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Durch die Corona-Pandemie haben Weiterbildungsangebote im Internet einen großen Schub bekommen. Extrem nachgefragt sind die Computerlernspiele des ARC-Institutes aus Pforzheim.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt kräftig durcheinandergewirbelt: Viele Unternehmen setzen mittlerweile verstärkt auf Homeoffice und Video-Konferenzen. Davon profitiert das Pforzheimer ARC-Institute, das sich auf virtuelle Weiterbildungsspiele fokussiert hat. Der Betrieb beschäftigt fast 30 Mitarbeiter und bietet Computerlernspiele für Unternehmen an.

In der Wirtschaftssimulation Merchants lernt der Spieler vor allem Verhandlungsstrategien. (Foto: ARC-Institute)
In der Wirtschaftssimulation Merchants lernt der Spieler vor allem Verhandlungsstrategien. ARC-Institute

Virtuelle Weiterbildung mit Computerlernspielen

Bei den Spielen können die Beschäftigten zum Beispiel virtuell Verhandlungsgespräche trainieren, ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern oder sich in Sachen Zeitmanagement fortbilden. Das beliebteste Weiterbildungsspiel der Pforzheimer ist die Wirtschaftssimulation Merchants. Hier agiert der Spieler als junger, italienischer Händler, der Schiffe und Güter kauft und Handelsrouten festlegt. Das Ziel des Computerspiels: Das Vermögen durch geschickte Verhandlungen vergrößern. Das Spiel ist quasi wie ein virtueller Verhandlungskurs, nur in spielerischer Form.

Gegründet wurde das ARC-Institute von Dominik Förschler, der in Pforzheim geboren und aufgewachsen ist. Der 43-Jährige hatte jahrelang als Manager bei der Deutschen Bank und beim Autobauer BMW gearbeitet und Weiterbildungskurse vor Ort in Unternehmen gegeben. Doch nach der Promotion machte er sich mit der Idee, Fort- und Weiterbildungen als Computerspiele anzubieten, selbstständig. Entwickelt werden die Spiele des Pforzheimer Unternehmens von einem Programmiererteam aus Spanien. Die Entwicklungskosten der Computerlernspiele liegen bei bis zu 2,5 Millionen Euro.

"Der wesentliche Vorteil ist, dass jeder Trainingsteilnehmer an jedem Ort und zu jeder Zeit so lange lernen kann, wie er möchte. Jeder bestimmt seine eigene Lerngeschwindigkeit und seine eigene Strecke, die er zurücklegt."

Dominik Förschler, Gründer von ARC-Institute
Der Pforzheimer Dominik Förschler hat sich nach seiner Promotion mit virtuellen Weiterbildungsspielen selbstständig gemacht. (Foto: ARC-Institute)
Der Pforzheimer Dominik Förschler hat sich mit virtuellen Weiterbildungsspielen selbstständig gemacht. ARC-Institute

Fast jeder DAX-Konzern nutzt virtuelle Weiterbildungsspiele

Mittlerweile hat das ARC-Institute aus Pforzheim mehr als 2.000 Kunden auf der ganzen Welt – vor allem Mittelständler, aber auch etliche Großkonzerne. 24 der 30 DAX-Konzerne haben nach Angaben von Firmengründer Dominik Förschler schon mal ein Lernspiel seines Unternehmens getestet. Firmen, die zum Beispiel 1.000 Mitarbeiter mit den Lernspielen weiterbilden wollen, bezahlen pro Monat rund 15.000 Euro. Das Geschäft mit den virtuellen Weiterbildungsspielen läuft gut, vor allem in der Corona-Pandemie: "Seit Februar haben wir aktuell mehr als 17 Prozent monatliches Wachstum", verrät Unternehmenschef Förschler.

Lernen global und unabhängig von Zeitzonen

Ein Großkonzern, der seit Jahren auf die Lernsoftware der Pforzheimer Spieleschmiede zurückgreift, ist Infineon. Der Technologiekonzern aus der Nähe von München bildet regelmäßig die Mitarbeiter mit der venezianischen Kaufmannssimulation weiter. "Wir sind ein internationales Team und arbeiten in unterschiedlichen Zeitzonen", sagt Sabine Kirsch, Leiterin der Konzernrevision von Infineon. "Mit dieser Art von Trainings können wir unabhängig von Zeit und Raum lernen." Das freut den Pforzheimer Dominik Förschler, der mit seinen Weiterbildungsspielen einen Nerv getroffen hat.

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