Ein Logo des superschnellen Datenfunk-Standards 5G. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Andrej Sokolow/dpa)

Versteigerung der Frequenzen Wie 5G unser Leben verändern wird

Weniger Funklöcher, selbstfahrende Autos und superschnelle Datenverbindungen – das alles soll 5G leisten. Ab heute werden die Frequenzen versteigert.

Mit 5G werden riesige Datenmengen ruckzuck verschickt

Mit der fünften Mobilfunkgeneration können Daten deutlich schneller als bislang übertragen werden. Im Vergleich zur bisherigen 4G- oder LTE-Technologie soll der neue Mobilfunkstandard 100 mal schneller sein. Das ist besonders nützlich, wenn Verbraucher große Mengen an Daten verschicken oder hochauflösende Filme und Serien anschauen möchten.

Aber auch die Wirtschaft wird von 5G profitieren. Immer mehr Daten müssen in der Industrie schnell übertragen werden und deshalb braucht es für viele Projekte künftig eine stabile, kabellose Internetverbindung. Die Fabriken der Zukunft werden komplett vernetzt sein: Anlagen zum Beispiel sollen nicht mehr per Hand, sondern per Smartphone gesteuert werden können.

Auch für ein modernes Verkehrssystem wird 5G benötigt, denn dadurch könnten Autos selbständig fahren und Ampeln vernetzt werden. In der Medizinbranche ist der Einsatz des neuen Mobilfunkstandards ebenfalls denkbar: Die Telemedizin könnte ausgebaut werden, damit Ärzte Patienten leichter virtuell beraten können.

Die meisten Funklöcher bleiben – trotz 5G

Smartphone-Nutzer sollten sich keine großen Hoffnungen machen, dass die bisherigen Mobilfunklöcher alle beseitigt werden. Durch 5G werden die bisherigen Standards 4G, 3G oder LTE nicht besser, die Löcher bleiben.

5G-Mobilfunkmast auf einem Testgelände (Foto: SWR)
Damit es in Deutschland weniger Funklöcher gibt, müssten mehr Funkmasten aufgestellt werden.

Die Frequenzen, die jetzt versteigert werden, sind nicht für die Fläche geeignet, sondern für Städte. Ballungszentren werden also von 5G profitieren, kleinere Städte und ländliche Gebiete bleiben erst einmal auf der Strecke. Viele Regionen klagen bereits bislang über eine mangelhafte Mobilfunkversorgung. Laut einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox gibt es aktuell in 240 Städten und Gemeinden in Deutschland kein gutes Netz.

Auch Ulm wartet unter anderen auf das Turbo-Internet. Zusammen mit Nokia will Ulm und der Alb-Donau-Kreis 5G-Testfeld werden. Ulm ist außerdem als „Digitale Zukunftsstadt“ von der zehnmal schnelleren Datenübertragung abhängig.

5G benötigt mehr Masten und neue Smartphones

Um Funklöcher zu beseitigen und ein flächendeckendes 5G-Netz aufzubauen, bräuchte es deutlich mehr Funkmasten als bisher. Allerdings ist ein Ausbau sehr teuer: Jeder einzelne 5G-Mast kostet schätzungsweise mehr als 100.000 Euro. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Anwohner gegen das Aufstellen der Funkmasten wehren. Die Betreiber müssen nicht nur Geld, sondern auch Zeit in den Ausbau investieren.

Um 5G nutzen zu können, wird ein Smartphone benötigt, das den neuen Mobilfunkstandard unterstützt. Im Laufe des Jahres sollen die ersten 5G-Smartphones auf den Markt kommen, das haben unter anderem die asiatischen Hersteller Samsung und Huawei angekündigt. Doch bis die Verbraucher die fünfte Mobilfunkgeneration nutzen können, wird es noch einige Zeit dauern.

Online: Tobias Frey

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