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Geld sparen durch Corona? Für Autofahrer könnte das nun wahr werden. Weil pandemiebedingt viel weniger gefahren wurde, kündigen erste Versicherer bereits Beitragssenkungen an.

Weniger Verkehr, weniger Unfälle, weniger Reparaturen - das sind die positiven Nebenwirkungen der Corona-Pandemie, von Ausgangsbeschränkungen und mehr Heimarbeit. In den USA hatten Versicherungskonzerne bereits im April angekündigt, überschüssige Prämien in Millionenhöhe wieder an die Fahrzeughalter zurückzuzahlen. Auch hierzulande haben Versicherer Nachlässe oder verbesserte Leistungen angekündigt.

Werden alle Autoversicherungen wegen Corona nun günstiger?

Nicht alle, aber die Chancen stehen gut, dass tatsächlich viele Kfz-Versicherer nun ihre Tarife senken werden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine aktuelle Auswertung der Zeitschrift Finanztest im Auftrag der Stiftung Warentest. Demnach wollen viele Versicherer nun die Preise senken oder den Leistungsumfang erhöhen - im besten Fall sogar beides. Grund dafür ist vor allem die Corona-Krise: So hat der Marktführer für Autoversicherungen in Deutschland, die HUK Coburg, in den ersten Wochen des Lockdowns rund 40 Prozent weniger Schäden gezählt. Und auch andere Versicherer sagen, dass sie wegen Corona geringere Kosten hatten.

Zwei kaputte Autos stehen am 17.08.2013 nach einem Unfall auf der Autobahn 5 bei Bad Homburg (Hessen). (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Es gab in diesem Jahr bislang auch weniger Unfälle. Picture Alliance

Viele neuen Verträge werden also günstiger - was ist mit den Bestandskunden?

Sie profitieren nur dann von günstigeren Tarifen oder besseren Leistungen, wenn ihr Vertrag automatisch angepasst wird. Wer das nicht weiß oder wenn der Vertrag zu denselben Bedingungen weiterlaufen würde, sollte er oder sie beim Versicherer nachfragen. Oft erhält man dann ein neues, besseres Angebot. In jedem Fall sollte man seinen Versicherer aber kontaktieren, wenn man in diesem Jahr - meist Homeoffice-bedingt - viel weniger Kilometer gefahren ist,als zunächst angegeben. Es kann sein, dass dann Geld zurückerstattet wird.

Wie viel Geld kann man sparen, wenn man wegen Corona weniger Kilometer gefahren ist?

Das ist schwer zu sagen. Das Verbraucherportal Finanztip hat Tarife ausgewertet und dort lag der Preisunterschied zwischen 5.000 und 10.000 gefahrenen Kilometern im Durchschnitt bei 13 Prozent. Aber die Gesamtfahrleistung ist nur eine Variable bei der Tarifberechnung. Es lohnt sich zudem zu fragen, wie sich die Prämie durch weniger gefahrene Kilometer im kommenden Jahr entwickeln wird. Und auch ein Vergleich mit anderen Anbietern ist immer ratsam.

Eine Frau hält eine Geldbörse mit Banknoten in der Hand. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Erste Kfz-Versicherer kündigen ihren Kunden bereits Rückzahlungen an. Picture Alliance

Was ist mit denjenigen, die wegen Corona mehr gefahren sind, etwa weil sie sich nicht in öffentliche Busse und Bahnen setzen wollten?

Wer zum Beispiel doppelt so viele Kilometer gefahren ist wie erwartet und beim Versicherer angegeben, sollte das melden. Denn bei erheblichen Überschreitungen der Fahrleistung könnte es ansonsten im Fall eines Unfalls zu Problemen bei der Schadensregulierung kommen - spätestens dann wird der Kilometerstand oft abgefragt. Eventuell müssen Beiträge nachgezahlt werden, es kann aber sogar sein, dass man den Vertrag gekündigt bekommt.

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