STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Fast jeder hat einen Wasserkocher – meist aus Kunststoff, Edelstahl oder Glas. Sie unterscheiden sich allerdings nicht nur im Preis und Material. Worauf muss man achten?

Tee oder Kaffee kochen – mit einem Wasserkocher geht das schnell. Aber wie heiß wird das Gehäuse und damit: Wie groß ist die Gefahr, sich zu verbrennen? Wie schnell kocht das Wasser? Und wie viel Strom verbrauchen die Geräte? Wir checken Wasserkocher von bekannten Markenfirmen für bis zu 40 Euro und günstige Geräte unter anderem von Discounter-Eigenmarken für rund 20 Euro.

Fünf Wasserkocher im Test

  • WMF Stelio Cromargan für 40 Euro
  • Bosch TWK 7506 für 29 Euro
  • Rossmann Glaswasserkocher für 20 Euro
  • Lidl online Silvercrest SWKT 2400 A1 für 20 Euro
  • Media-Markt Eigenmarke ok. OWK 202-W für 20 Euro

Welches ist der beste Wasserkocher?

Dunkelroter Wasserkocher von der Hausmarke des Discounters Lidl  (Foto: SWR, Petra Thiele)
Der Wasserkocher von Lidl überzeugte im Labor und beim Praxis-Check. Petra Thiele Bild in Detailansicht öffnen
Das Gerät von Bosch schnitt bei der Temperatur-Messung des Gehäuses am besten ab. Petra Thiele Bild in Detailansicht öffnen
Der WMF Stelio Cromargan war im Labortest der schnellste Wassererhitzer. Petra Thiele Bild in Detailansicht öffnen
Der Rossmann-Wasserkocher brauchte am längsten, bis das Wasser kochte. Bild in Detailansicht öffnen
Das Gerät der Media-Markt-Eigenmarke ok. landete im Praxis-Check auf dem letzten Platz. Petra Thiele Bild in Detailansicht öffnen

Wie heiß werden die Wasserkocher?

Das Prüfinstitut des Verbands der Elektrotechnik hat an den Seiten der Geräte gemessen, wie stark sich die Gehäuse erhitzen. Mit 78 Grad Celsius werden die Metallgehäuse von WMF und Media-Markt am heißesten. Der Bosch-Kocher aus Kunststoff wird mit 60 Grad am wenigsten heiß. Aber verbrennen kann man sich dennoch.

Die Temperaturen am Gehäuse bei den Wasserkochern aus Metall sind ca. 15 - 18 Grad höher als bei dem Modell aus Kunststoff, das heißt: Sind Kinder im Haushalt, kann dieser Temperatur-Unterschied relevant sein.

Hendrik Schäfer, Prüfinstitut des Verbands der Elektrotechnik

Die Hersteller der Geräte mit Edelstahl-Gehäuse weisen darauf hin, dass die Werte trotzdem betriebssicher seien.

Bezüglich der gemessenen Oberflächentemperatur können wir Ihnen mitteilen, dass diese den geltenden Normen entsprechen. Grundsätzlich sind alle unsere Wasserkocher TÜV-geprüft und verfügen über eine GS- (Geprüfte Sicherheit) Zertifizierung.

WMF

Ähnlich äußert sich auch Media-Markt.

Wie lange dauert es, bis das Wasser kocht?

Mit Abstand am schnellsten ist das Gerät von WMF. Hier heizte das Wasser im Labor innerhalb von 4 Minuten und 7 Sekunden auf. Beim Rossmann Glaskocher dauerte es 4 Minuten und 55 Sekunden, bis er abschaltete. Ähnlich langsam der Bosch-Kocher. Auf unsere Nachfrage bei beiden Unternehmen heißt es, man könne die Prüfergebnisse nicht nachvollziehen.

Positiv: Alle Wasserkocher schalten ein paar Sekunden nachdem das Wasser kocht, ab. Und alle haben einen „Trockengeh-Schutz“. Das heißt, wenn man sie versehentlich ohne Wasser einschaltet, gehen sie wieder aus.

Wie viel Strom verbrauchen die Wasserkocher?

Wasserkocher sind in Punkto Energieverbrauch meist sparsamer als Elektro- und Ceranherde. 1,5 Liter Wasser kochen kostet nur rund 4,5 Cent. Das ist bei allen Kochern ähnlich.

Was den Energieverbrauch anbelangt, sind die Unterschiede zwischen den Geräten sehr klein. Wir sprechen hier über nur fünf Wattstunden. Hochgerechnet auf eine Zubereitung von 200 mal Wasser kochen in circa einem Jahr ergibt sich somit eine Kilowattstunde – und damit dreißig Cent.

Hendrik Schäfer, Prüfinstitut des Verbands der Elektrotechnik

Fazit des Wasserkocher-Tests

Lidl ist gut im Handling, kocht relativ schnell und ist günstig. Der Bosch-Kocher ist zwar langsam, aber überzeugt dennoch im Praxis-Check. Der teuerste Kocher von WMF ist der schnellste, wird aber auch sehr heiß. Rossmann hat die längste Kochzeit und Schwächen im Praxis-Check. Der Media-Markt-Kocher ok. ist zwar relativ schnell, wird aber auch sehr heiß und fällt im Praxis-Check durch. Unser Preis-Leistungs-Sieger daher: der günstige Wasserkocher aus dem Lidl Online-Shop für 20 Euro.

Grafik mit Testergebnissen aus einem Wasserkocher-Test. (Foto: SWR)
Das Fazit des Wasserkocher-Tests bei Marktcheck.

Völlig verkalkter Wasserkocher – was kann man dagegen tun?

Alle drei bis vier Monate sollte man einen Wasserkocher entkalken und dazu das Kalksieb herausnehmen. Man kann einen Kalklöser im Drogeriemarkt kaufen. Aber es gibt auch günstigere Varianten: Mit Hilfe von Essig-Essenz, Zitronensaft oder Natron kann man sehr gut und umweltfreundlich Kalk entfernen.

Im Vergleich zu Ceran-, Elektro- oder auch Induktionsherden sind Wasserkocher laut Öko-Institut immer die bessere Wahl. Denn die Geräte sind so gebaut, dass nur wenig Wärme verloren geht und sie sich schnell nach dem Kochen abschalten.

Achtung: Aus billigen Kunststoff-Wasserkochern können sich winzige Mikroplastik-Teilchen lösen. Damit das nicht passiert, sollte man entweder hochwertige Kunststoff-Geräte kaufen oder Glas- und Metallmodelle verwenden.

Mikroplastik Die Gefahr aus dem Wasserkocher

Vor Mikroplastik können wir uns kaum noch entziehen. Bei einem Labortest kam heraus: Selbst Wasserkocher sondern Mikroplastik ab, das wir dann trinken.  mehr...

Marktcheck SWR Fernsehen

Audio herunterladen ( | MP3)

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG