In der Speisekammer liegen Vorräte (Foto: IMAGO, IMAGO / Jochen Tack)

Lebensmittelverschwendung vorbeugen

Fünf Speisekammer-Apps im Vergleich

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AUTOR/IN
Pascal Lasserre

Speisekammer-Apps sollen helfen, dass wir den Überblick in Speisekammer oder Kühlschrank bewahren. Doch dafür müssen die Lebensmittel erst dokumentiert werden.

Wenn ich meinen Einkauf in den Kühlschrank räume, ist die Speisekammer-App dabei. In die muss ich nämlich eintragen, was neu reinkommt: Milch in meinem Fall. Zusatzinformationen wie Hersteller oder Kaufort spare ich mir. Das ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend. Aber das Mindesthaltbarkeitsdatum ist wichtig. Denn damit kann mir die App rechtzeitig eine Benachrichtigung senden, bevor ein Lebensmittel schlecht wird.

Vorratskammer 4.0

Die Basisversion der App ist zwar kostenlos, man muss sich allerdings mit seiner E-Mail-Adresse registrieren. Mit dem eingebauten Barcode-Scanner lassen sich die Produktnamen der Lebensmittel auslesen. Eine „Hauptkategorie“, z.B. Milch muss für alle Produkte dann dennoch hinzugefügt werden, ebenso wie das Verfallsdatum. Da die App bei Eingabe der ersten Buchstaben keine Wortvorschläge macht, ist das recht mühsam. Verbraucht man ein Produkt, kann man das mit Vorratskammer 4.0 dokumentieren. Die Lebensmittel werden dann automatisch auf die integrierte Einkaufsliste gesetzt. Außerdem sortiert die App alle bald ablaufenden Produkte auf einer weiteren Liste. Die Vollversion der App kostet 5,49 €, sie ist in den Sprachen Deutsch und Englisch nutzbar. Vorratskammer 4.0 gibt es für Android und iOS.

Screenshot der Speisekammer-App Vorratskammer 4.0 (Foto: SWR)

FoodShiner

Die App ist vollkommen kostenlos, es kann per In-App-Kauf ein freiwilliges "Trinkgeld" an den Entwickler gezahlt werden. Der eingebaute Barcode-Scanner kann die Produktnamen der Lebensmittel auslesen. Lagerort und Ablaufdatum müssen hier aber auch manuell hinzugefügt werden, standardmäßig ist der laufende Tag ausgewählt. Allerdings lernt die App dazu, bereits einmal hinzugefügte Produkte bietet sie per Autovervollständigung an. Auch in FoodShiner lässt sich dokumentieren, wenn ein Produkt verbraucht ist. Die entsprechenden Lebensmittel fügt die App dann automatisch zu einer Einkaufsliste hinzu. Die App benachrichtigt User, bevor das Verfallsdatum abläuft. Sie zeigt an, wie viele der eingetragenen Produkte verkauft und weggeworfen wurden. FoodShiner gibt es in fünf Sprachen, allerdings nur für iOS.

Screenshot der Speisekammer-App FoodShiner (Foto: SWR)

NoWaste

Um die App benutzen zu können, muss man sich mit seiner Mailadresse registrieren. Der eingebaute Barcode-Scanner erkennt die Namen der Lebensmittel. NoWaste hat eine eingebaute Lebensmitteldatenbank: Gibt man die ersten Buchstaben eines Lebensmittels ein, schlägt die App mögliche Produkte per Autovervollständigung vor. Den Lagerort wie Kühlschrank und das Verfallsdatum muss man aber auch hier zusätzlich eingeben. Immerhin lassen sich dort per Schaltfläche plus drei Tage oder plus zwei Wochen auswählen. Lebensmittel lassen sich nach Verfallsdatum sortieren. Die App warnt allerdings nur in der Bezahlversion, dass dieses bald abläuft. Im Abo kostet die App jährlich 6,49 Euro, einmalig 27,99 Euro. Verbrauchte Produkte lassen sich nach Wunsch auf die integrierte Einkaufsliste setzen. NoWaste gibt es für Android und iOS.

Screenshot der Speisekammer-App NoWaste (Foto: SWR)

Pantrist

Diese App benötigt keine Registrierung. Auch Pantrist hat eine interne Lebensmitteldatenbank, die das Hinzufügen von Lebensmitteln erleichtert. Außerdem sind in der App bereits die vorgespeicherten Lebensmittel verschiedenen Kategorien zugeordnet, wie zum Beispiel Gnocchi in „Hülsenfrüchte & Getreide“. Die kostenlose Version zeigt am unteren Bildschirmrand konstant Werbung. Stört das zu sehr, muss man ein jederzeit kündbares Abo abschließen: Monatlich kostet das 1,49 Euro, das Jahresabo kostet 12,99 Euro. Der Barcode-Scanner konnte im Test nicht überzeugen, er erkannte Produkte wie eine handelsübliche Milch nicht. Pantrist gibt es für Android und iOS.

Screenshot der Speisekammer-App Pantrist (Foto: SWR)

HNGRY

Für die Speisekammer-App des bekannten Elektrogeräteherstellers Liebherr muss man sich mit seiner Mailadresse registrieren. Die Funktionen der kostenlosen Version von HNGRY sind allerdings nur sehr eingeschränkt: Lebensmittel lassen sich nicht direkt, sondern nur über die integrierte Einkaufsliste hinzufügen. Die App gibt dann vor, ob Lebensmittel in Kühlschrank, Frischefach, Gefriertruhe oder Speisekammer müssen. Auch das Ablaufdatum bestimmt die App in der Basisversion, immerhin ist es an die Lebensmittel angepasst. Äpfel haben zum Beispiel ein längeres Haltbarkeitsdatum als Tomaten. Bei einigen Produkten lässt sich aber in der kostenlosen Version gar kein Ablaufdatum festlegen. Die Bezahlversion kostet im Abo 3,99 Euro pro Monat oder 29,99 Euro pro Jahr. Dort sind alle Funktionen freigeschaltet. Dann erst lassen sich Lebensmittel nach Ablauf sortieren. HNGRY gibt in vielen europäischen Sprachen für Android und iOS.

Screenshot der Speisekammer-App HNGRY (Foto: SWR)

Mein Fazit der Speisekammer-Apps:

Es ist recht mühsam, alle Lebensmittel per Speisekammer-App zu registrieren. Umso wichtiger ist jede kleine Hilfe, mit der sich diese Arbeit verkürzen lässt. Am besten hat mir daher die App NoWaste gefallen. Die App ist übersichtlich, der Barcode-Scanner erleichtert die Eingabe der Lebensmittel. Die App lässt mich durch zwei Schaltflächen für das Verfallsdatum zwei voreingestellte Zeiträume auswählen, was mir immer etwas Zeit spart. Der jährliche Preis für die Bezahlversion mit 6,49 Euro ist moderat. Die App zeigt mir übrigens gerade an, dass meine Schlagsahne morgen abläuft und der Wirsing auch demnächst fällig ist. Damit ist dann klar, mit was ich heute koche.

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