Wer im Jahr 2023 in den Urlaub fliegen möchte, sollte frühzeitig buchen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Günstige Reiseangebote

Reisen 2023: So lässt sich Geld sparen

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Christof Gaißmayer
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Jutta Kaiser
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Wer bereits jetzt seine Reiseplanungen für die kommenden Monate macht, kann häufig günstiger in den Urlaub fliegen - es lohnt sich, früh zu buchen.

Vor allem jetzt im Januar werben viele Veranstalter mit Frühbucherrabatten. Je nach Reiseland, Reisezeitraum und Hotel sind bis zu 50 Prozent Ersparnis drin im Vergleich zu einer späteren Buchung. Aber Vorsicht: Nur, weil auf einem Angebot "Frühbucher" draufsteht, muss es noch lange nicht das günstigste sein, sagt SWR-Reiseexpertin Tamara Land.

Allerdings ist das generelle Preisniveau angesichts der allgemeinen Teuerung auch bei den Reisen gestiegen. Das gilt für die gesamte Branche, wobei vor allem die Individualreise mit dem Flugzeug in diesem Jahr deutlich teurer sein wird. Die Internet-Flugsuchmaschine Swoodoo spricht nach einer aktuellen Untersuchung von teils absurd hohen Ticket-Preisen bei den Airlines. Grund sei unter anderem das Flugbenzin, das sich drastisch verteuert hat.

Reiseplanung 2023: Urlauber sollten flexibel sein

Um Geld zu sparen, sollten sich Urlauber nicht auf einen Abflughafen festlegen. Statt von Stuttgart aus können Flüge zum Beispiel von Frankfurt oder München günstiger sein. "Es empfiehlt sich auch der Blick auf Flughäfen im nahen Ausland", sagt Verbraucherschützer Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

So könnten Urlauber zum Beispiel mit dem Zug nach Paris oder Zürich fahren und von dort aus in den Urlaub fliegen. "Teilweise spart man sich dadurch bei Langstreckenflügen einige hundert Euro." Oft ist es auch günstiger unter der Woche abzufliegen statt am Wochenende.

Flugreisende müssen in diesem Jahr aufgrund gestiegener Treibstoffkosten mit höheren Ticketpreisen rechnen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Flugreisende müssen in diesem Jahr aufgrund gestiegener Treibstoffkosten mit höheren Ticketpreisen rechnen. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Pauschalreisen möglicherweise günstiger

All-Inclusive-Reisen sind empfehlenswert für alle, die es schätzen, direkt die kompletten Urlaubskosten zu erfahren. Auch Pauschalreisen können in diesem Jahr noch relativ günstig sein. Die stark gestiegenen Preise der Airlines schlagen hier noch nicht so durch, da die Reiseveranstalter beim Einkauf der Sitze in den Flugzeugen hohe Rabatte bekommen.

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Bei Online-Buchung auf Details und mögliche Preisfallen achten

Entdeckt man ein günstigeres Angebot, sollte man allerdings gut alle Konditionen vergleichen. Es kann zum Beispiel sein, dass in einem Angebot der Transfer vom Flughafen zum Hotel nicht inbegriffen ist - und das Geld für ein Taxi vor Ort frisst die Ersparnis unterm Strich wieder auf.

Auch bei Flügen ist online nicht immer ersichtlich, welcher Tarif gebucht wird - und davon hängt ab, wie viel Gepäck man mitnehmen darf und ob Mahlzeiten und Getränke enthalten sind. Im Zweifel kann man bei der Hotline anrufen und nachfragen. Eine weitere Falle beim Buchen im Internet können Versicherungen sein, die einem dazu angeboten werden und die unter Umständen unnötig sind.

Absicherung vor Corona oder anderen Risiken: Flextarife und Versicherung

Die großen Reiseveranstalter bieten seit Ausbruch der Corona-Pandemie sogenannte Flex-Tarife an. Mit ihnen kann man den Urlaub je nach Veranstalter vier bis zwei Wochen vor Abreise noch stornieren und bekommt sein Geld zurück. Das kostet allerdings meistens einen Aufpreis. Oft werden 50 Euro pro Buchung angesetzt, bei manchen Veranstaltern ist das aber auch bereits eingepreist oder kostet einen symbolischen Euro.

Unabhängig vom Flextarif empfiehlt SWR-Reiseexpertin Tamara Land bei weit im Voraus gebuchten Reisen eine Reiserücktritts-Versicherung, die bei kurzfristiger Krankheit einspringt. Und für gesetzlich Krankenversicherte eine Auslandskrankenversicherung. Denn die gesetzliche Krankenversicherung springt in vielen Ländern nicht ein oder der Schutz nicht nicht aus. Sich abzusichern ist nicht teuer: Eine Jahrespolice gibt es für Singles schon für etwa 10 Euro im Jahr, für Senioren ist es allerdings meistens teurer.

Nachtzüge boomen und sind heiß begehrt

Wer statt mit dem Flugzeug lieber mit dem Nachtzug in den Urlaub fahren möchte, sollte frühzeitig buchen. Da Nachtzüge seit einigen Jahren im Trend liegen, sind sie häufig schnell ausgebucht oder die Ticketpreise sind kurz vor Reisestart extrem hoch.

Urlauber sollten sich dabei überlegen, wie komfortabel sie reisen möchten: Plätze im Sitzwagen sind deutlich günstiger als ein eigenes Bett im Schlafabteil. Am teuersten ist es, ein eigenes Abteil zu mieten. Wer Abstriche beim Reisekomfort macht, kann oft günstige Nachtzug-Tickets bekommen.

Urlaub in Kroatien könnte dieses Jahr teuer werden

Im Urlaubsland Kroatien gilt seit diesem Jahr offiziell der Euro als Landeswährung, der die bisherige Währung Kuna abgelöst hat. Die Menschen in Kroatien beschweren sich nach der Euro-Einführung über deutlich gestiegene Preise - zum Beispiel in Cafés, Restaurants und Supermärkten. Urlauber müssen also mit höheren Lebenshaltungskosten in Kroatien rechnen.

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