Fruchtfliegen gefangen in einer Mischung aus Essig und Spülmittel: Viele denken, Fruchtfliegen gäbe es nur im Sommer - doch auch im Herbst schwirren sie in unseren Küchen. Sie ernähren sich von Obst, Abfall oder Säften. Wie man sie wieder loswird. (Foto: IMAGO, xblickwinkel/fotototox)

Viele kleine Plagegeister

Woher Fruchtfliegen kommen und wie man sie loswird

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Martin Thiel
ONLINEFASSUNG
Jutta Kaiser

Fruchtfliegen gibt es nicht nur im Sommer - auch im Herbst schwirren sie durch unsere Küchen. Sie ernähren sich von Obst, Abfall oder Säften. Einfache Tipps, sie wieder los zu werden.

Anders als viele meinen, herrschen auch im Herbst ideale Voraussetzungen für die schnelle Vermehrung der kleinen Plagegeister. Das liegt an den milden bis warmen Temperaturen und am reichhaltigen Angebot von viel überreifem Obst.

Bei niedrigen Temperaturen bleiben Fruchtfliegen im Larvenstadium

Fruchtfliegen - manche nennen sie auch Obstfliegen - finden in unseren Wohnungen das ganze Jahr über hervorragende Bedingungen zur Fortpflanzung. Bei Temperaturen um die 25 Grad Celsius dauert es nur zehn Tage, bis sich aus dem Ei eine Larve und daraus eine Fruchtfliege entwickelt. Bei um die 20 Grad Celsius braucht es schon fast doppelt so lange. Erst bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius vermehren sich die Fliegen nicht mehr.

In Supermärkten, Lagerhallen und eben auch in unseren Wohnungen herrschen Bedingungen, die den kleinen Tieren das Überleben gut ermöglichen. Oft schleppen wir die Fruchtfliegen mit dem Obst vom Einkauf zuhause ein.

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Wie sich Fruchtfliegen vermehren und die Fliegenplage entsteht

Schon ein einziges Weibchen kann für eine Fliegenplage sorgen, da es bis zu 400 Eier zum Beispiel auf überreifem Obst ablegen kann. Einmal geschlüpft, überleben die Weibchen bis zu acht Wochen - die Männchen nur zehn Tage. Ohne Nahrung schaffen es die kleinen Quälgeister keine 24 Stunden.

Wenn man deshalb also die Nahrungsquellen für die kleinen Insekten zuhause entfernen will, bedeutet das Disziplin im eigenen Haushalt: Es dürfen keine offenen Saft- oder Weinflaschen herumstehen, kein schmutziges Geschirr, keine Früchte oder Abfall. Vor allem auf den Biomüll oder Kompost muss man achten. Nahrung finden die Tiere allerdings sogar in der Spülmaschine und im Abfluss.

Wie man Fruchtfliegen wieder loswird: Essig-Spüli-Falle und Alternativen

  • Als Falle für die Fruchtfliegen kann man zum Beispiel Apfelessig mit wenigen Tropfen Spülmittel in eine Schale füllen. Der Essiggeruch zieht die Obstfliegen an, während das Spülmittel dafür sorgt, dass die Oberflächenspannung gebrochen wird. Dadurch können die Fruchtfliegen nicht entkommen und ertrinken. Das ist effektiv, aus Tierschutzgründen allerdings fragwürdig.
  • Schonender ist eine Lebendfalle aus einem Esslöffel Apfelessig und 50 Milliliter süßem Saft. Hier muss man über das Gefäß eine Plastikfolie spannen und kleine Löcher hineinstechen. Die Fliegen werden lebend unter der Folie gefangen und können im Garten, im Freien wieder freigelassen werden.
  • Auch Küchenkräuter sollen helfen: Basilikum, Zitronenmelisse, Minze und Lavendel - frisch oder getrocknet - beispielsweise in der Küche, sorgen dafür, dass sich Fruchtfliegen nicht mehr wohl fühlen.  

So lässt sich eine Fruchtfliegenplage vermeiden

Wer Obst und Gemüse kauft, sollte es daheim vor dem lagern abwaschen und abtrocknen - so werden die meisten Eier der Fruchtfliegen von der Oberfläche entfernt. Dann Früchte und Gemüse in den Kühlschrank oder in andere Schränke wegstellen, sodass sie nicht mehr offen auf Arbeitsflächen oder Tischen erreichbar sind. Oder wenigstens gut abdecken, zum Beispiel mit einem Geschirrtuch, einer Abdeckhaube, einer umgedrehten Schüssel oder ähnlichem.

Küche, Haushalts- und Wohnräume gilt es, auch sonst sauber zu halten. Denn Essensreste auf Arbeitsflächen, Schränken, Tischen und Geschirr ziehen Obstfliegen förmlich an - ebenso wie gebrauchte Gläser oder Tassen.

Wichtig ist zudem, Getränkeflaschen gut zu verschließen - da sich Fruchtfliegen auch von offenen Getränken wie Saft oder Wein ernähren können. Das gilt auch für Essigflaschen.

Und selbstverständlich Abfall nicht lange stehen lassen, sondern möglichst oft leeren. Oder den Behälter für Kompost und Biomüll mindestens gut mit einem Deckel verschließen.

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