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Mückenschwärme tauchen derzeit gleich in Massen auf, etwa wenn man am Rheinufer entlang spaziert, eine Runde um den See dreht oder im Garten. Was fliegt da? Und ist das gefährlich?

Es sind harmlose Zuckmücken, die da in wolkenartigen Schwärmen vortanzen. Eine Horde von Mückenmännchen, die im Schwarm immer rauf und runter fliegen – wie eine Mücken-Laola – und das nur auf der Suche nach einem Weibchen. Die weiblichen Mücken kommen nicht im Schwarm, sie fliegen solo.

Zuckmücken umschwärmen ein Kind (Foto: Imago, imago stock&people)
Ein ungefährlicher Insektenschwarm für Menschen: Ein Schwarm von Zuckmücken umschwärmt ein Kind. Imago imago stock&people

Sieht aus wie Stechmücken – sind aber keine

Man kann ruhig in der Nähe stehenbleiben und sich das Spektakel anschauen. Sie sehen zwar ein bisschen so aus wie Stechmücken, aber Zuckmücken stechen nicht und beißen nicht. Dazu haben sie gar nicht das passende Mundwerkzeug. Sie sind keine Blutsauger, sondern ernähren sich von Pflanzensäften und Nektar.  

Mückenschwärme als Wetterfrösche

Für uns Menschen sind Zuckmücken so etwas wie eine Wettervorhersage: Ist es warm und windstill, findet der Schwarmtanz eher in großen Flughöhen statt. Ist es kühler oder windiger gibt es die Mücken-Laola auf Augenhöhe.

Zuckmücken: Futter für Vögel und Fische

Dann sind aber auch die Schwalben entsprechend als Tiefflieger unterwegs – Zuckmücken gehören zu ihrer Hauptmahlzeit. Spinnen, Mauersegler, Meisen oder Fledermäuse, sie alle ernähren sich von den kleinen Mücken und füttern damit auch gerne ihre Jungen.

Die Larven der Mücken sind wichtiges Futter für viele Fischarten. Sie werden im Gewässer groß und fressen dort organische Partikel und Algen – sie putzen uns also sozusagen den See. Für 5 Euro gibt es 20 Gramm Zuckmücken-Larven sogar zu kaufen, weil Angler damit auch gerne die Fische anfüttern.

Rote Larven der Zuckmücke im Wasser sind Fischfutter (Foto: Imago, imago/blickwinkel)
Die Larven der Zuckmücken sind auch Futter für Fische – oder Köder für Angler. Imago imago/blickwinkel

Warum die Zuckmücke Zuckmücke heißt

Es gibt zig verschiedene Arten von Zuckmücken: Die einen schwärmen im Frühling, andere im Sommer oder Herbst – so dass sie uns letztlich das ganze Jahr etwas vortanzen.

Tanzmücke, Schwarmmücke – die Namen sind damit erklärt. Zuckmücke heißt sie, weil sie die Füße nicht stillhalten kann. Oder genauer: Ihre Vorderbeine sind immer zuckend in Bewegung, selbst wenn die Mücke ruhig dasitzt. Warum sie so zuckt, das weiß man allerdings immer noch nicht. 

Zuckmücken (Chironomidae), auch bekannt als Tanzmücke oder Schwarmmücke, sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera). (Foto: Imago, imago/imagebroker)
Die Zuckmücke ist Nahrung für Vögel, von ihren Larven im Wasser ernähren sich Fische. Imago imago/imagebroker

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