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Viele empfinden bei Wohnmobil-Reisen das pure Freiheitsgefühl. Miete, Sprit, Stellplatz, Verpflegung und Aktivitäten: Johannes Zenglein hat am Bodensee getestet, wie teuer das wird.

Im eigenen Zuhause durch die Welt reisen, das geht nur beim Urlaub im Wohnmobil. Reisen mit dem Wohnmobil gilt als abwechslungsreich und als günstige Alternative zum Hotel. Doch die Kosten von der Anmietung eines Wohnmobils bis zur Rückgabe summieren sich.

SWR-Moderator Johannes Zenglein ist mit seinem gemieteten Wohnmobil an den Bodensee gereist und hat zusammengerechnet, was in vier Urlaubstagen an Ausgaben anfällt. Er erklärt, wie sich der Mietpreis für ein Wohnmobil zusammensetzt und gibt Tipps, worauf man bei einer Anmietung achten muss. Nicht jedes Fahrzeug ist für alle gleichermaßen geeignet. Außerdem erfährt er, wie sich teure 5-Sterne-Campingplätze von den günstigen unterscheiden.

Johannes Zenglein, Wohnmobil-Stellplatz Stadt Friedrichshafen. © SWRNina Gundermann (Foto: SWR, Nina Gundermann)
Johannes Zenglein, Wohnmobil-Stellplatz Stadt Friedrichshafen. © SWR/Nina Gundermann Nina Gundermann

Die Miete für das Wohnmobil ist bei weitem nicht alles

Johannes Zenglein mietet, obwohl er allein unterwegs ist, ein Wohnmobil, das auch familientauglich ist - Miete pro Tag 132 Euro. Das ist noch nicht alles: Besteck und Töpfe kosten 42 Euro Miete extra, plus Bettzeug für 52 Euro. Für das Campingset, also einen Tisch und zwei Stühle, kommen noch einmal 40 Euro obendrauf.

Der Mieter eines Wohnmobils hinterlegt eine Kaution und mit einer Selbstbeteiligung ist man auch vollkaskoversichert. Die Selbstbeteiligung liegt bei 1.200 Euro - also höher als der Mietpreis für die vier Tage Urlaub. Eine Übergabepauschale kommt auch noch dazu. Für vier Tage Wohnmobil kommen so knapp 800 Euro zusammen. „Da soll noch mal einer sagen, Campingurlaub wäre günstig.“

Zur Miete für das Wohnmobil kommt noch die Miete für Ausstattung und die Gebühren. (Foto: SWR)
Zur Miete für das Wohnmobil kommt noch die Miete für Ausstattung dazu und Gebühren.

Stellplätze am Bodensee mit Sterne-Komfort - und ohne

Der Bodensee ist ein beliebtes Urlaubsziel. 2019 haben hier mehr als 4,9 Millionen Touristen übernachtet. Johannes Zenglein testet einen großen 5-Sterne-Campingplatz bei Lindau, einen kleineren, familiären Platz im Naturschutzgebiet in Bodmann-Ludwigshafen, einen öffentlichen Standplatz für Wohnmobile in Friedrichshafen und eine kostenlose Abstellmöglichkeit auf einem Bauernhof in Airach. Die Straußenfarm gehört zur Vereinigung „Landvergnügen“ mit 800 Höfen in Deutschland, wo man kostenlos mit dem Wohnmobil unterkommt.

Unterm Strich kommen beim SWR-Moderator folgende Kosten zusammen: An den ersten beiden Tagen hat er etwa 850 Euro ausgegeben. Dazu kommen 60 Euro für Verpflegung und etwa 68 Euro für Sprit. Macht zusammen rund 976 Euro für den viertägigen Urlaub. Auf eine Person gerechnet viel Geld - aber mit diesem Wohnmobil hätte man auch gut zu viert verreisen können.

Beim Urlaub mit dem Wohnmobil sind die täglichen Kosten für Standgebühren unterschiedlich. (Foto: SWR)
Beim Urlaub mit dem Wohnmobil sind die täglichen Kosten für Standgebühren unterschiedlich.

Ein Wohnmobil mieten oder kaufen?

Noch höher als die Mietpreise sind allerdings die Anschaffungskosten. Wenn man beispielsweise mit einem neuen Wohnmobil im Wert von rund 85.000 Euro rechnet, sieht das so aus: Das geliehene Wohnmobil kostete 132 Euro pro Tag. Für 85.000 Euro könnte man das also fast 650 Tage ausleihen.

Wer also nur einmal im Jahr mit dem Wohnmobil verreisen möchte, sollte sich lieber eins leihen statt zu kaufen.

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