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Sendung am 22.07.2022

Lärm, Krach, Radau - wie viel halten wir aus?

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Ob Autos, laute Nachbarn oder Partyböller – der Lärm in unserem Alltag strapaziert oft unsere Nerven. Wenn der Krach dann auch noch zum Dauerzustand wird, kann dieser ernste Folgen haben und krank machen.

Die Gäste bei Michael Steinbrecher:

Shirin Soraya

Shirin Soraya (Foto: SWR)

Stille kennt Shirin Soraya nicht - seit fast 16 Jahren hat die Schauspielerin einen Tinnitus. Tagaus, tagein wird sie von dem nervenaufreibenden Geräusch begleitet, das sie zur Verzweiflung trieb: „Ich konnte nicht mehr schlafen, ich konnte überhaupt nichts mehr machen. Ich habe nur gedacht: Das muss weggehen!“ Nachdem zahlreiche Therapien keine nachhaltige Besserung brachten, hat sie gelernt, den Tinnitus als guten Freund zu betrachten.
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Rosi Schneider

Rosi Schneider (Foto: SWR)

Das Backsteinhaus von Rosi Schneider könnte ein idyllischer Ort sein, wären da nicht die Züge. Rund 250 Eisenbahnen brettern täglich an dem Grundstück im Mittelrheintal vorbei. Mittlerweile plagen die Rentnerin etliche gesundheitliche Probleme, die sie auf den Lärm zurückführt. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht: „Man hat einfach das Gefühl, dass das nicht wahr sein kann. Der Staat müsste seine Bürger ja eigentlich vor Lärm schützen.“
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Denise Dachs

Denise Dachs (Foto: SWR)

Kauen, Schlucken, Tütenrascheln: Es sind alltägliche Geräusche, die Denise Dachs quälen. Seit ihrer Kindheit leidet sie an einer extremen Geräuschempfindlichkeit. Wenn es zu viel wird, reagiert sie mit Tics: „Ich habe Kopfzucken, ich schnipse und dann fang ich auch an mit Treten.“ Manchmal wird die junge Frau sogar ohnmächtig oder muss sich erbrechen. Verständnis haben nur wenige Menschen in ihrem Umfeld, und erst seit kurzem weiß sie, was sich hinter ihrem Leiden verbirgt.
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Jan-Eric Kaiser

Jan-Marc Kaiser (Foto: SWR)

Wummernde Bässe waren lange Zeit ein wichtiger Teil im Leben von Jan-Eric Kaiser. Als Techno-DJ beschallte er über 15 Jahre lang sich selbst und das Partyvolk in Clubs: „Es wurde immer intensiver und länger – und der Preis wurde höher. Man brauchte von Montag bis Mittwoch, um sich körperlich davon zu erholen.“ Heute hat er dem exzessiven, lauten Partyleben den Rücken gekehrt und als Yogalehrer die Stille für sich entdeckt.
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Christoph Egerding-Krüger

Christoph Egerdig-Krüger (Foto: SWR)

Grölen, kreischen, pöbeln – wenn in der Heidelberger Altstadt gefeiert wird, ist für Christoph Egerding-Krüger an erholsamen Schlaf nicht zu denken. „Kein Wochenende mehr ohne diese ausufernden Partys. Das ist wie Ballermann“, klagt der pensionierte Schulleiter. „Ich bin kein Spießer. Wenn man aus dem Rheinland kommt, dann versteht man es zu feiern“, sagt er. Doch dieser Radau geht ihm zu weit. Darum kämpft er seit Jahren mit einer Bürgerinitiative für mehr Ruhe.
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Prof. Marc Schönwiesner

Prof. Marc Schönwiesner (Foto: SWR)

Prof. Marc Schönwiesner weiß, welche verheerenden Folgen Lärm für uns haben kann. Der Neurobiologe von der Universität Leipzig erforscht, wie wir Geräusche wahrnehmen und was sie in uns bewirken. Was als Lärm empfunden wird, ist mitunter sehr unterschiedlich: „Da geht es nicht um die Lautstärke, sondern um die Qualität und Beschaffenheit.“ Ein lauter Wasserfall wird oft als angenehm empfunden, während das Aneinanderreiben von Metall viele erschaudern lässt.
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SWR Fernsehen