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Eine Strompreis-Erhöhung – aber versteckt in vermeintlicher Werbepost. Damit arbeitet so mancher Stromanbieter, um Kunden zu halten. Diese Tricks sollten Verbraucher kennen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Wenn ein Stromanbieter seine Preise erhöht, haben Kunden ein Sonder-Kündigungsrecht. Manche Firmen versuchen zu verhindern, dass die Verbraucher das auch in Anspruch nehmen – denn treue Kunden bringen den Konzernen am meisten Geld.

Trick 1: Die Preise gleichzeitig senken und erhöhen – und so Verwirrung stiften

Manch ein Stromanbieter verschickt eine E-Mail oder ein Schreiben mit der scheinbar guten Nachricht: „Ihr Strompreis wird aufgrund Ihrer Treue und unserer Einkaufspolitik noch günstiger.“ Doch beim genauen Lesen zeigt sich: Zwar sinkt der Strompreis pro Kilowattstunde um gerade einmal 0,01 Cent. Doch dafür steigt der Grundpreis, also die fixe monatliche Pauschale, um fast 30 Euro. Insgesamt gesehen also eine saftige Preiserhöhung.

Beim Verbraucher soll durch falsche Informationen ein Irrtum erregt werden. Das soll dazu führen, dass er eine Preiserhöhung über 600 Prozent nicht bemerkt.

Matthias Bauer, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Trick 2: Preiserhöhung getarnt als Werbung

Auch in diesem Fall bekommt der Kunde Post. Auf Seite 1 wirbt der Stromanbieter für einen neuen Tarif. Dazu sind Bilder von Ostereiern abgedruckt. Doch auf Seite 2 des Schreibens steht, dass der Kunde demnächst 20 Euro mehr zahlen muss – pro Monat. Das Kalkül der Anbieter: Der Verbraucher nimmt das Schreiben auf den ersten Blick als Werbung wahr und entsorgt es, ohne es zu lesen.

Das ist natürlich ein klassischer Trick, machen auch andere Anbieter. Dieses Schreiben soll als Werbeschreiben erkannt werden und nicht als Preiserhöhungsschreiben.

Matthias Bauer, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Trick 3: Kündigungs-Bestätigung zum falschen Datum

Erhöht ein Stromanbieter seine Preise, muss er das spätestens sechs Wochen vorher ankündigen. Kunden haben dann ein Sonder-Kündigungsrecht. Dieses gilt in der Regel zwei Wochen ab dem Tag, an dem das Schreiben angekommen ist. Nimmt ein Kunde sein Recht in Anspruch und kündigt, kann es vorkommen, dass der Anbieter zwar eine Bestätigung zusendet – allerdings zu einem falschen Termin, zum Beispiel ein volles Jahr später. Der Verbraucher wähnt sich in Sicherheit, muss im Zweifel aber um sein Recht kämpfen.

Tipp: Um Ärger zu vermeiden, ist es ratsam, sich bei den Verbraucherzentralen zu informieren, welche Anbieter mit solchen oder ähnlichen Tricks aufgefallen sind.

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