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Die schönste Zeit des Jahres ist für viele der Sommerurlaub. Doch der kostet Geld – und längst nicht alle dürfen sich über Urlaubsgeld freuen. Wer damit rechnen kann und wer nicht.

In Deutschland bekommen 44 Prozent aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung des Internetportals "Lohnspiegel.de", das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betreut wird.

Für die Analyse wurden die Angaben von mehr als 53.000 Beschäftigten von Anfang August 2019 bis Ende Mai 2020 ausgewertet.

Wer Urlaubsgeld bekommt und wer nicht

Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Unternehmen Urlaubsgeld gezahlt wird, steigt mit der Größe des Betriebs – und erhöht sich zusätzlich, wenn für die Beschäftigten Tarifbindung gilt: 71 Prozent der Mitarbeiter in Firmen mit Tarifvertrag bekommen die Zahlung, aber nur 34 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifvertrag.

Auch die Höhe des Urlaubsgeldes kann sehr unterschiedlich ausfallen: Nach der Erhebung liegt die Bandbreite zwischen 155 und 2513 Euro – in der mittleren Vergütungsgruppe ohne Zuschläge.

Höchstes Urlaubsgeld in Metallindustrie und Versicherungsgewerbe

Das WSI hat 22 Tarifbranchen ausgewertet. Die Unterschiede zwischen den Branchen sind groß: In der Landwirtschaft und im Hotel- und Gaststättengewerbe wird demnach am wenigsten Urlaubsgeld gezahlt.

Das meiste Geld bekommen Mitarbeiter in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Metallindustrie, der papierverarbeitenden Industrie, dem Kfz-Gewerbe, der Druckindustrie, im Versicherungsgewerbe, dem Einzelhandel, der Bauindustrie und in der chemischen Industrie.

Corona-Krise hat Einfluss auf das Urlaubsgeld

In der Corona-Krise ist das Urlaubsgeld für viele Arbeitnehmer besonders wichtig – vor allem für diejenigen, die in Kurzarbeit sind und daher derzeit deutlich weniger Geld verdienen.

Gleichzeitig gibt es einige Unternehmen, die in Corona-Zeiten das Urlaubsgeld streichen wollen – etwa die Firmen, die es freiwillig zahlen. Wo die Zahlung tarifvertraglich zugesichert ist, kann der Chef das Geld seinen Mitarbeitern nicht einfach vorenthalten.

Der Untersuchung des WSI zufolge ist es in einigen Branchen dieses Jahr möglich, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld anteilig auf den Monatslohn aufzuschlagen – das bewirkt im Fall von Kurzarbeit ein höheres Kurzarbeitergeld.

Urlaubsgeld teilweise auch in Jahressonderzahlung eingerechnet

Teilweise wissen Arbeitnehmer nicht, dass sie Urlaubsgeld bekommen. Das ist oft dann der Fall, wenn der Betrag in einer einheitlichen Jahressonderzahlung zum Beispiel mit Weihnachtsgeld zusammengefasst ist.

Andere Firmen rechnen das Urlaubsgeld auch in die Lohntabelle mit ein, so etwa die Deutsche Bahn, Unternehmen im Bankgewerbe und in Teilen der Energiewirtschaft.

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