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Die Brennstoffzelle gilt als umweltschonende Antriebsform der Zukunft. Allerdings ist die Technologie noch zu teuer. Die Bundesregierung arbeitet deshalb an einer Wasserstoff-Strategie.

Fragen an Jutta Kaiser, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wie viel kosten Wasserstoffautos?

Wasserstoffautos sind im Moment noch sehr teuer, die Kaufpreise fangen bei 70.000 Euro an. Dies liegt unter anderem daran, dass die Brennstoffzelle mit dem teuren Metall Platin beschichtet wird und zu Platin gibt es bislang noch keine Alternative.

Wer baut Wasserstofffahrzeuge?

Ein Mann betankt am 09.06.2016 in einer Messehalle auf dem Messegelände in Stuttgart (Baden-Württemberg) einen Mercedes-Benz F-Cell GLC Brennstoffzellenfahrzeug. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Reportdienste -)
Bislang nur für Firmenkunden: das Daimler-Wasserstofffahrzeug bekommt aktuell nicht jeder. picture-alliance / Reportdienste -

Die Hersteller von Wasserstoffautos sitzen vor allem in Asien: Hyundai, Toyota und Honda haben einige Modelle auf dem Markt. Ein Auto kommt aber auch aus Baden-Württemberg: Daimler bietet ein solches Fahrzeug an. Dies ist allerdings nicht frei auf dem Markt erhältlich, sondern Firmenkunden in sieben deutschen Großstädten, darunter Stuttgart, vorbehalten.

Auch BMW ist an der Brennstoffzellentechnologie dran und will bald neue Modelle anbieten. 2022 soll ein SUV mit Brennstoffzelle auf den Markt kommen.

Warum gibt es nur so wenige Modelle und warum sind sie so teuer?

Die Technik ist bisher sehr teuer. Dies liegt zum einen am benötigten Platin, zum anderen aber auch daran, dass Wasserstoff nicht in natürlicher Form vorkommt. Der Kraftstoff muss aufwändig aus Wasser und Erdgas hergestellt werden. Für ein Kilo gasförmigen Wasserstoff wird derzeit noch die dreifache Menge an Energie benötigt.

Warum gibt es nur wenige Wasserstoff-Tankstellen?

Bisher gibt es deutschlandweit nur rund 60 Wasserstoff-Tankstellen. Zum Vergleich: Es gibt 15.000 normale Tankstellen in Deutschland. Da nur wenige Wasserstofffahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, gibt es auch nur wenige Tankstellen, die Wasserstoff anbieten. Für die meisten Tankstellenbetreiber lohnt es sich einfach nicht, eine neue Zapfsäule in Betrieb zu nehmen.

Bis 2023 soll es 400 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland geben. Das wird den Autos aber nicht den Durchbruch bringen, denn dafür müssen sie wesentlich günstiger werden.

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SWR Logo (Foto: SWR)

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