Wer im Jahr 2023 in den Urlaub fliegen möchte, sollte frühzeitig buchen.

Günstig weg im teuren Sommer

Urlaub 2023: So lässt sich Geld sparen beim Reisen

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Tamara Land
Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion
Katha Jansen
SWR-Wirtschaftsredakteurin Katha Jansen
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Michael Herr

Reisen ist teuer geworden. Flüge und Unterkünfte kosten oft deutlich mehr als im Vorjahr. Ferien um jeden Preis? Wie man trotzdem sparen kann - und welche Länder günstiger sind.

Gibt es noch günstige Flüge?

Grundsätzlich gilt, dass Flugreisen für diesen Sommer teurer geworden sind. Im Schnitt sind die Ticketpreise für Flüge in den Sommerferien um knapp 17 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einer Auswertung der Flugpreise für die 30 beliebtesten Sommerferienziele hervor, die das Portal "Check24" für den SWR vorgenommen hat.

Allerdings ist die Spannbreite sehr groß. Ein Ausreißer nach oben ist beispielsweise Bangkok. Ein Flug in die thailändische Hauptstadt kostet dieses Jahr rund 1.100 Euro und damit gut 50 Prozent mehr als im vergangenen Sommer.

Auch Rom und Barcelona haben sich als Flugreiseziele mit Plus 40 Prozent merklich verteuert. Flüge nach Malaga sind dagegen mit fünf Prozent Plus nur unwesentlich teurer geworden. Und Flüge nach Las Vegas sind der Analyse des Vergleichsportals zufolge sogar günstiger geworden.

Warnstreiks und IT-Panne Wie bekommen Reisende ihr Geld für Flugtickets zurück?

Die Flughäfen im Südwesten durchleben stürmische Tage. Wenn Flüge infolge von Streiks oder Computerpannen nicht starten, haben Fluggäste Anspruch auf Ersatz.

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Warum sind die Flugtickets so viel teurer?

Der wichtigste Grund ist die hohe Nachfrage: Im ersten Sommer vollständig ohne pandemiebedingte Reiseeinschränkungen wollen viele Menschen einfach weg, der Run auf die Urlaubsorte ist riesig. Die hohe Nachfrage trifft aber auf weiterhin eingeschränkte Flugkapazitäten. Immer noch mangelt es an den Flughäfen und bei den Airlines an Personal.

Allein die Lufthansa hat aus diesem Grund für den Sommer vorsorglich mehr als 30.000 Flüge gestrichen, das entspricht rund 500 Verbindungen pro Tag. Außerdem sind bei vielen Fluglinien Maschinen knapp. Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing können Flieger aktuell nicht pünktlich ausliefern.

Nicht zuletzt sind die Energiepreise weiterhin höher als vor der Pandemie - auch wenn die Kerosinpreise im Vergleich zum Allzeithoch im vergangenen Sommer heute etwas niedriger sind.

Flugreisende müssen in diesem Jahr aufgrund gestiegener Treibstoffkosten mit höheren Ticketpreisen rechnen.
Flugreisende müssen in diesem Jahr aufgrund gestiegener Treibstoffkosten mit höheren Ticketpreisen rechnen.

Wie man trotzdem Geld sparen kann beim Buchen

Es gelten die üblichen Tipps: Wer kann, sollte einen Flug in der Hauptsaison vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, zum Beispiel, weil schulpflichtige Kinder dabei sind, sollte man versuchen, bei den Abflugdaten flexibel zu sein. Von Dienstag bis Dienstag zu reisen kann bisweilen günstiger sein als von Samstag bis Samstag.

Flexibilität kann sich auch beim Abflugort lohnen: Wer von einem Nachbarland oder vom benachbarten Bundesland aus losfliegen kann, in dem die Ferien möglicherweise schon vorbei sind oder noch nicht angefangen haben, kann Geld sparen. Grundsätzlich gilt: Wer in der Hauptsaison fliegen will, sollte lieber früh buchen.

Es gibt zudem statistisch einen günstigen Buchungszeitpunkt im Wochenverlauf: Zumindest Langstreckenflüge sind dem Vergleichsportal "Check24" zufolge freitagmorgens am günstigsten zu haben. Für Ziele in Europa gibt es leider keinen idealen Buchungszeitpunkt.

