Teure Strompreise Durch Anbieterwechsel günstiger Strom beziehen

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Der Strompreis in Deutschland steigt und steigt. Vor einem Wechsel des Versorgers schrecken immer noch viele zurück. Dabei gibt es mittlerweile Hilfsdienste für Wechselwillige.

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Erst vor Kurzem haben einige Stromanbieter Tariferhöhungen angekündigt.

„Natürlich haben auch Verbraucher einen Einfluss auf das Preisniveau. Denn je höher die Wechseltätigkeit der privaten Verbraucher ist, umso eher überlegt sich auch ein Stromversorger, ob er jede Strompreiserhöhungswelle mitmacht oder nicht.“

Hans Weinreuter, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Strom ist in Deutschland überdurchschnittlich teuer

Private Haushalte in Deutschland zahlen im EU-Vergleich die zweithöchsten Preise für Strom, lediglich in Dänemark ist die Energie aus der Steckdose noch teuerer.

Der Strompreis setzt sich in Deutschland nur zu einem knappen Viertel aus dem Einkaufspreis für Strom zusammen. Mehr als die Hälfte des Preises sind Steuern und Abgaben, rund ein Viertel werden für Netzentgelte verwendet.

Auf einer Infotafel ist die Zusammensetzung des Strompreises für deutsche Haushalte 2019 gezeigt. 22,8 Prozent des Preises entfallen auf den Einkauf, 24,4 Prozent auf Netzentgelte und 52,8 Prozent auf Steuern und Abgaben. (Foto: SWR)
Die Strompreise in Deutschland setzen sich aus dem Preis für Strom, Netzentgelten und vor allen Dingen Steuern und Abgaben zusammen.

Stromkunden haben bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht, doch viele nutzen es aus Bequemlichkeit nicht. Verbraucher können einen günstigen Energieversorger klassich über ein Vergleichsportal suchen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Häkchen abgewählt sind, die etwa Rabatte und Bonuszahlungen beinhalten. Meistens zeigen Vergleichsportale ganz oben ein oder mehrere Angebote als Werbeanzeige an – es wird also nicht zwangsläufig das günstigste Angebot oben angezeigt.

Automatischer Wechselservice

Wer seinen Energieversorger nicht über ein klassisches Vergleichsportal suchen möchte, kann damit auch einen automatischen Wechselserviceanbieter beauftragen. Diese suchen automatisch zum Ende der Vertragslaufzeit ein neues, günstiges Angebot für den Kunden und organisieren den Stromanbieterwechsel. Die Portale Esave, Switchup, Wechselpilot und Wechselstrom wurden von der Stiftung Finanztest als sehr empfehlenswert bewertet.

Solche Portale achten dabei nicht nur auf den Strompreis, sondern auch auf die Seriösität des Anbieters. Schließlich soll der Verbraucher am Ende nicht bei einem Versorger landet, der Probleme bereitet oder pleite geht.

„Dazu betrachten wir einerseits eine ganze Reihe von Beschwerdeportalen und andererseits betrachten wir die Erfahrungswerte, die wir inzwischen von vielen zehntausend Menschen, die wir betreuen, gesammelt haben, um so bewusst die schwarzen Schafe konsequent auszusortieren, damit wir am Ende des Tages nicht nur in einem sehr günstigen Tarif landet, sondern vor allem auch bei einem sicheren Anbieter.“

Arik Meyer, Switchup
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Verbraucher müssen sich aber auch im Falle einer Pleite ihres Versorgers keine Sorgen machen, im Dunkeln zu sitzen. Der Grundversorger vor Ort ist gesetzlich dazu verpflichtet, Haushalte mit Strom zu beliefern. Weitere Tipps rund um das Thema Strom- oder Gasanbieterwechsel stellt Ihnen die Verbraucherzentrale hier zusammen.

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