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Feuchte Haut plus Sonnenschutz - das versprechen Tagescremes mit UV-Schutzfaktor. Die Preisspanne ist gewaltig. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt: Günstig ist gut.

Elf Tagescremes mit „eingebautem“ Sonnenschutz hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Eines haben sie gemeinsam: Sie sollen nicht nur die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, sondern auch einen Schutz vor der UV-Strahlung der Sonne bieten. Doch beim Preis gibt es gewaltige Unterschiede: Produkte aus dem Drogeriemarkt sind bereits für gut vier Euro pro hundert Milliliter zu haben, Luxusmarken verlangen für die gleiche Menge bis zu hundert Euro!

Tagescreme mit UV-Schutzfaktor: Es darf gern die Günstige sein

Das wichtigste Ergebnis: Es darf gern eine günstige Creme sein. Zum Testsieger erklärte die Stiftung Warentest die "Balea Feuchtigkeitspendende Tagescreme" von dm. Die Creme verspricht einen Sonnenschutzfaktor 15. Deutlich weniger als viele Luxusprodukte, die - wie z.B. das Produkt von "Louis Widmer" - mit einem Schutzfaktor bis zu einem Wert von 30 für sich werben.

Allerdings wurden viele teure Produkte, darunter Cremes von Vichy und Estée Lauder, beim Schutzfaktor von der Stiftung Warentest herabgestuft. Die Tagescremes versprechen also einen UV-Schutz, den sie in der Praxis nicht halten - oder sie bieten beim Schutz vor UVA-Strahlen zu wenig. Der ist wichtig, um die Haut vor vorzeitiger Alterung zu bewahren.

Luxuscremes halten beim UV-Schutz zum Teil nicht, was sie versprechen

Das heißt aber nicht, dass diese Cremes wirkungslos wären. Weil sie den angepriesenen Sonnenschutz nicht erreichen, gibt es von der Stiftung Warentest dennoch gleich fünfmal die Note "mangelhaft". Auch bei weiteren Qualitätskriterien können die Luxuscremes im Vergleich zu den Discountertuben nicht überzeugen: Weder beim für Tagescremes besonders wichtigen Faktor "Feuchtigkeitsanreicherung", noch beim Thema Anwendung und Hautgefühl sind sie besser als die günstigen Produkte.

Tagescreme mit UV-Schutzfaktor: Selten sinnvoll

Bleibt die Frage, wer solche Tagescremes mit UV-Schutz überhaupt braucht. Derzeit steht der UV-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes auf der Stufe 2 "gering". Selbst bei anhaltendem Sonnenschein ist demnach kein besonderer Schutz erforderlich.

Das kann sich im Frühjahr allerdings schnell ändern: Schon in drei oder vier Wochen wird die Sonne wieder so hoch stehen, dass Mediziner grundsätzlich zu Sonnenschutz raten. Allerdings hat sich dabei die Ansicht durchgesetzt, dass hierbei mindestens ein Schutzfaktor 30 gewählt werden sollte, besser sogar 50. Einen so weitgehenden Schutz bieten die Tagescremes mit Lichtschutzfaktor durch die Bank nicht.

Vitamin D-Versorgung leicht zu bekommen

Vitamin D wird durch die Haut bei Sonnenlicht gebildet. Allerdings sind die Speicher bei vielen Menschen in Deutschland alles andere als reichlich gefüllt: Das Robert-Koch-Institut bezeichnet fast ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung als mangelhaft versorgt. Dabei sind die gemessenen Werte stark saisonabhängig und im Winter am schlechtesten.

Sonne ist im Frühling willkommen und wichtig. Allerdings muss sich dabei niemand zwischen Sonnenbrand und Mangelversorgung entscheiden. Für eine ausreichende Vitamin-D-Produktion ist es vollkommen ausreichend, Gesicht, Hände und Arme zwei bis dreimal pro Woche für circa zwölf Minuten ungeschützt der Sonne auszusetzen. Das empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz für einen Hauttyp II bei einem UV-Index vom Wert 7.

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