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Pizza-Kartons, Wegwerf-Kaffeebecher und leere Pakete lassen Mülltonnen überquellen – pro Kopf sind es 227 Kilo Verpackungsmüll jährlich. Nachhaltige Mehrweg-Systeme stecken in der Entwicklung.

Die Müllmenge für Verpackungen ist in Deutschland, wie das Umweltbundesamt mitteilt, auf ein Rekordhoch gestiegen. Demnach hat jeder Bürger im Jahr 2017 – statistisch gesehen – 226,5 Kilo Verpackungsmüll produziert, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Hauptgrund: Die Deutschen essen immer öfter unterwegs, und sie bestellen immer öfter im Internet.

Neue Abfallrekorde – die Alternativen bei Wegwerf-Verpackungen

Im Versandhandel gibt es zumindest vielversprechende Versuche, die Verpackungsflut einzudämmen. Das Motto dabei heißt: Mehrweg statt Einweg. Schon jetzt verschicken einzelne Online-Shops ihre Ware mit wiederverwertbaren Boxen. Und mit Zalando hat sich kürzlich auch ein großes Unternehmen in der Branche am Mehrweg-System versucht: In einem Pilotversuch in Skandinavien hat der Onlinehändler Versandtaschen getestet, die immer wieder benutzt werden können. Allerdings ist dieser Versuch, laut Unternehmen, noch nicht ausgewertet. Es ist also noch unklar, ob das funktioniert hat.

Pfandsysteme: Kunden müssen mitmachen

Dabei gibt es eine große Herausforderung: Wir Kunden müssen mitarbeiten. Denn Mehrweg bedeutet ja, die Verpackung muss wieder zurück in den Kreislauf. Das kann funktionieren – das zeigt in Deutschland recht gut unser Pfandsystem für Getränkeflaschen. Aber es steht und fällt damit, dass es möglichst einfache Lösungen gibt. Dass man etwa die Boxen oder Taschen einfach wieder in den Briefkasten werfen oder im Supermarkt oder an der Tankstelle abgeben kann.

Bis solche Lösungen gefunden und aufgebaut sind, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Zumindest aber gibt es so etwas wie eine Vision für weniger Verpackungen im Onlinehandel.

Recycling: Plastikflaschen (Foto: dpa Bildfunk, Daniel Bockwoldt)
Leitungswasser trinken statt Wasser aus Plastikflaschen wäre schon ein großer Gewinn. Daniel Bockwoldt

Essen to go – nachwachsende Rohstoffe helfen nur bedingt

Ganz anders sieht das im Bereich der Unterwegs-Verpflegung aus. Hier gibt es bisher nur für den Kaffee zwischendurch eine gute Lösung: Längst bringen viele Kunden ihren eigenen Becher zum Bäcker mit oder die Bäckereien bieten Mehrweg-Becher selbst an. Allerdings ist das wirklich die Ausnahme. So ein Kaffeebecher ist leicht zu transportieren und, ganz wichtig, auch leicht zu spülen.

Anders sieht es bei Verpackungen für die Pizza oder das Curry vom Thai-Imbiss für die Mittagspause aus. Hierfür gibt es aktuell, bis auf wenige Ausnahmen in der Nische, keine funktionierenden Mehrweg-Systeme und auch keine Ideen, wie so etwas realistisch in die Tat umgesetzt werden könnte. Die Verpackungsindustrie versucht stattdessen, auf Material aus nachwachsenden Rohstoffen umzusteigen. Aber da ist die Ökobilanz meist auch nicht viel besser als bei Pappe oder Kunststoff. Und das Problem der wachsenden Abfallberge löst das auch nicht.

Deshalb dürfte in den kommenden Jahren der Trend zu mehr Abfall aus Verpackungen von Speisen und Getränken eher anhalten statt abebben. Manche Kommunen diskutieren deshalb über eine Steuer auf Verpackungsmüll.

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