Reiseversicherungen Welche sind sinnvoll?

Die schönsten Wochen des Jahres können durch Krankheit oder Unfall schnell zum Alptraum werden. Damit nicht auch noch finanzieller Schaden droht, gibt es Reiseversicherungen. Aber welche braucht man wirklich?

Auslandsreise-Krankenversicherung für unter 10 Euro

Die wichtigste Versicherung auf Reisen ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Für eine Jahrespolice zahlt ein Single zwischen 7 und 17 Euro, für eine Familie kostet es zwischen 18 und 50 Euro. Versichert werden damit mehrere Reisen pro Jahr mit jeweils bis zu maximal sechs Wochen Reisedauer. Senioren müssen meist Zuschläge zahlen. Je nach Anbieter bereits ab 60 Jahren, oder erst ab 70 Jahren.

Tests der Stiftung Warentest zeigen: Die Preis-, Leistungsunterschiede sind groß. Vergleiche lohnen sich. Teilweise gibt es Angebote, die mehr als das Doppelte kosten und viel schlechtere Bedingungen haben.

Auslandsreisekrankenversicherung trotz Krankenkassenkarte empfehlenswert

In Ländern innerhalb der EU, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, haben Krankenkassenversicherte Anspruch auf ambulante und stationäre Leistungen wie es die gesetzlichen Kassen es bieten. Aber nicht mit allen Ländern besteht so ein Abkommen. Wenn ich nach Tunesien oder in die Türkei fahre zum Beispiel nicht. Im außereuropäischen Ausland ist man immer nur privat versichert. Und auch innerhalb der EU kommt es häufiger vor, dass man an einen Privatarzt gerät. Dann bleibt der Patient auf den Kosten sitzen. Die Auslandsreisekrankenversicherung gehört zu den besonders wichtigen Reiseversicherungen.

Wählen Sie eine Police mit sicherem Rücktransport!

Auf keinen Fall übernehmen gesetzliche Kassen den Rücktransport nach Deutschland. Das ist besonders ärgerlich, wenn man im Urlaub einen schweren Unfall oder eine ernste Krankheit hat mit einem langen Krankenhausaufenthalt.
Die meisten Auslandskrankenversicherungen decken einen Rücktransport ab. Viele Verträge verlangen aber standardmäßig, dass der Transport medizinisch notwendig ist. Empfehlenswerter ist die Variante, dass ein Rücktransport zugesichert wird, wenn man länger als 14 Tage im Krankenhaus liegen muss. Am besten ist, wenn gar keine Bedingungen gestellt werden, sondern der Rücktransport im Regelfall übernommen wird, wenn es medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.

Chronisch Kranke auf Reisen

Kein Reiseversicherer zahlt bei vorhersehbaren Behandlungen. Das ist besonders für chronisch Kranke ein Problem. Sie müssen diese Lücke daher mit Hilfe ihrer Kasse schließen. Dialysepatienten oder Menschen mit Vorerkrankungen wie Multipler Sklerose und Diabetes sollten ihrer Krankenkasse nachweisen (z.B. mit Ablehnungsschreiben), dass sie keine private Versicherung für notwendige Behandlungen im Ausland finden. Dann übernimmt die Kasse möglicherweise für sechs Wochen im Kalenderjahr selbst außerhalb Europas die Kosten. Allerdings maximal bis zu der Höhe, wie sie im Inland entstanden wären.

Vorhersehbar wegen Vorerkrankung?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs kann selbst bei einer bestehenden Erkrankung eine akute Verschlechterung unerwartet eintreten. Dann muss die Versicherung zahlen.
Wer eine Krankheit hat oder chronisch krank ist, sollte sich vor einer Reisebuchung vom Arzt untersuchen lassen. Hält er die Reise für unbedenklich, ist es im Schadensfall leichter die Versicherung zur Leistung zu bewegen.

Weitere Ausschlüsse im Kleingedruckten

Aber es gibt noch andere Ausschlüsse. Auf jeden Fall muss der Reisende einen Blick ins Kleingedruckte werfen. Es gibt inzwischen einige Anbieter, die Krankheiten, die innerhalb von sechs Monaten vor Reisebeginn aufgetreten sind, von der Versicherung ausschließen. Solche Verträge sind weniger empfehlenswert.
Stiftung Warentest hat 81Tarife verglichen. Für Familien gibt es acht, für Einzelpersonen elf "sehr gute" Angebote.

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