Prämiert und prickelnd

Der beste deutsche Winzersekt des Jahres

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Deutscher Winzersekt unterscheidet sich von Champagner vor allem durch die Herkunft – und den Preis. Denn qualitativ kann er durchaus mithalten. Aber welcher ist der beste?

Marktcheck sucht den Winzersekt des Jahres und hat dafür ein erlesenes Teilnehmerfeld zusammengestellt - allesamt bereits von Sektexperten und Fachmagazinen mit Auszeichnungen prämiert und keiner teurer als 17 Euro, der Günstigste kostet keine 10 Euro.

Deutscher Winzersekt oder Champagner?

Den französischen und den deutschen Schaumwein unterscheidet die Herkunft und meistens der Preis. Sonst aber nicht viel, denn hergestellt werden beide nach der gleichen Methode, mit traditioneller Flaschengärung.

Unseren Test verschiedener französischer Champagner finden Sie hier.

Die sechs Finalisten in unserer Marktcheck-Winzersekt-Verkostung

Diese sechs besonderen Sekte haben es in unser Finale geschafft:

Sechs Sektflaschen aus Deutschland. Sekt ist der deutsche Champagner, der beste deutsche Sekt kommt aus der Pfalz und Baden.  (Foto: SWR)
Wir testen die besten Winzersekte Deutschlands.
  • Riesling Sekt, Jahrgang 2018, vom Sekthaus Krack, Deidesheim/Pfalz. Preis: 16 Euro
  • Riesling Cremant Brut, Jahrgang 2018, vom Weingut Peter Jostock, Leiwen/Mosel. Preis: 11 Euro
  • Blanc de noirs Sekt brut (Schwarzriesling), von der Winzergenossenschaft Britzingen, Markgräflerland/Baden. Preis: 9,80 Euro
  • Muskat-Trollinger Sekt Rosé trocken, von der Sekt- und Weinmanufaktur Stengel, Weinsberg/Württemberg. Preis: 16,90 Euro
  • Chardonnay Brut, Cremant, Jahrgang 2018, vom Sektgut St. Laurentius, Leiwen/Mosel. Preis: 14 Euro
  • Chardonnay-Sekt brut, Jahrgang 2019, von der Sektmanufaktur Hattemer, Gau-Algesheim/Rheinhessen. Preis: 13,50 Euro

Wer darf Winzersekt herstellen?

Im Prinzip darf jeder Winzer Winzersekt herstellen. Es ist aber gesetzlich genau geregelt, was sich Winzersekt nennen darf. Die Trauben müssen zu 100 Prozent aus dem eigenen Weinberg kommen und somit dem bestimmten Anbaugebiet angehören. Der Grundwein muss in die Flasche gefüllt werden, eine Tankvergärung ist nicht erlaubt.

Die Versektung ist kostenintensiv, weil die Winzer in zusätzliche Maschinen extra für die Sektherstellung investieren müssten. Deshalb vergeben viele Winzer diesen Arbeitsschritt nach außen und lassen ihre Grundweine beispielsweise von spezialisierten Betrieben im Lohnverfahren versekten.

Welche Methode wird beim Winzersekt angewendet?

Die Herstellung im klassischen Flaschengärverfahren: Dieses Verfahren bedeutet, dass der Grundwein zusammen mit einer zuvor festgelegten Menge an Zucker pro Liter plus Hefe in die Flasche gefüllt wird und die Vergärung in dieser Flasche abläuft. Die Flaschen werden zunächst mit einem Kronkorken verschlossen, damit sie dem Druck beim Gären gut standhalten.

Dann muss der Sekt vergären - mindestens neun Monate. Bei manchen Winzern darf der Sekt noch länger auf der Hefe liegen. Das steigert die Qualität, aber auch den Preis. Anschließend werden die Flaschen über Kopf in Automaten gestellt und gerüttelt, damit die Hefe in den Flaschenhals wandert.

Handgerüttelt oder von der Maschine: Qualitätsmerkmal für Winzersekt?

Entscheidend für die Qualität des Sektes im klassischen Flaschengärverfahren ist der Grundwein. Inwieweit später mit der Hand die Flasche gedreht wird oder mit dem Automaten, ist eine Frage der Kosten beziehungsweise des Qualitätsanspruchs des Winzers.

Wie wird die Hefe aus dem Flaschenhals entfernt?

Nach dem Rütteln ist die Hefe im Flaschenhals angekommen. Die Hefe muss entfernt werden. Im Fachjargon nennt man das Degorgieren. Dafür wird der Flaschenhals bei minus 23 Grad vereist. Beim Öffnen entlädt sich der Druck und schleudert den Hefepfropfen hinaus. Jetzt wird die Flasche mit einem Sektkorken verschlossen, so wie es der Verbraucher kennt. Fertig ist der Winzersekt.

Wie der Winzersekt entstanden ist

Der Begriff Winzersekt ist in den 1980er Jahren entwickelt worden, um sich von Marken-Sekten zu unterscheiden, die aus unterschiedlichen Herkünften stammen. Mit dem Winzersekt hat man sich zum Ziel gesetzt, aus heimischen Rebsorten Weine zu Sekt zu machen und damit den Charakter dieser Rebsorten auch in den Sekt hineinzutragen. Diese Angaben finden sich auch auf dem Etikett des Winzersekts wieder.

So kann ein Winzersekt wie ein Wein rebsortenrein, nach Lagen und nach Jahrgang hergestellt werden – und ist so immer ein individuelles Erzeugnis eines Winzers, ein Unikat, das mit einem Massenprodukt nichts zu tun hat.

Lohnt es sich bei Sekt und Wein auf Bio-Produkte zurückzugreifen? Das hat unser Ökochecker Tobi überprüft, hier gelangen Sie zum Video.

Sektsteuer für den Staatshaushalt

An jeder Sektflasche verdient übrigens der Staat mit: Es gibt eine Schaumweinsteuer. Sie kommt aus dem Jahr 1902 als Kaiser Wilhelm II. seine Kriegskasse aufbessern wollte für die kaiserliche Kriegsflotte. Die gibt es zwar schon lange nicht mehr, aber das Geld fließt heute immer noch in den Staatshaushalt: 1,02 Euro pro Flasche. 2020 waren das 405 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen.

Die Gewinner der Marktcheck-Winzersekt-Prämierung

Nach der Blind-Verkostung gehen 14 Korken an den Schwarzriesling-Sekt der Winzergenossenschaft Britzingen und ebenfalls 14 Korken an den Muskat-Trollinger Rosé Sekt trocken von der Sekt- und Weinmanufaktur Stengel in Weinsberg. Wir vergeben also zwei Mal den zweiten Platz.

Mit 21 Korken gewinnt mit deutlichem Vorsprung der Chardonnay-Sekt der Weinmanufaktur Hattemer aus Gau-Algesheim.

Auf unserem Marktcheck-Facebook-Kanal stellen sich unsere drei Finalisten in einem Video vor:

Winzersekt im Check: Weihnachten, Silvester, Jahresbeginn. Derzeit gibt es viele Gründe zum Anstoßen. Damit ihr dabei so richtig genießen könnt, hat Marktcheck für euch verschiedene deutsche Winzersekte gecheckt. Hier kommen unsere Favoriten! 🥂

Habt ihr noch einen Geheimtipp, den wir übersehen haben? Was ist euer Lieblingssekt? 🍾Posted by Marktcheck on Monday, December 20, 2021

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