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Sie ist sinnvoll und kostet nicht viel: Die private Haftpflicht gehört zu den Versicherungen, die man jedem Menschen (ohne Millionenvermögen) ans Herz legen muss.

Es ist so schnell passiert: Mal eben über die Straße, dabei den Radler übersehen. Der stürzt und ist wochenlang arbeitsunfähig. Wer da keine Haftpflicht hat, zahlt ein Vermögen. Vor dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung sollte man sich verschiedene Angebote einholen. Die Wahl von Zusatzklauseln (Schlüsselversicherung, deliktunfähige Kinder) hängt von der eigenen Lebenssituation ab.

Wichtig für alle:

  • Die Versicherungssumme sollte hoch an: Als ausreichend gelten 50 Millionen Euro und mindestens 10 Millionen Euro pro geschädigte Person.
  • Eine (Forderungs-)Ausfalldeckung ist wichtig: Wenn man selbst einen Schaden erleidet, für den der Verursacher nicht zahlt, dann übernimmt die eigene Haftpflicht die Kosten. Allerdings kommen manche Versicherungen erst für Schäden ab 2.500 Euro auf.
  • Auch grob fahrlässige Schäden sind bei vielen Verträgen abgedeckt. Auf diese Klausel sollte man besonderen Wert legen, da grobe Fahrlässigkeit schnell erfüllt ist: Beispielsweise, wenn man den Grill mit zu viel Brennspiritus anfeuert oder bei Kerzenlicht einschläft und daraus Schäden entstehen.
  • Eine Haftpflichtversicherung reicht pro Haushalt bei Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnerschaften aus. Kinder sind bis zum Ende von Ausbildung oder Studium mitversichert, solange sie noch nicht regulär gearbeitet haben. Vorsicht! Selbst kurze Berufstätigkeiten können ein Ausschlusskriterium für die Weiterversicherung von Kindern sein.
  • Eine Haftpflichtversicherung für unverheiratete Paare ist nicht empfehlenswert: Falls ein Partner den anderen versehentlich verletzt, muss der dann bei den meisten Policen die Kosten zahlen.
  • Eine Haftpflichtversicherung deckt auch Schäden durch Kleintiere wie Meerschweinchen, Katzen oder Vögel ab. Für größere Tiere benötigen Halter eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Die Mindestdeckung sollte drei Millionen Euro betragen.
Drei Meerschweinchen auf einem Tisch. (Foto:  Karlijn Prot on Unsplas)
Wenn sie mal ihr Futter leid sind und Kabel anknabbern, zahlt die private Haftpflichtversicherung. Karlijn Prot on Unsplas

Extra-Leistungen: Verlorene Schlüssel und Kleinkinder

  • Wer in einem modernen Mehrfamilienhaus wohnt, sollte darauf achten, dass die Haftpflicht eine Schlüsselversicherung enthält. Diese zahlt den Austausch einer kompletten Schließanlage im Haus, wenn ein Schlüssel verloren geht.
  • Wer Kinder hat, kann darüber nachdenken, ob er Schäden von unter Siebenjährigen mitversichern möchte. Hintergrund: Kinder bis zum Alter von sieben Jahren sind nicht schuldfähig: Eltern haften daher nicht für Schäden. Aber: Wenn ein Schaden bei Freunden oder Nachbarn entsteht, wollen viele Eltern doch die Kosten übernehmen. Deshalb bieten manche Versicherungen die Klausel: "Schäden durch deliktunfähige Kinder" an.

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Wenn die Deckungssumme nicht mehr deckt

Es genügt leider nicht, einen Vertrag abzuschließen und sich in den Folgejahren nicht mehr um ihn zu kümmern. Wer beispielsweise in den 90er-Jahren eine Haftpflicht abgeschlossen hat, wird jetzt vermutlich eine zu geringe Versicherungssumme haben. Nicht selten lag die Deckungssumme damals unter einer Million DM.
Unser Tipp: Überprüfen Sie regelmäßig die Konditionen ihrer Versicherung. Mitunter finden Sie auch einen preiswerteren Vertrag mit besseren Bedingungen. Informationen dazu gibt beispielsweise auch der Bund der Versicherten.

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