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Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft (Foto: SWR, SWR)

Ein noch längerer Lockdown soll helfen, die Coronazahlen zu senken. Das ist für geschlossene Betriebe nicht unbedingt ein Nachteil, wie sich bei einem Stuttgarter Imbiss zeigt.

Die Stuttgarter Gastronomin Pia Nowotny betreibt den Imbiss "Martha's" in der Stuttgarter Innenstadt. Sie rechnet fest damit, dass er, wie viele andere Betriebe, weiter geschlossen bleiben muss.

Es kämen sowieso keine Gäste

Selbst wenn es möglich wäre: Direkt wieder öffnen zu dürfen, das würde sich für Pia Nowotny finanziell gerade nicht lohnen. Davon ist die Gastronomin überzeugt. Die Stuttgarter Innenstadt ist geradezu ausgestorben. Viele ihrer Gäste, die normalerweise dort arbeiten und im "Martha's" Mittag essen, sind gar nicht da.

"Wenn ich jetzt morgen aufmache? Es kommt ja trotzdem niemand mehr rein, die Menschen sind ja so verunsichert. Durch die Maskenpflichten und so weiter. Da geht ja niemand jetzt in ein Restaurant und isst etwas."

Pia Nowotny, Imbissbesitzerin aus Stuttgart

Ein verlängerter Lockdown wäre für sie die bessere Alternative. Denn nur dann hätte sie Anspruch auf Wirtschaftshilfen. Sie hofft auf die Überbrückungshilfen III. Sie sollen erweitert und vereinfacht werden.

Staatliche Hilfe nur bei weiterem Lockdown

Pia Nowotny hofft zum Beispiel, einen Teil der Miete erstattet zu bekommen. Und etwas von ihren Kosten für Hygienemaßnahmen, sie habe zum Beispiel bei den Lüftungen aufgerüstet.

Im Oktober hat die SWR Landesschau Pia Nowotny und ihren beruflichen Weg von der Bankerin zur Imbissbetreiberin vorgestellt. Damals war ihr Betrieb noch offen.

Inzwischen ist Pia Nowotny schon seit Wochen auf staatliche Hilfe angewiesen.

"Definitiv ist das eine Unterstützung und das hilft mir auch ein Stück weit. Aber es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Pia Nowotny, Imbissbetreiberin aus Stuttgart

Es stimme nicht, dass Gastronomen durch die Novemberhilfen mehr bekämen als sonst im laufenden Betrieb, sagt Pia Nowotny im Gespräch mit dem SWR. Das sei wirklich Augenwischerei. Sie habe beispielsweise auch gar nicht auf alle Hilfen Anspruch. Die sogenannten November- und Dezemberhilfen hat sie nicht beantragt, aber Hilfe vom Land. Zudem nutzt sie jede Möglichkeit zum Sparen von Kosten, zum Beispiel beim Strom und hofft auf weitere finanzielle Hilfe aus aktuellen Programmen. Und darauf, dass sie im Frühjahr endlich wieder öffnen kann.

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Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft (Foto: SWR, SWR)