Können spezielle Suchmaschinen für Flugtickets einen Unterschied machen?

Es gibt Flugsuchmaschinen, die günstigere Angebote finden, weil sie alle Anbieter auf dem Markt checken und dann Verbindungen vorschlagen, die keine durchgängige Ticketnummer haben. Dazu gehört der Platzhirsch "Kiwi.com". Mit solchen Programmen kann man tatsächlich in vielen Fällen Geld sparen.

Konkretes Beispiel: Für einen Flug von Stuttgart nach Teneriffa und zurück bezahlt man etwa im Ferienflieger 465 Euro. Mit einer Spezialsuchmaschine findet man dieselbe Verbindung für 330 Euro - eine Ersparnis von 135 Euro.

Die von diesen Suchmaschinen vorgeschlagenen Verbindungen haben aber mehr als einen Haken:

  • Oft ist bei der Billigverbindung kein Gepäckstück inklusive, das kommt auf den Ticketpreis obendrauf.
  • Außerdem sind die Flüge manchmal mit Unannehmlichkeiten verbunden. Im konkreten Fall gibt es einen Zwischenstopp in Barcelona - mit fünf Stunden Aufenthalt mitten in der Nacht.
  • Selbst bei völliger Stressresistenz bleibt ein Risiko: Bei einer Buchung über solche Suchmaschinen wird jede Teilstrecke einzeln gekauft. Im konkreten Fall sind sogar verschiedene Airlines im Spiel. Wenn dann der erste Flug möglicherweise verspätet ist oder ausfällt, hat man, was die Anschlüsse angeht, keinerlei Anspruch auf Ersatzbeförderung. Im Zweifel heißt das: kurzfristig neu buchen - meistens deutlich teurer.

Also Vorsicht: Wer darüber nachdenkt, über eine solche Suchmaschine zu buchen, sollte sich diese Risiken bewusst machen.

Werden Pauschalreisen und Ferienwohnungen teurer?

Die Kosten für Pauschalurlaub sind gestiegen - das ist unter anderem den Preissteigerungen bei Flügen geschuldet. Weil sie ein Teil des Gesamtpreises sind, werden dadurch auch Pauschalreisen teurer. Eine Zahl, die das gut verdeutlicht: Beim größten Reiseveranstalter Tui sind die Durchschnittspreise im Vergleich zu 2019, dem Sommer vor der Pandemie, um mehr als ein Viertel gestiegen.

Auch bei Ferienwohnungen und -häusern, die seit Corona sehr gefragt sind, sieht es nicht besser aus: Laut dem Ferienhaus-Portal "HomeToGo" sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent nach oben gegangen.

Spartipp: Immerhin lässt sich Geld sparen, indem man die Anreise individuell organisiert und vor Ort selbst einkauft und kocht, statt ins Restaurant zu gehen.

Ist "Last Minute" buchen eine Option?

Seit vielen Jahren behaupten die Reiseveranstalter, Buchen auf den letzten Drücker sei ein Modell der Vergangenheit. In diesem Jahr wird dieses Mantra besonders laut wiederholt. Aus Branchensicht ist das nachvollziehbar: Die Tourismusindustrie profitiert von frühen Buchungen, das gibt den Unternehmen Planungssicherheit. In der Vergangenheit wurden daher die Frühbucherrabatte stark beworben.

Die Pandemie hat diesen Trend ein Stück weit ausgebremst. Weil Corona das Reisejahr unberechenbar gemacht hat, wollten sich viele Kunden nicht festlegen und haben den Buchungszeitpunkt so weit wie möglich nach hinten geschoben. "Last Minute"-Angebote feierten so ein, für die Industrie unverhofftes, Comeback.

Die Branche will das Ruder nun wieder herumreißen und lockt in diesem Jahr offensiv mit Frühbucherrabatten und Flex-Tarifen. Wer die nötige Flexibilität bei Ziel und Reisedatum mitbringt, muss sich darauf allerdings nicht einlassen. Es wird auch in diesem Jahr wieder Schnäppchen auf den letzten Drücker geben.

