gallery-swr-L4JT7 (Foto: SWR, SWR - Baschi Bender)

Sendung vom 25.Oktober 2019 Die Gäste vom 25. Oktober 2019

NACHTCAFÉ - Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher

Kaum etwas ist mit so vielen Fragen, Sorgen und Ängsten verbunden wie das Sterben. Und kaum etwas löst in den Menschen so tiefen Schmerz und so große Trauer aus. Gleichzeitig wird wenig darüber gesprochen. Das Beschäftigen mit dem Tod wird verdrängt und hinausgezögert. Wie gelingt es, den Tod anzunehmen und ihm den Schrecken zu nehmen?

Der Tod und die Angst vor ihm, das sind große Themen, die alle Menschen umtreiben. Und trotzdem oder gerade deshalb ist der Tod ein Tabu in der Gesellschaft. In Familien wird darüber geschwiegen und Entscheidungen, die getroffen werden müssen, werden lange aufgeschoben. Dabei gehört der Tod zum Leben. Nichts ist gewisser als der Tod, so heißt es. Nimmt es den Menschen die Angst, wenn sie sich frühzeitig mit ihm beschäftigen? Das Testament schreiben, eine Patientenverfügung aufsetzen, die eigenen Wünsche für Bestattung und Trauerfeier festlegen, so lange man selbst darüber entscheiden kann. Vor allem den Angehörigen wird damit eine große Last von den Schultern genommen.

Die meisten mussten bereits erleben, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren. Sie haben Trauer und Schmerz erfahren und wissen, wie unmöglich es scheint, mit dem Verlust zu leben. Viele Menschen haben Angehörige beim Sterben begleitet. Die alte Mutter oder den schwer kranken Ehemann gepflegt und dem geliebten Menschen bei den letzten Schritten aus diesem Leben zur Seite gestanden. Was bedeutet diese Erfahrung für den eigenen Blick auf das Sterben? Und wie erleben das Menschen, die beruflich vom Tod umgeben sind? Schauen Palliativmediziner, Sterbebegleiter und Pfleger im Hospiz mit weniger Sorge auf das Sterben und auf den eigenen Tod?

Immer wieder sagen Menschen, sie fürchten den Tod weniger als das Sterben. Denn da ist die Angst, dass Schmerzen, Leid und Einsamkeit am Lebensende warten. Für einige Menschen, die schwer krank sind und ihr Ende vor Augen sehen, ist es daher wichtig, würdevoll und selbstbestimmt sterben zu dürfen. Sie wünschen sich selbst zu entscheiden, wann und wie sie gehen.

"Sterben - wie damit leben?", das ist das Thema am 25. Oktober 2019 bei Michael Steinbrecher im "NACHTCAFÉ".

Dauer

Sabine Mehne, hat sich dazu entschieden, ihr Leben durch Sterbefasten selbstbestimmt zu beenden
Stefanie Gillbricht, die 22-Jährige musste lernen, mit dem plötzlichen Tod ihrer Mutter zu leben
Walter Schulte, spielt seit dem Tod seiner Frau ehrenamtlich für Hospizbewohner Klavier
Rahel Cramatte, begleitete ihre dreijährige Tochter, die am seltenen Bloom-Syndrom litt, beim Sterben
Dr. Georg Pieper, Psychologischer Psychotherapeut

Redaktion: Sarah Dierks (Chefin vom Dienst), Barbara Christoffers, Annette Fischer, Matthias Göttfert, Martin Klein, Sven Hauser, Marie-Luise Burgdorff

Literatur:   

Sabine Mehne

Ich sterbe, wie ich will – Meine Entscheidung zum Sterbefasten

Ernst Reinhardt Verlag, 2019 

Sabine Mehne

Der große Abflug – Wie ich durch meine Nahtoderfahrung die Angst vor dem Tod verlor

Patmos Verlag, 2016 

Dr. Georg Pieper

Wenn unsere Welt aus den Fugen gerät – Wie wir persönliche Krisen bewältigen und überwinden

btb, 2014 

Dr. Georg Pieper

Die neuen Ängste. Und wie wir sie besiegen können

Knaus, 2017

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