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Auf Etiketten von Tomatenprodukten wird oft mit Tomaten aus Italien geworben. Doch viele verarbeitete Tomaten kommen tatsächlich aus China. Daran erkennen Sie echte, italienische Tomaten.

Viele Tomatendosen sehen so aus, als käme ihr Inhalt aus Italien: Die Dose ist in den Farben grün, weiß und rot gehalten, der Slogan „Hergestellt in Italien“ ist aufgedruckt. Doch in Wirklichkeit können die enthaltenen Tomaten tatsächlich in China gewachsen sein.

Tomaten sind ein globales Produkt

Tomaten werden aufgrund des hohen Preisdrucks global produziert und verarbeitet. In China erhalten die Bauern teilweise nur einen Cent je Kilogramm Tomaten. In Süditalien wird den Landwirten zehn Cent für ein Kilogramm Tomaten gezahlt. Diese niedrigen Preise müssen viele Erzeuger durch prekäre Arbeitsbedingungen für die Pflücker ausgleichen. Viele von ihnen sind illegale Migranten, die unter sklavenähnlichen Bedingungen auf den Feldern schuften müssen. In Norditalien hingegen sind die Tomatenpreise deutlich höher – zudem arbeiten die Feldarbeiter zum Großteil legal.

So erkennen Sie Tomaten aus Italien

Eine von Marktcheck in Auftrag gegebene Isotopenanalyse zeigt, dass bei manchen Tomatenprodukten aus dem deutschen Supermarkt höchstwahrscheinlich auch chinesische Tomaten enthalten. Verbraucher können nur durch freiwillige Angaben der Hersteller auf der Verpackung erkennen, ob die Tomaten in der Dose oder im Glas tatsächlich aus Italien stammen. Bei Bioprodukten gibt das EU-Biosiegel Auskunft über die Herkunft der Tomaten. Auch der Aufdruck „100 Prozent italienische Tomaten“ garantiert Tomaten aus Italien. Wenn lediglich „Hergestellt in Italien“ oder „Produziert in Italien“ aufgedruckt ist, können auch nicht-italienische Tomaten verarbeitet worden sein.

Bio- und Markenprodukte senken den Preisdruck

Verbraucher können zu Marken- und Bioprodukten greifen, um den Preisdruck auf die Produzenten und Bauern zu senken. Dadurch werden die Hersteller in die Lage versetzt, ihren Feldarbeitern bessere Löhne zu zahlen und werden nicht dazu gedrängt, illegale Migranten auszubeuten.

Weniger Schadstoffe bei Tomaten im Glas

In Beschichtungen von Dosen, zum Beispiel für Tomaten, kann der Stoff Bisphenol A enthalten sein. Dieser Stoff gilt als hormonell wirksam. Wer nicht riskieren möchte, dass solche Schadstoffe von der Verpackung auf die Tomaten übertragen werden, der sollte Tomatenprodukte im Glas kaufen. In Glas stecken keine Schadstoffe und es kann zudem vollständig recycled werden.

Welche Kennzeichungen es für Tomaten in Deutschland gibt und was sie bedeuten, hat das Bundeszentrum für Ernährung zusammengefasst.

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