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Wer seine Kfz-Versicherung nicht bis zum Stichtag 30.11. kündigt, verlängert automatisch den Vertrag um ein weiteres Jahr. Dabei gibt es gute Gründe für einen Wechsel.

Wann ist das Stichdatum zum Wechsel der Kfz-Versicherung?

Jedes Jahr hat man bis 30. November Zeit, um die Kfz-Versicherung zu kündigen. 2020 fällt der Stichtag auf einen Montag. Bis zu diesem Tag muss eine Kündigung spätestens beim Versicherer vorliegen. Wenn der Kunde diese Frist verpasst, verlängert sich die Kfz-Versicherungspolice automatisch um ein weiteres Jahr. Es sei denn, die Versicherung erhöht den Beitrag. Dann gilt ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen ab Eingang des Schreibens.

Warum sollte ich meine Kfz-Versicherung wechseln?

Teilweise lassen sich bei einem Versicherungswechsel mehrere hundert Euro sparen: Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Beispiel (Ehepaar, Audi A4 Avant, SF-Klasse 20, Vollkasko mit Selbstbeteiligung) ausgerechnet, dass der günstigste Jahresbeitrag 376 Euro, der teuerste 1145 Euro kosten würde – für dieselbe Versicherungsleistung! Und gerade jetzt - wo bald die Frist zum Wechsel endet - senken viele Versicherer nochmals ihre Preise. Wichtig ist, immer dieselben Leistungen miteinander zu vergleichen.

Wie aufwändig ist der Versicherungswechsel?

Der Wechsel ist einfach. Zeitaufwendig kann aber die Suche nach einer günstigen Versicherung sein. Deshalb kann man erstmal bei seiner Kfz-Versicherung mit Kündigung drohen und abwarten, ob die eigene Versicherung ein besseres Angebot hat. Parallel dazu sollte man aber Versicherungsangebote vergleichen, damit die Preisspanne klar wird.  

Bei der Kündigung der Kfz-Versicherung zählt das Datum, an dem das Schreiben beim Versicherer eingeht – nicht das Datum des Poststempels. Wer auf Nummer sicher gehen will, sendet seine Kündigung am besten als Einschreiben mit Rückschein.

Einige Versicherungsunternehmen erlauben auch die Kündigung per E-Mail und oft übernimmt auch der neue Versicherer die Kündigung für den neuen Kunden.

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Wie finde ich eine günstigere Versicherung?

Die Stiftung Warentest vergleicht regelmäßig Kfz-Versicherungen und hat auf ihrer Internetseite ein Vergleichsportal. Der Zugang kostet 7,50 Euro. Er ist 13 Monate und damit für zwei Versicherungsjahre nutzbar und enthält die meisten Kfz-Tarife. Die Stiftung Warentest bekommt keine Provision von Versicherungen. Das ist bei den kostenlosen Vergleichsportalen im Internet anders: Sie arbeiten mit manchen Versicherern zusammen. Es kann also sein, dass einige Anbieter nicht im Ranking auftauchen, weil es mit ihnen keine Kooperation gibt. Internet-Vergleichsportale bieten aber durchaus schon mal einen ersten Überblick. Wichtig ist, dass man auf mehreren Portalen sucht. Auch im Vergleich der Stiftung Warentest können aber Anbieter fehlen, zum Beispiel, wenn sie keine Angaben gemacht haben oder die Mindestanforderungen nicht erfüllen.

Worauf sollte ich bei der Kfz-Versicherung achten?

Die neue Versicherung muss alles abdecken, was ich versichern will. Das klingt banal, aber da übersieht man tatsächlich schnell mal was: Dabei geht um Fragen wie: Wer darf mit dem Auto fahren? Wie viele Kilometer pro Jahr sind versichert? Oder auch wann muss ich zahlen?

Bei einem Vergleich in Internetportalen sollte man darauf achten, dass man alle Voreinstellungen überprüft und eventuell löscht. Sonst bekommt man Tarife angezeigt, die nicht zu den eigenen Angaben passen oder versteckte Extras enthalten. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Schadensfreiheitsrabatt auch wirklich von der alten an die neue Versicherung weitergegeben wird. Deshalb ist es wichtig, bei neuen Verträgen die Anzahl an schadensfreien Jahren zu überprüfen. 

Auf welche Details kommt es an?

Wichtig sind zuerst die Deckungssummen: In der Haftpflicht-Versicherung sollten Schäden von 100 Millionen Euro abgesichert sein, sowie 15 Millionen Euro pro geschädigter Person. Außerdem sollte grobe Fahrlässigkeit im Tarif eingeschlossen sein. Das heißt, wenn ich selbst Mitschuld an einem Unfall habe, weil ich zum Beispiel eine rote Ampel übersehen oder während der Fahrt was ins Navi eingegeben habe, zahlt der Versicherer trotzdem ohne Abzug

Stichwort Wildunfälle: Viele Versicherungen zahlen nur beim Crash mit sogenanntem „Haarwild“, also zum Beispiel einem Hirsch, aber nicht, wenn mir ein Hund ins Auto läuft. Deswegen sollten Unfälle mit „Tieren allgemein“ oder wenigstens „allen Wirbeltieren“ abgesichert sein

Es kommt also oft auf die Wortwahl im Vertrag an - so auch beim „Marderschaden“. Hier wäre das Wort „Tierbisse“ besser. Und vor allem ist wichtig, auch Folgeschäden mitzuversichern - im Wert von mindestens 5.000 Euro. Sonst zahlt die Versicherung den durchgebissenen Schlauch, aber nicht den dadurch verursachten Motorschaden, der viel mehr kostet.

Wo kann ich Geld sparen?

Die Insassen-Unfallversicherung klingt zwar gut, ist aber unnötig, denn wenn ein Fahrer oder eine Fahrerin einen Unfall baut, bekommen die Unfallpartner Schmerzensgeld von der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Bei vielen anderen Leistungen kommt es aber auf den Einzelfall an, ob und wem sie etwas bringen, etwa beim Thema „Auslandsschaden“. In einem solchen Fall kümmert sich nicht nur der Versicherer um alles, was geklärt werden muss, sondern es gilt auch deutsches Recht für den Schadensersatz. Das kann viele Nerven schonen, kostet aber zusätzlich Geld und bringt natürlich nur etwas, wenn ich auch mit dem Auto im Ausland unterwegs bin.

Streiten kann man sich auch über den Sinn eines „Rabattschutzes“. Er verhindert, dass der Versicherungsbeitrag nach einem Unfall steigt. Wenn man die Versicherung wechselt, kann es aber sein, dass der Unfall dort doch gezählt wird.

Auch „Zusatzfahrer“ ziehen viele in Erwägung. Es kommt aber darauf an, wer das Auto tatsächlich auch regelmäßig fährt. Meist ist das nur man selbst oder der Partner/die Partnerin Ausnahmen davon kann man tageweise anmelden, das ist oft kostenlos oder günstiger als grundsätzlich mehrere Fahrer anzugeben.

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