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Immer mehr Dinge digital abwickeln – etwa mit dem Smartphone – ist für Viele ein Zeichen des gesellschaftlichen Fortschritts. Aber das frisst enorm viel Energie und Ressourcen.

Dünger und Pflanzenschutzmittel gezielt und sparsam einsetzen dank digitaler Technik oder autonomes Fahren dank Digitalisierung im Verkehr: Der zunehmende Einsatz von digitalen Geräten kann positive Effekte haben, ist aber noch lange nicht überall nachhaltig.

Das Smartphone: schlechte Umweltbilanz bei Produktion und Datenmengen

Smartphones verbrauchen die meiste Energie und Ressourcen bei ihrer Produktion. Denn Edelmetalle und seltene Erden, die im Smartphone stecken, sind Rohstoffe, die oft unter umwelt- und klimaschädigenden Umständen gewonnen werden. Dazu kommt, dass gerade bei kleinteiligem Elektroschrott das Recycling kaum funktioniert und die Rohstoffe oft vergeudet werden. Je kürzer ein Handy genutzt wird, umso schlechter fällt die Bilanz für Klima und Umwelt aus.

Aber nicht nur die Smartphone-Produktion fällt negativ ins Gewicht, auch die Nutzung der Mobiltelefone: Ein zehn Minuten langer Video-Stream auf dem Smartphone frisst so viel Energie wie auf dem Herd fünf Minuten lang Wasser kochen zu lassen. Weil die Geräte immer schneller und schlauer werden, ist Telefonieren zur Nebensache geworden. Wir verschicken Fotos oder Konzertmitschnitte gleich zigfach an den Freundeskreis. Das Datenvolumen im Mobilfunk in Deutschland wächst rasant – es verdoppelt sich alle zwei Jahre.

picture alliance / empics

Internetnutzung lässt mehr Treibhausgase entstehen als Flugzeuge

Das Internet insgesamt – also die Herstellung der Geräte, der Verbrauch in den Rechenzentren, Computern und Netzwerken – hat am weltweiten Treibhausgas-Ausstoß einen Anteil von fast vier Prozent. Das ist schon heute mehr als die Klimasünde Fliegen.

Smart Home: ein enormer Energiefresser

„Alexa, mach das Licht aus!“ – für das Smart Home, das sich mit digitalen Kommandozentralen dirigieren lässt, werden im Haushalt Geräte wie Herd, Kühlschrank oder Heizung miteinander vernetzt und stehen allzeit bereit. Solche smarten Zuhause werden langfristig in Deutschland um die 15 Terrawattstunden zusätzliche Energie jährlich verbrauchen, so Schätzungen – das ist mehr, als ein deutsches Atomkraftwerk im Schnitt pro Jahr produziert.

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