Spartipps für Urlaub in den Schulferien

Wer allerdings an Ferienzeiten gebunden ist, kann sich auf Schnäppchen last minute nicht verlassen. Hier gilt: Wer sparen will, sollte früher buchen.

Wer sich alle Optionen offen halten will, kann auch über einen Flex-Tarif nachdenken: Gegen einen bestimmten Aufpreis kann die Reise wenige Wochen vor der geplanten Abreise noch storniert werden - und zwar ohne Angaben von Gründen. Wenn man also vier Wochen vor Reiseantritt tatsächlich noch ein "Last Minute"-Angebot findet, ist man die teurere Variante schnell wieder los.

Zeichnet sich bei den Preisen für Mietwagen Entspannung ab?

Bei den Mietwagen dürfte es in diesem Sommer tatsächlich etwas günstiger werden - allerdings nur im Vergleich zum Vorjahr. In Spanien sind die Preise nach Angaben des Vergleichsportals "billiger-mietwagen.de" um rund sechs Prozent gesunken, in Italien um 13 Prozent, Griechenland ist sogar 15 Prozent günstiger als im Vorjahr. Den Touristen kommt zugute, dass sich die Lieferengpässe bei Autoteilen im vergangenen Jahr merklich entspannt haben, die Autoverleiher konnten ihre Flotten aufstocken.

Vom Preisniveau vor der Pandemie sind die Mietpreise fürs Urlaubsauto allerdings weiterhin weit entfernt. Die Auswertung des Vergleichsportals zeigt: In diesem Sommer kostet ein Auto auf Mallorca im Schnitt 60 Euro am Tag. Das sind etwa zehn Prozent weniger als im vergangenen Sommer - aber fast dreimal so viel wie 2019. Fachleute sind sich einig: Auf das Niveau vor der Pandemie werden die Preise auf absehbare Zeit nicht zurückkehren.

Auch hier lohnt es sich also, möglichst früh zu buchen. Häufig sind die Angebote noch kurzfristig stornierbar, so dass man sich auch spontan umentscheiden kann, falls man vor Ort doch noch einen günstigeren Mietwagen entdeckt.

Ist Camping eine günstige Alternative?

Während der Pandemie haben viele erste Erfahrungen mit Campingurlaub gesammelt. Wer ein Wohnmobil oder einen Caravan mieten möchte, muss dafür allerdings auch mit stattlichen Kosten rechnen.

Günstiger weg kommt man im Dachzelt. Doch auf dem Auto zu übernachten, fühlt sich deutlich anders an als in einem normalen Zelt. Das Dachzelt könnte also eine Alternative sein für alle, die zwar Campen wollen, aber bislang nicht gerne zelten.

Ein Besucher der Messe «Caravan live» sieht sich ein Dachzelt an. Auf der laut Veranstalter «größten und wichtigsten Informations- und Verkaufsplattform der Caravaning-Branche im Südwesten» präsentieren sich zahlreiche Hersteller von Reisemobilen und Caravans, Anbieter von Camping-Zubehör sowie Betreiber von Campingplätzen.
Günstige Übernachten auf dem Auto: Dachzelte auf einer Messe in Freiburg

Es gibt verschiedene Modelle - manche zum Auseinanderklappen, andere zwischen zwei Hartschalen zum automatischen Hochfahren. Das Grundprinzip ist aber immer das Gleiche: Zeltbox aufs Dach und los. Wichtig zu wissen: Für Dachzelte braucht man nicht zwangsläufig ein Auto mit Dachreling.

Die Mietkosten für das Zelt auf dem Autodach liegen oft zwischen 20 und 50 Euro am Tag. Damit kann ein Dachzelt vor allem innerhalb der Hauptsaison beim Sparen helfen, denn da ziehen die Mietpreise für Camper nochmal ordentlich an - schnell muss man 150 oder 200 Euro pro Nacht zahlen. 

Und wer dennoch ein festes Dach über dem Kopf haben möchte?

Für den könnten Mobilheime - mobile homes - auf Campingplätzen eine Alternative sein. Die sind im Laufe der letzten Jahre vielerorts renoviert oder komplett neu aufgebaut worden und haben deshalb oft einen ganz guten Standard.

