viele Geld, das Lob, das man erfährt, wenn man erfolgreich ist, das ist wie eine Droge.“ Umso tiefer dann auch sein Fall: Nach dem Zusammenbruch versuchte er in seiner Verzweiflung, sich das Leben zu nehmen.

Meinrad Schmiederer

Portrait von Meinrad Schmiederer (Foto: SWR, SWR - Tom Oettle)
Meinrad Schmiederer SWR - Tom Oettle

„Positiver Stress ist für mich Energie, das ist wie Urlaub für andere!“, sagt Meinrad Schmiederer. Der Unternehmer erfüllte sich mit viel Arbeit seinen Kindheitstraum: ein eigenes Luxushotel. Lange Arbeitstage sind für ihn eine Selbstverständlichkeit, Auszeiten vom Berufsalltag stressen ihn eher, als dass sie ihm Erholung geben.

Tanja Bräutigam

Portrait von Tanja Bräutigam (Foto: SWR, SWR - Tom Oettle)
Tanja Bräutigam SWR - Tom Oettle

Arbeitstage, die nicht enden wollen, kennt Tanja Bräutigam zu gut: Denn als Mutter gibt es für sie keinen Feierabend. Familienmanagement rund um die Uhr, Schlafentzug und Überforderung führten zur totalen Erschöpfung, so dass sie sich zu einem radikalen Schritt entschied. Denn ihr war klar: „Wenn du dich jetzt nicht um dich selbst kümmerst, geht hier gar nichts mehr!“

Katja Kipping

Portrait von Katja Kipping (Foto: SWR, SWR - Tom Oettle)
Katja Kipping SWR - Tom Oettle

Katja Kipping steht als Bundestagesabgeordnete und Bundesvorsitzende der Partei Die Linke ständig unter Strom. Auch deshalb ist ihr regelmäßige Zeit für die Familie wichtig, um sich Freude am Beruf zu bewahren. „Ich glaube nicht, dass es der Politik gut tut, wenn die Spitzenpolitiker sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag gedanklich nur mit Politik beschäftigt sind.“

Dr. Mazda Adli

Portrait von Dr. Mazda Adli (Foto: SWR, SWR - Tom Oettle)
Dr. Mazda Adli SWR - Tom Oettle

Als Psychiater und Stressforscher weiß Dr. Mazda Adli: „Stress macht dann krank, wenn er chronisch wird.“ Aus jahrelangen Erfahrungen seiner praktischen Arbeit kann der Stressexperte berichten, wie man sich vor permanenter Überlastung schützen kann, welchen Einfluss das Leben in der Stadt auf unseren Stresslevel hat und welche Auswege es aus dem Hamsterrad gibt.

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