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Arztpraxen bieten individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an, die die Patienten selbst zahlen müssen. Nicht alles scheint medizinisch sinnvoll zu sein, sagen Krankenkassen.

Wie verhalte ich mich, wenn mir IGeL-Leistungen angeboten werden?

Das Wichtigste, finde ich: dass ich überhaupt verstehe, was mir mein Arzt oder die Sprechstundenhilfe da als IGeL-Leistung anbietet. Schließlich geht es um meine Gesundheit - und auch um mein Geld. Deshalb ist es immer gut, aber auch wichtig, sich selbst zu informieren. Am besten – wo möglich – sogar schon vorab: Zum Beispiel indem ich gleich bei Terminvergabe die Praxis darum bitte, mir eine Liste der möglichen IGeL-Leistungen zu schicken.

Ein Mann sitzt auf der Optik- und Brillenmesse Opti in München (Bayern) hinter einem Phoropter, mit dem die so genannte subjektive Refraktion eines Probanden bestimmt werden kann. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen warnt sogar vor potenziell gefährlichen Zusatzleistungen , wie der Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung. Picture Alliance

Dann kann ich mich selbst in aller Ruhe schlaumachen und ohne Druck darüber entscheiden, etwa übers Internet über das Portal „IGeL-Monitor.de“. Das ist zwar eine Seite des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, also letztlich der Krankenkassen, aber da findet sich zu jeder IGeL-Leistung deren Bewertung und Einschätzung. Ansonsten gilt: Bei solchen Individuellen Gesundheitsleitungen geht es nie um Fragen von „Leben und Tod“ – sonst wären es schließlich normale Kassenleistungen. Deshalb sollte immer die Zeit sein sich die Sache genau zu überlegen. Ich sollte mich also in keinem Fall dazu drängen lassen oder mich unter Druck gesetzt fühlen.

Welche IGel-Leistungen sind dennoch sinnvoll?

Ein Zahnarzt in Schutzkleidung behandelt eine Patientin in dem Zentrum für Zahnmedizin Dentima. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Lukasz Gagulski/PAP/dpa)
Ärzte wehren sich gegen den Vorwurf der "Geschäftemacherei" mit IGeL-Leistungen. picture alliance/Lukasz Gagulski/PAP/dpa

Das was die Kassen tatsächlich übernehmen, sollte in den allermeisten Fällen absolut ausreichen an medizinischer Versorgung. Jedenfalls sagen auch Verbraucherschützer, dass viele der angebotenen IGeL-Leistungen medizinisch nicht unbedingt notwendig sind.

Fakt ist: IGeL-Extra-Leistungen sind inzwischen ein gutes Zusatzgeschäft für manchen Arzt - da gibt es sogar spezielle Verkaufsschulungen für. Deshalb scheint eine gesunde Skepsis gegenüber solchen Extra-Leistungen angebracht. Anderseits sind aber auch eine Reise-Impfberatungen, eine professionelle Zahnreinigung – oder auch eine Paartherapie keine normalen Kassenleistungen mehr, aber für mich vielleicht sinnvoll. Letztlich bleibt es also meine individuelle Entscheidung, ob ich eine IGeL-Leistung annehme, oder eben darauf verzichte.

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