Reparaturen in Werkstätten Warum Ersatzteile fürs Auto so teuer sind

Mit Ersatzteilen wie Bremsen, Rückleuchten oder Stoßdämpfern verdienen die Autohersteller viel Geld. Die Reparaturen werden immer teurer. Gibt es auch günstige Alternativen?

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20:15 Uhr
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SWR Fernsehen

Je nachdem wie alt Ihr Auto ist und welcher Schaden vorliegt, sollten Sie unterschiedliche Werkstätten aufsuchen. Dazu rät der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC). Neue Fahrzeuge, die jünger als zwei Jahre sind und auf denen noch Herstellergarantie ist, sollten in Vertragswerkstätten der jeweiligen Automarke repariert werden. Diese Kfz-Werkstätten können von Routine-Reparaturen bis zu komplexen Problemen alle Schäden beheben. Die Tipps des ADAC zur Werkstattsuche finden Sie hier.

Vertragswerkstätten sind spezialisiert

Vertragswerkstätten sind in der Regel teurer als freie Werkstätten. Dafür sind sie auf Fahrzeuge einer Marke spezialisiert und haben das entsprechende Diagnose-Werkzeug und die nötige Erfahrung für komplexe Problemfälle.

Übrigens: Kommt es zu einem Unfall, so müssen Versicherungen in der Regel auch die Reparatur in einer Markenwerkstatt bezahlen. Dies gilt aber nur dann, wenn die Reparatur nur in der Vertragswerkstatt möglich ist, es sich um ein neueres Auto handelt oder der PKW bisher immer in einer Markenwerkstatt gewartet und repariert worden ist.

Freie Werkstätten für Routine-Reparaturen

Der ADAC empfiehlt Autofahrern freie Werkstätten für Inspektionen und Standard-Reparaturen aufzusuchen. Dort könnten Verbraucher viel Geld sparen. Nach der EU-Regelung GVO 2010/461 müssen Hersteller auch während der zweijährigen Neuwagengarantie Unfallreparaturen von freien Werkstätten akzeptieren. Der Automobilclub rät dazu, darauf zu achten, dass die Werkstatt Mitglied in der Kfz-Innung ist. Über die Webseite der regionalen Kfz-Innung können Verbraucher Betriebe suchen und bei Problemen die Schiedsstelle anrufen.

Reparaturauftrag möglichst genau formulieren

Der ADAC rät dazu, den Reparaturauftrag möglichst präzise zu formulieren und schriftlich festzuhalten. So können Verbraucher sich viel Ärger ersparen, der etwa entstehen kann, wenn die Werkstatt mehr Teile austauscht als vereinbart. Der Automobilclub bietet eine Checkliste, mit der Sie beim Werkstattbesuch vor ungewollten Kosten geschützt werden können:


  • Bringen Sie Zeit mit: Geben Sie das Fahrzeug möglichst persönlich und mit ausreichend Zeit zum Durchsprechen der nötigen Reparaturarbeiten ab
  • Schriftlich festhalten: Fahrzeug-Kennzeichen, Fahrgestellnummer, Kilometerstand, Annahmedatum und Name der Person, die den Auftrag angenommen hat
  • Angeben: Telefonnummer, unter der Sie tagsüber für Rückfragen erreichbar sind (oder zu einer vereinbarten Zeit selbst anrufen und fragen, ob Zusatzarbeiten erforderlich werden)
  • Kostenvoranschlag: Bei umfangreicheren Reparaturen einen möglichst genauen Kostenvoranschlag erstellen lassen
  • Schriftlicher Reparaturvertrag: Legen Sie schriftlich fest, was repariert werden soll. Bei zusätzlichen Arbeiten muss die Werkstatt Sie vorher fragen
  • Komplett: Alle Arbeiten im Detail beschreiben, keine Pauschal-Aufträge erteilen
  • Kosten-Obergrenze festhalten (z.B. „Fehlersuche bis zu einem Gesamtbetrag von xx Euro einschließlich Material und Arbeitskosten“): Eine Überschreitung der Summe muss die Werkstatt vorab mit Ihnen abklären
  • Zahlungsweise vereinbaren: Nicht alle Werkstätten akzeptieren die Zahlung per Kreditkarte oder Überweisung
  • Bei Reparaturen während der Garantiezeit oder innerhalb der gesetzlichen Sachmängelhaftung sollte auf dem Auftrag vermerkt werden: „Reparatur im Rahmen der Herstellergarantie oder Sachmängelhaftung“
  • Vermerk „Kulanzantrag stellen“: Wenn Sie bei Reparaturen außerhalb von Garantie und Sachmängelhaftung eine Kostenbeteiligung des Herstellers bzw. Händlers erreichen wollen

Mängel frühzeitig ansprechen

Kommt es bei der Reparatur zu Mängeln, so müssen Verbraucher diese innerhalb von zwei Jahren geltend machen, danach verjähren die Ansprüche. Dies gelte auch, wenn der Verbraucher die Mängel nicht erkannt hat, schreibt der Automobilclub von Deutschland (AvD).

Es gibt auch Versicherungen, die Werkstattkosten von älteren Fahrzeugen übernehmen. Diese greifen in der Regel aber nicht bei Verschleißteilen wie Bremsbelägen und Ähnlichem.

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