Zecke wird mit einer Zeckenzange entfernt (Foto: Getty Images, iStockphoto)

Schnell sein, aber nicht quetschen!

Zecken richtig entfernen

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Dorothée Panse

Hat man eine Zecke auf der Haut entdeckt, sollte man zügig, aber nicht überstürzt handeln: Die Zecke darf nicht gequetscht werden! Unsere Tipps zeigen, wie man am besten vorgeht.

Die einzige der durch Zecken übertragenen Krankheiten, der man mit einer Impfung vorbeugen kann, ist die FSME. Für alle anderen dieser Infektionskrankheiten gilt: Nach Aufenthalt in Wald, Feld und Garten sich selbst und Familienmitglieder gründlich nach Zecken absuchen, um sich vor einem Zeckenstich zu schützen. Gerade Menschen in Baden-Württemberg sollten Ihre Haut nach dem Aufenthalt in der Natur aufmerksam absuchen, denn hier sind Zeckenarten wie der Gemeine Holzbock oder die Auwaldzecke besonders stark verbreitet. Und wenn ein Parasit bereits zugebissen und sich festgesogen hat, sollte man ihn schnellstmöglich entfernen.

Gut zu wissen: Hat eine infizierte Zecke zugestochen, ist die wichtigste Regel, die saugende Zecke möglichst schnell zu entfernen, denn die meisten Krankheitserreger werden erst nach einer gewissen Saugdauer auf den Wirt übertragen.

Tipp: Wer sich nicht imstande fühlt, eine Zecke selbst zu entfernen, kann auch einen Arzt aufsuchen.

Denn im Darm der Zecke sitzen Borrelien. Bis sie die Mundwerkzeuge des kleinen Blutsaugers erreichen und in das Blut ihrer Opfer gelangen, dauert es mindestens sechs Stunden, in der Regel länger. Wird die Zecke vorher entfernt, besteht bei Borreliose kaum Ansteckungsgefahr.

Aber Vorsicht: Wenn man die Zecke beim Entfernen quetscht, dann drückt man den gesamten Darminhalt samt Borrelien in den Körper des Gestochenen.

Die FSME-Viren dagegen werden direkt beim Stich übertragen, da sie nicht im Darm sondern im Speichel der Zecke sitzen. Deshalb ist Schnelligkeit beim Entfernen wichtig und eine zeitnahe und gründliche Desinfektion der Wunde.

Die folgenden Tipps helfen dabei:

  • Befindet sich die Zecke an einer schwer zugänglichen Stelle wie dem Kopf oder dem Rücken, lassen sie sich von einer zweiten Person helfen.
  • Entfernen Sie die Zecke möglichst rasch mit einer Pinzette oder einem Zeckenentfernungsinstrument. Die gängigsten davon sind die Zeckenkarte, die spezielle Zeckenpinzette, das Zeckenlasso und die Zeckenschlinge.
  • Besonders praktisch an der Zeckenkarte: An ihrem oberen Ende befindet sich eine Lupe, an der unteren Seite eine v-förmige Auslassung, mit der die Zecke gegriffen und leicht und sicher entfernt werden kann.
  • Fassen sie die Zecke dabei so nah wie möglich an der Haut (niemals am vollgesogenen Körper!).
  • Ziehen Sie das Tier mit dem Hilfsmittel Ihrer Wahl vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus, ohne es zu drehen. Vermeiden sie dabei ruckhafte Bewegungen.
  • Achten Sie darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird. Hierdurch könnte mit Krankheitserregern infizierter Speichel oder Darminhalt vermehrt oder schneller übertragen werden.
  • Bedecken Sie die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff, Desinfektionsmittel oder Nagellack. Auch dies erhöht das Risiko einer vermehrten oder beschleunigten Übertragung von Krankheitserregern, da die Zecke sich bei Stress in den Körper des Wirts übergibt.
  • Desinfizieren Sie die Pinzette und die Wunde, die der Zeckenstich hinterlassen hat, nach der Entfernung sorgfältig und lassen Sie die Einstichstelle gegebenenfalls von Ihrem Arzt untersuchen.
  • Tipp: Um sicher zu gehen, dass Sie den Blutsauger töten und er nicht mehr gefährlich werden kann, zerquetschen Sie ihn mit einem festen Gegenstand.
  • Suchen Sie auf jeden Fall eine kinderärztliche Praxis auf, wenn Ihr Kind nach einem Zeckenstich allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit zeigt.
  • Auch bei erwachsenen Menschen ist ein Arztbesuch beim Auftreten dieser Krankheitssymptome ratsam.
  • Charakteristisch für eine Borrelien-Infektion ist die sogenannte Wanderröte: eine sich ringförmig ausbreitende Rötung mit blassem Mittelfeld, die an der Einstichstelle, aber auch an anderen Körperstellen auftreten kann. Wer sie bekommt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen.
  • Und Achtung: Die Wanderröte kann auch noch Wochen später auftreten, es empfiehlt sich daher, die Einstichstelle über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig zu kontrollieren.

Was Sie sonst noch über Zecken wissen sollten, finden Sie in unserem Special!

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