Wenn ich also prinzipiell Lust habe, auf einem Campingplatz Urlaub zu machen und vielleicht nur nicht Zelten oder im Wohnmobil schlafen will, kann sich das feste Häuschen lohnen.

Macht auch Sinn für alle, die einfach ein bisschen mehr Platz brauchen. Viele der Minihäuser gibt es auch mit Klimaanlage und Bad. Die Preise unterscheiden sich je nach Land und Saison sehr, liegen aber eben häufig unter denen für Hotelzimmer.

Was versteckt sich hinter dem Begriff "Timesharing?"

Beim Timesharing kaufe ich mir als Urlauber ein Nutzungsrecht für eine Ferienimmobilie. Das sind oft Appartments in größeren Ferienanlagen oder aber Ferienhäuser. Es gibt einen Vertrag, der regelt, dass ich die Unterkunft für einen bestimmten Zeitraum im Jahr nutzen kann, mit einer festgelegten Laufzeit, also für die nächsten fünf oder 20 Jahre.

Diesen Vertrag mache nicht nur ich, sondern mehrere Menschen - jeder bekommt einen Zeitraum zugewiesen und so teilt man sich quasi die Immobilie und macht hintereinander dort Urlaub.

Die Verbraucherzentralen sehen das Modell aber ziemlich kritisch. Sie sagen: Die verlangten Preise sind oft zu hoch, und es gibt ein hohes Risiko, am Ende zu viel zu zahlen. Dazu kommt noch: Ich muss das Geld für Jahre im Voraus bezahlen, ohne die Zukunft zu kennen. Und Nebenkosten kommen auch noch jedes Jahr obendrauf. Selbstverständlich bin ich dann auch für Jahre an diesen einen Urlaubsort gebunden.

Nachtzüge boomen und sind heiß begehrt

Wer statt mit dem Flugzeug lieber mit dem Nachtzug in den Urlaub fahren möchte, sollte frühzeitig buchen. Da Nachtzüge seit einigen Jahren im Trend liegen, sind sie häufig schnell ausgebucht oder die Ticketpreise sind kurz vor Reisestart extrem hoch.

Urlauber sollten sich überlegen, wie komfortabel sie reisen möchten. Plätze im Sitzwagen sind deutlich günstiger als ein eigenes Bett im Schlafabteil. Am teuersten ist es, ein eigenes Abteil zu mieten. Wer beim Reisekomfort Abstriche macht, kann oft günstige Nachtzug-Tickets bekommen.

Urlaub in Kroatien könnte dieses Jahr teuer werden

Im Urlaubsland Kroatien gilt seit diesem Jahr offiziell der Euro als Landeswährung. Er hat die bisherige Währung Kuna abgelöst.

Die Menschen in Kroatien beschweren sich seit der Einführung des Euros über deutlich gestiegene Preise - zum Beispiel in Cafés, Restaurants und Supermärkten. Urlauber müssen also in Kroatien mit höheren Lebenshaltungskosten als früher rechnen.

Welche Urlaubsländer sind besonders günstig?

Laut statistischem Bundesamt ist der Urlaub in Südeuropa oft deutlich günstiger als innerhalb von Deutschland. Besonders reizvoll sind Albanien, die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Montenegro.

Wer sparen will, sollte Länder wie die Schweiz, Island oder Norwegen meiden. Hier sind die Lebenshaltungskosten generell deutlich teurer als in Deutschland.

Preisniveau in ausgewählten Urlaubsländern
Das kostet der Urlaub in ausgewählten Urlaubsländern.

Hotelzimmer ab 30 Euro pro Nacht und Essen gehen für circa 15 Euro: Ein Geheimtipp ist Albanien nicht mehr, aber die Pauschaltouristen haben noch nicht das ganze Land entdeckt.

Das soll auch so bleiben - Albanien will ein paar Fehler vermeiden: Die Naturschönheiten im Landesinneren sollen erhalten werden.

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Reisemesse mit überdurchschnittlicher Bilanz CMT 2023 in Stuttgart: Ziele vor der Haustür locken immer noch

Mit 265.000 Besucherinnen und Besuchern melden die Macher der Reisemesse CMT in Stuttgart überdurchschnittliche Zahlen zum Abschluss. Nach Corona sei die Lust aufs Reisen groß.

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