Tomaten gibt es nicht nur in rot, sondern auch in gelb und grün. (Foto: dpa Bildfunk, Soeren Stache/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk)

Ungewöhnliche Tomatensorten

Deshalb sind unreife Tomaten giftig und grüne nicht

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Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt (Foto: SWR)

Im Supermarkt sehen wir immer öfter exotische Tomatensorten: von gelb bis gestreift, manche sind grün.  Doch bei unreifen Tomaten ist Vorsicht geboten wegen des Solanins.

Der Unterschied zwischen unreifen und grünen Tomaten

Unreife Tomaten enthalten das Gift Solanin. Das ist typisch in den grünen Teilen von Nachtschattengewächsen. Es findet sich sowohl in den Keimen und grünen Stellen bei Kartoffeln, als auch im grünen, holzigen Stielansatz bei reifen Tomaten. Es sorgt für einen bitteren Geschmack. Den schneidet man deshalb auch weg. Bei Sorten wie etwa Cherrytomaten ist er allerdings so klein, dass mitessen kein Problem ist.

Reife, grüne Tomaten erkennen

Neben roten Tomaten liegen im Supermarkt häufig auch grüne Tomaten. Diese sind jedoch nicht unreif, obwohl die Pflanzen grün sind. Hier handelt es sich um eine grüne Sorte und deshalb ist es in Ordnung, wenn wir sie essen. Die grünen Sorten schmecken eher etwas sauer und unterscheiden sich vom fruchtig-süßen Geschmack der roten Frucht. Die Reife grüner Tomatensorten erkennt man am gelblichen Schimmer. Außerdem sind die reifen Früchte nicht mehr steinhart.

Für Hobbygärtner: Tomaten nachreifen lassen, lohnt sich

Bei unreifen Früchten empfiehlt es sich, die Tomatenpflanze komplett abzuschneiden und mit den grünen Tomaten zum Nachreifen aufzuhängen. Man kann die letzten unreifen Tomaten aber auch ernten, in eine Papiertüte packen und dort einige Tage nachreifen lassen – bei angenehm warmen Temperaturen von 18 bis 20 Grad. So werden die grünen Früchte auch noch reif, rot und essbar.

Wichtig ist, sie so lange wie möglich reifen zu lassen. Denn den süß-sauren Geschmack entwickelt das Gemüse mehr, wenn sie beispielsweise im Garten am Strauch reift, und sie baut dann auch Solanin in größeren Mengen ab.

 

Ernteschwemme im Sommer: Tomaten ab ins Einmachglas. (Foto: dpa Bildfunk, Caroline Seidel dpa/lbn  +++(c) dpa - Bildfunk)
Ernteschwemme im Sommer: Tomaten ab ins Einmachglas. Caroline Seidel dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk

Unreife Tomaten für grüne Chutneys nur mit Vorsicht verwenden

Unreife Tomaten zu Chutneys, Tomatenmarmelade oder andere Grüne-Tomaten-Rezepte zu verarbeiten, empfiehlt sich nicht, denn giftiges Solanin ist hitzestabil. Durch die Verarbeitung wird das Gift keineswegs abgebaut.

Chutney mit grünen Zebra Tomaten und Pfirsichen (Foto: Colourbox, Dieter Meyer)
Chutney mit grünen Tomaten und Pfirsichen Dieter Meyer

Die Chutney-Rezepte zielen darauf ab, dass nur wenig Tomaten auf einmal gegessen werden. Allerdings: Eine unreife Strauchtomate enthält durchaus bis zu 30 Milligramm Solanin. Ab einem Milligramm pro Kilo Körpergewicht kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen – das sind Kopf- und Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen etwa eine Dreiviertel-Stunde nach dem Essen. Das ist möglich bei nicht einmal drei unreifen, grünen Strauchtomaten bei einem Erwachsenen von etwa 80 Kilo Körpergewicht.

Tödlich ist Solanin erst bei acht bis neun Tomaten – das schafft fast niemand und ist deshalb sehr selten. In Maßen sind also Chutneys und Marmelade aus unreifen Tomaten in Ordnung. Vorsicht geboten ist hier allerdings bei Kindern!

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