Hunde sind beliebte Opfer vieler Zeckenarten. (Foto: Unsplash/Alexas Fotos)

Haustierhalter aufgepasst

Hundemalaria und Borreliose: Zecken als Gefahr für Haustiere

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AUTOR/IN
Margareta Holzreiter

Ob Braune Hundezecke oder Auwaldzecke: In Deutschland verbreiten sich Zeckenarten, die Haustieren schwere Krankheiten übertragen können. Wie kann man Tiere schützen?

Haustierbesitzer werden es bemerkt haben: 2022 begann die Zeckensaison so früh wie nie zuvor. Die durch den Klimawandel immer milderen Winter machen das möglich. Und auch die Verbreitung eingewanderter Arten wie der gefährlichen Braunen Hundezecke wird durch das immer wärmere Klima im Südwesten begünstigt.

So kann man sein Haustier schützen

Wie beim Menschen gilt auch beim Haustier: Je früher die Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer das Risiko der Krankheitsübertragung. Zeckensaison ist von März bis Oktober. In dieser Zeit sollte man Haustiere nach jedem Aufenthalt im Wald oder auf der Wiese direkt nach Zecken absuchen und diese bei Befall so schnell wie möglich entfernen.

Eine vollgesaugte, dunkle Zecke sitzt auf hellem Fell. Schildzecken, Buntzecken und Hundezecken können zur Gefahr für Haustiere werden. (Foto: Colourbox)
Auf dem Fell von helleren Hunden lassen sich Zecken besser entdecken.

Tipp: Wer bei Ausflügen mit Hund eine Zeckenkarte direkt im Geldbeutel dabei hat, der kann die Zecke schon unterwegs sicher entfernen.

Beim Entfernen darf der kleine Blutsauger nicht gequetscht werden, da dabei Erreger in den Körper gedrückt werden können. Auch der Kopf sollte nicht in der Haut des Tiers zurückbleiben.

Eine vollgesaugte, dunkle Zecke wird mit Hilfe einer Zeckenzange aus dem Fell eines Tiers entfernt. (Foto: Colourbox)
Mit einer Zeckenzange oder -karte lassen sich Zecken sicher entfernen.

Nach dem Entfernen sollte die Zecke durch Verbrennen oder Zerquetschen mit einem harten Gegenstand getötet werden. Sonst kann sie wegkrabbeln und den nächsten Wirt befallen.

Zur vorbeugenden Behandlung gibt es Präparate, die in den Nacken des Haustiers geträufelt werden. Das liegt nicht daran, dass diese Stelle für Zecken besonders attraktiv ist, sondern soll verhindern, dass die Tiere das Mittel ablecken. Halsbänder gegen Zecken sind vor allem für Katzen nicht zu empfehlen, da sie sich beim Klettern daran aufhängen könnten.

Gute Nachrichten für Katzenbesitzer: Katzen werden im Vergleich zu anderen Tieren seltener von Zecken gestochen und erkranken auch seltener an den von ihnen übertragenen Krankheiten.

Diese Zeckenarten sind für Hunde besonders gefährlich

Die in Deutschland am weitesten verbreitete Zeckenart ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Er gehört zur Familie der Schildzecken und ist eine heimische Zeckenart. Bei Menschen kann der kleine Waldbewohner FSME auslösen, Hunde erkranken daran jedoch selten. Für sie wird der Holzbock vor allem durch die Übertragung der Lyme-Borreliose gefährlich.

Der Gemeine Holzbock macht seinem Namen alle Ehre. Bei einem Biss der verbreiteten Zeckenart können auch Krankheiten übertragen werden. (Foto: IMAGO, imago/blickwinkel)
Der Gemeine Holzbock macht seinem Namen alle Ehre. Bei einem Biss der verbreiteten Zeckenart können auch Krankheiten übertragen werden.

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) aus Mitteleuropa ist mittlerweile auf Platz 2 der in Deutschland verbreiteten Zecken. Im Gegensatz zum gemeinen Holzbock kann sie ihren Opfern sogar einige Meter folgen. Sie kann Babesiose, auch als Hundemalaria bekannt, übertragen. Diese Krankheit kann nach dem Stich innerhalb von wenigen Tagen zum Tod des Vierbeiners führen.

Da die Babesien, die die Krankheit auslösen, erst nach etwa zwölf Stunden an den Hund übertragen werden, lohnt es sich, ihn auf Zecken zu untersuchen, um mögliche Zecken rechtzeitig zu entfernen.

Eine Auwaldzecke auf einem Grashalm (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Auwaldzecke breitet sich in Deutschland aus. Sie ist schon bei niedrigen Temperaturen ab vier Grad aktiv. Hundebesitzer und Spaziergänger sollten deshalb das ganze Jahr über aufmerksam sein.

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist eigentlich im Mittelmeerraum, Nordafrika und vielen Teilen der Tropen und Subtropen heimisch. Mittlerweile ist sie aber auch in Deutschland verbreitet. Sie liebt ein warmes, trockenes Klima und kann deshalb auch in Wohnungen überleben und dort sehr schnell zur Plage werden: Innerhalb weniger Monate kann sie sich in Wohnräumen tausendfach vermehren. Wie der Name schon verrät, ist der Hund ihr bevorzugter Wirt. Sie kann mehrere ernstzunehmende Krankheiten übertragen: Ehrlichiose (Zeckenfieber), Anaplasmose und Babesiose (Hundemalaria).

Eine Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus, Männchen) liegt auf einer Ein-Cent-Münze. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Fabian Sommer)
Die Braune Hundezecke ist winzig klein, nicht einmal so groß wie eine Ein-Cent-Münze, aber sie kann zur Plage werden.

Woran bemerkt man Borreliose bei Haustieren?

Neben Hunden können auch Pferde schwer an Borreliose erkranken. Das Problem ist, dass die Krankheit nur schwer zu erkennen ist: Das typischste Symptom für Borreliose, die Wanderröte, ist im Fell von Tieren nicht gut zu entdecken. Besitzer sollten auch aufmerksam werden und das Risiko einer Borreliose-Erkrankung bedenken, wenn Hund und Pferd nicht mehr fressen wollen, fiebrig sind, schwach wirken oder sogar lahmen.

Eine festgestellte Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.

Wie erkennt man FSME bei Tieren?

FSME tritt bei Haustieren sehr selten auf. Wenn Hunde und Pferde an FSME erkranken, können neben Fieber und Fressunlust auch neurologische Symptome wie Krampfanfälle auftreten.

Welche Symptome treten bei Hundemalaria auf?

Die Symtome von Hundemalaria sind nicht leicht zu erkennen und ähneln teilweise den Merkmalen der zuvor beschriebenen Krankheiten: Fieber, Appetitlosigkeit und Schwäche. Dazu können allerdings noch Auffälligkeiten wie dunkler Urin, gelbe Augäpfel, Husten oder Nasenbluten kommen.

Impfung schützt nur bedingt vor Erkrankungen

Im Gegensatz zu Menschen können Hunde und Pferde gegen Borreliose geimpft werden. Eine Impfung gegen FSME gibt es für Tiere nicht. Auch vor der potentiell tödlichen Hundemalaria und andere durch den Zeckenstich ausgelöste Krankheiten schützen Impfungen nicht. Deshalb sollten auch geimpfte Tiere weiterhin auf Zecken kontrolliert werden.

Eine Zecke sitzt auf einer Blume. In hohem Gras besteht besonders große Zeckengefahr. (Foto: Erik Karits via Unsplash)
Bei Spaziergängen durch hohes Gras besteht eine besonders große Zeckengefahr.

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Margareta Holzreiter