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Online-Einkaufen ist für Viele Alltag. Bei Lebensmitteln allerdings taten sich die Deutschen mit dem Internet-Einkauf lange schwer. Doch die Corona-Pandemie hat auch das verändert.

Vorreiter war Rewe: Die Kölner Supermarktkette, immerhin Nummer vier der Lebensmittelhändler in Deutschland, war bundesweit eine der ersten, die vor zehn Jahren ins Online-Geschäft einstieg und den Internethandel mit Lebensmitteln über ihren Rewe-Lieferservice anbot. Andere wie Edeka, Real oder Kaufland folgten. Doch es blieb lange Zeit ein Nischengeschäft, mit dem die Supermarkt-Ketten und Discounter eher rote als schwarze Zahlen schrieben.

Online-Lebensmittelhandel hat sich seit Corona verdoppelt

Seit vier Jahren aber wächst der Markt mit Online-Lebensmitteln kontinuierlich, hat sich die Menge der übers Netz gehandelten Lebensmittel verdreifacht. Die Corona-Krise hat diese Entwicklung zusätzlich beflügelt: Denn viele Verbraucher scheuen den Gang zum Supermarkt und entdecken die Onlinehändler nun für sich. Der Marktanteil der Online-Lebensmittel hat sich seit dem Beginn der Pandemie nahezu verdoppelt - wenn auch auf immer noch bescheidene zwei bis drei Prozent vom gesamten Lebensmittelgeschäft.

Kunden müssen wegen hoher Nachfrage länger warten

Wegen der stark gestiegenen Nachfrage müssen die Kunden jetzt aber bis zu sechs Tage auf ihre Lebensmittel-Lieferung warten. Denn die Logistik-Strukturen sind bislang nahezu unverändert. Das ist besonders ungünstig bei frischen Lebensmitteln. Denn mit ihnen gehen die Kunden ein Risiko ein: Für leicht verderbliche Ware gibt es im Online-Handel nämlich kein Rückgaberecht. Man kann Ersatz verlangen - ob man ihn bekommt, ist fraglich. Auch Kühlketten für Fleisch und Fisch funktionieren nicht immer optimal, das haben Tests ergeben.

Eine Kiste mit Gemüse wird am 05.07.2016 in Mauer (Baden-Württemberg) neben dem auf einem Lieferwagen angebrachten Schriftzug «Lieferservice» gehalten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)
Aus ökologischer Sicht ist die Lieferung von regionalen Bio-Lebensmitteln in der Mehrweg-Box besser. picture alliance / dpa

Aus ökologischer Sicht bleibt manches fragwürdig

Weitere Minuspunkte des Einkaufs im Internet: Der Pakethandel mit Lebensmitteln verursacht viele zusätzliche Transporte und vor allem Unmengen an zusätzlichem Verpackungsmüll, denn Mehrweg-Frische-Pfandboxen bleiben die Ausnahme.

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Regional nachhaltiger einkaufen

Nachhaltiger sind lokale Anbieter, kurze Wege und frische Produkte aus der Region. Der Klassiker: die Gemüse-Kiste im Abo. Dabei bucht man online ein Sortiment - zum Beispiel für drei Personen - und bekommt jede Woche frisches Obst und Gemüse frei Haus geliefert, oft sogar in Bio-Qualität oder aus solidarischer Landwirtschaft und fast immer in einer umweltfreundlichen Mehrweg-Pfandkiste.

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