Die Tricks der Hersteller

Versteckte Preiserhöhung: Gleiche Verpackung, weniger Inhalt

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AUTOR/IN
Barbara Hirl
Patrick Jauß
Martin Küstermann
David Luding

Nicht immer ist offensichtlich, wenn Produkte teurer werden. Besonders schwer zu erkennen sind versteckte Preiserhöhungen durch weniger Inhalt in der Verpackung.

Gleiche Packung, weniger Inhalt - immer mehr Hersteller und Händler verstecken Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen - die Packung bleibt dabei oftmals identisch.

Schrumpfender Inhalt bei Marken und Eigenmarken

"Shrinkflation" wird das Phänomen genannt. Vom Englischen "to shrink", also schrumpfen, und "Inflation". Ein Trend, den die Verbraucherzentrale Hamburg immer häufiger feststellt - egal, ob bei Discountereigenmarken oder Markenprodukten. "Auffällig ist, dass natürlich jetzt die Hersteller und Händler da überhaupt keine Hemmungen mehr haben, dann die Preise zu erhöhen", so Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Den Verbraucherinnen und Verbrauchern wird dabei suggeriert, es wäre alles beim Alten - die Packung und das Design haben sich ja schließlich nur wenig bis gar nicht geändert. Folgende Vorgehensweisen der Hersteller lassen sich dabei unterscheiden:

Kleinere Packung, geringerer Preis

Erste Variante: Die Packung wird kleiner und auch der Preis sinkt. Aber Vorsicht: Der Preis wird hier unproportional zur Packungsverkleinerung angepasst. Dieses Vorgehen ist beispielsweise bei einem Bitterlemon-Getränk der Penny-Eigenmarke zu beobachten. Hier schrumpfte die Füllmenge der Flasche von eineinhalb Litern auf einen Liter und der Preis wurde auch verringert - unterm Strich ist das Getränk aber um etwa 25 Prozent teurer geworden.

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Weniger Inhalt, höherer Preis

Trick Nummer Zwei: Weniger Inhalt und trotzdem teurer. Ein Beispiel: Bio-Pizza, ebenfalls von Penny. Der Inhalt wurde hier von 460 auf 410 Gramm verringert, der Preis jedoch von 2,49 Euro auf 2,99 Euro erhöht - eine Preissteigerung um 35 Prozent.

Weniger Inhalt, gleicher Preis

Noch ein Trick der Industrie: weniger drin, gleichbleibender Preis. Das Problem dabei ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher kaum einen Unterschied bemerken, denn auch das Design der Packungen wird nicht angetastet - lediglich die Füllmenge hat sich geändert. So wird den Endkundinnen und -kunden ein Preisunterschied von bis zu 33 Prozent untergejubelt. 

Hersteller fordern Preiserhöhungen

Gründe für Preissteigerungen gibt es einige: Gestiegene Energiekosten, gestörte Lieferketten, teurere Düngemittel sowie Personalmangel. Die Preistreiber sind hier vor allem die Hersteller und nicht die Händler: "Die Händler sind Getriebene, weil die Hersteller mit einer nie dagewesen Aggressivität Preissteigerungen einfordern. […] Wenn man sich den Markt in der Vergangenheit angeschaut hat, dann hat ein Hersteller es gewagt, zwei bis drei Prozent mehr Preise gegenüber dem Handel zu fordern. Derzeit sehen wir, […] dass 20 bis 30 Prozent mehr Preissteigerungen gefordert werden", so der Verhandlungsexperte René Schumann.

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Martin Küstermann
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